Hannes Wader und die Lieder eines bewegten Lebens

Riss das Publikum zu Beifallsstürmen hin: Hannes Wader. Foto: hjm
Riss das Publikum zu Beifallsstürmen hin: Hannes Wader. Foto: hjm

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12. März 2012, 03:59 Uhr

Husum | Kürzlich war der Barde krank, nun singt er wieder, Gott sei Dank. Und wie! "Völlig überraschend" eröffnete Hannes Wader sein "Konzert 2012", das er eigentlich bereits Mitte Februar im Nordsee-Congress-Centrum (NCC) geben wollte, mit dem Klassiker "Heute hier, morgen dort". Und schon das Begrüßungslied quittierte das Publikum im ausverkauften Konzertsaal mit rauschendem Applaus.

Der Liedermacher gab mit diesem Stück Einblick in sein bewegtes Leben, das ihn von Bielefeld über Berlin und Struckum bis nach Kassel führte, wo er heute lebt. Überhaupt verarbeitet Wader seine zahlreichen Stationen immer wieder musikalisch. "Schon morgen" schrieb er in Struckum, wo er von 1973 bis 1998 in einer Mühle lebte. Vorher hatte er zehn Jahre in Berlin gewohnt. Dort verfasste er zum Abschied "Wieder eine Nacht" - ein Song, mit dem er ebenfalls das Publikum begeisterte. "Die Stadt hat mich erdrückt", so Wader über eine eher depressive Phase.

Der Künstler singt auch von Menschen, die in seinem Leben tiefen Eindruck hinterlassen. Sein wenige Wochen altes Lied "Boulevard Saint Martin No. 11" etwa erinnerte an den jüdischen Widerstandskämpfer Peter Gingold und dessen Flucht aus dem Gefängnis der Gestapo in Paris. Mit dem Ohrwurm "Was keiner wagt" löste der Liedermacher stürmischen Beifall aus: "Wo alle geil sind, da verschenke, wo alles dunkel ist, da mach Licht."

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