Kreiswahl in Nordfriesland : Harte Fakten und Kurioses

Das Rechenzentrum des Kreises war bei der Kommunalwahl voll besetzt, für die Nachwahl am 27. Mai reicht dann ein kleines Team.
Das Rechenzentrum des Kreises war bei der Kommunalwahl voll besetzt, für die Nachwahl am 27. Mai reicht dann ein kleines Team.

Trotz Panne: Das erste Teil-Ergebnis der Kreiswahl ist amtlich festgestellt. Nun warten alle auf die Nachwahl auf Amrum.

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20. Mai 2018, 19:16 Uhr

Zwar hat nicht alles reibungslos geklappt, aber es ist durchweg mit rechten Dingen zugegangen. Zu diesem Schluss sind die Mitglieder des neunköpfigen Kreiswahlausschusses gekommen und haben die Resultate der Kreiswahl damit von einem vorläufigen in ein amtliches Endergebnis verwandelt. Seit gestern ist das Votum des Gremiums im Amtsblatt des Kreises Nordfriesland veröffentlicht, bis zum 18. Juni könnte jeder Wahlberechtigte nun theoretisch noch einen Widerspruch einlegen.

Die jetzige Prüfung war der erste Schritt, um formal einen Haken hinter das Gesamtergebnis des Wahltages vom 6. Mai zu setzen. Auf Amrum (Wahlkreis 4) steht am 27. Mai allerdings noch die Nachwahl für den Kreistag an, dem nach jetzigem Stand in den nächsten fünf Jahren bereits 53 Abgeordnete angehören (wir berichteten). Das könnte sich durch Überhang- oder Ausgleichsmandate eventuell sogar noch ändern – je nachdem, wie die Wahlbeteiligung und das Votum der rund 2000 stimmberechtigten Amrumer ausfällt. Sie stimmen in drei verbleibenden von insgesamt 199 Wahlbezirken in Nordfriesland ab: Zum Vergleich: Bei der Kreiswahl 2018 haben bislang insgesamt knapp 70 000 Nordfriesen (51,4 Prozent) von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht. Wie auch immer das Amrumer Wähler-Votum ausfällt, ist es am Ende ein Fall für die Arithmetiker und ein weiteres Mal für den Kreiswahlausschuss, der voraussichtlich am 1. Juni einen Schlussstrich unter das Wahlergebnis für ganz Nordfriesland zieht.

Wahrscheinlich ist es nicht, aber denkbar, dass nach der Abstimmung auf Amrum noch einmal spitz gerechnet werden muss, ob die Wahlpanne in Wester-Ohrstedt das Nordfriesland-Gesamtergebnis womöglich nicht doch verfälscht. Dort hatte das Amt Viöl – zum eigenen Bedauern – Kreiswahl-Stimmzettel für einen anderen, also falschen Wahlkreis ausgegeben. Da dies erst nach zweieinhalb Stunden auffiel, waren 121 reguläre Stimmen plötzlich ungültig – bei 400 Wählern insgesamt immerhin ein Anteil von rund 30 Prozent. Da es am Ende im Wahlkreis 20 Rantrum/Ostenfeld/Ohrstedt jedoch kein Kopf-an-Kopf-Rennen gab, hatten die fehlenden Stimmen nicht den Ausschlag gegeben bei der Vergabe des Direktmandats und auch keinen Einfluss gehabt auf den Verhältnisausgleich bei der Kreistags-Sitzverteilung. Dieser greift, weil die CDU in Nordfriesland bis jetzt 20 der insgesamt 23 Direktwahlkreise (zwei SPD) gewonnen hat und damit über mehr Mandate verfügt als ihr gemessen am Stimmenanteil eigentlich zustehen würden. Ob alles so bleibt wie es ist, wird erst die Schlussrechnung am 27. Mai zeigen, wenn auf Amrum das letzte Direktmandat vergeben wird.

Ein weiterer Fall für mögliche Beanstandungen war nach Auskunft des Kreises kurz vor der Wahl abgewendet worden: Obwohl die CDU korrekte Unterlagen für die Zulassung ihres Direktkandidaten im Wahlkreis 17 (Husum 2), Michel Deckmann, eingereicht hatte, tauchte im offiziellen Amtsblatt des Kreises und auf den Stimmzetteln der falsche Vorname Michael auf. Der Fehler wurde gerade noch rechtzeitig vor Start der Briefwahl erkannt und sofort neue Stimmzettel gedruckt. Ein Fall für den Prüfungsausschuss wäre das aber wahrscheinlich ohnehin nicht gewesen, weil der Kandidat via Wohnadresse und Jahrgang klar zu identifizieren war.

Anders sähe es in solchen Fällen bei gleichen Kandidaten-Namen, aber fehlerhafter Schreibweise aus. Denn das könnte einem der Bewerber zum Nachteil gereichen. Eine Namensgleichheit hatte es bei der Kreiswahl am 6. Mai sogar gegeben – den Bredstedter Christian Schmidt (CDU) und den Oldsumer Christian Schmidt von der Partei „Zukunft.Nordfriesland“. Aber deren Namen standen korrekt auf den Stimmzetteln – noch dazu in verschiedenen Wahlkreisen: Der Christdemokrat Christian Schmidt eroberte mit großem Vorsprung das Direktmandat im Wahlkreis Bredstedt/Breklum, während sein Namensvetter im Wahlkreis Bredstedt-Land unter ferner liefen abschnitt.

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