Erfolgreicher Spielmannszug : Hattstedt holt 15. Platz bei Weltmeisterschaft

Marschieren in der Wertung direkt Richtung vordere Plätze: Die jungen Musiker des Spielmannszugs Hattstedt im Kopenhagener Stadion des Fußballclubs Brøndby IF.
Marschieren in der Wertung direkt Richtung vordere Plätze: Die jungen Musiker des Spielmannszugs Hattstedt im Kopenhagener Stadion des Fußballclubs Brøndby IF.

Eine achtbare Platzierung erreichte der Spielmannszug Hattstedt bei der Weltmeisterschaft im dänischen Kopenhagen. Erstmals in der Vereinsgeschichte konnten sich die Musiker mit 44 Konkurrenten messen.

shz.de von
07. Juli 2015, 11:00 Uhr

Der Spielmannszug Hattstedt reiste am Wochenende nach Kopenhagen, um an den Weltmeisterschaften der „World Association of Marching Showbands“ teilzunehmen. 45 Teilnehmer aus ganz Europa sowie Musiker aus Malaysia, Brasilien und Australien waren angereist, um in Showklasse und Marschwertung im Wettkampf gegeneinander anzutreten und einen Gewinner zu ermitteln.

Die Musiker und der Vorstand vom Spielmannszug Hattstedt waren sehr stolz, an einem solchen großen Höhepunkt teilzunehmen. Die Akteure traten gegen die besten Spielmannszüge und Blasorchester der Welt an. Für die Teilnahme an der Weltmeisterschaften hatte sich der Verein im Jahre 2013 beim deutschen Musikfest in Chemnitz (Sachsen) qualifiziert.

Unter dem Motto „Dabei sein ist alles“ zeigten sich die Spieler bei subtropischer Hitze in Höchstform. Die sehr junge Truppe, die in diesem Jahr zum ersten Mal zusammen die Show lief, erreichte mit der neuen Musikwertung einen hervorragenden Mittelfeldplatz mit 79,63 Punkten auf Rang 25. In der Marschwertung sogar einen 15. Platz mit 83,33 Punkten.

Bereits am Freitagabend startete die Reise mit dem jungen Team aus Hattstedt. Der Spielmannszug hat ein Durchschnittsalter von 15 Jahren. Ohne Schlaf verbrachte der Verein die Nacht im Bus, um rechtzeitig zur Wertung am Sonnabend im großen Stadion des renommierten und in ganz Europa bekannten Fußballclubs Brøndby IF Kopenhagen bereitzustehen. Voller Aufregung fieberten alle dem Start entgegen. Auch die Tränen konnten sich einige Musiker vor Anspannung in diesem riesigen Stadionrund nicht verkneifen. Endlich erklang das Signal „Please start the Show.“ Es ging los. Alle Konzentration galt dort dem exakten Ausführen der Figuren und der Genauigkeit der Musikstücke. Zwölf Minuten Figuren zur Marschmusik bei 35 Grad Celsius im Stadion zu laufen, stellte eine Höchstleistung an alle Akteure dar, die perfekt gemeistert wurde.

Noch nie in der Vereinsgeschichte sollten 44 Konkurrenten in einer Klasse gegen den Spielmannszug Hattstedt antreten. Umso glücklicher waren alle bei der Bekanntgabe der Ergebnisse. „So viele Vereine hinter uns zu lassen, ist echt beachtlich“, bewertete Julika Voß das Resultat überaus positiv. Gerade die bei weitem älteren Musiker hätten schon viel mehr Erfahrung, ergänzte sie. Ferner ist es für Julika Voß ein Meilenstein, dass in Hattstedt oft während der Schulzeit die Formationen geübt werden kann, statt in der Freizeit. „Es ist eine hervorragende Leistung, auf die der Verein sehr stolz ist.“

Am Sonntagmorgen nach einer Nacht auf den „geliebten“ Luftmatratzen ging es erneut an den Start. Diesmal sah es der Ablauf vor, einen bestimmten Parcours mit Kurven, Ecken, Verengungen und vielen weiteren Einzelheiten zu meistern. Auch dort hieß es für die Hattstedter, trotz eines anstrengenden Wochenendes bei der Sache zu bleiben und alles andere im großen Stadion, das nur spärlich mit zwei- bis dreihundert Zuschauern besetzt war, auszublenden. Denn: Imposant bleibt die Erscheinung auch vor leeren Rängen. Voller Motivation meisterten alle den zweiten Wettbewerb mit Bravour und konnten sich über einen 15. Platz freuen.

„Der Verein ist stolz, eine so tolle und junge motivierte Truppe zu haben, die Spaß an der Musik hat und durch den hervorragenden Zusammenhalt ein einmaliges Team bildet“, beschreibt Julika Voß ihre Eindrücke abschließend. Nur dadurch gelingt es ihnen immer wieder, die Wertungsrichter in ihren Bann zu ziehen. Und die Zuschauer zu begeistern, die für den Eintritt umgerechnet etwa 30 Euro zahlen mussten, rechnete Hattstedts zweite Vorsitzende Melanie Falten vor.

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