Verkehrssicherheit : Handy wird zum Risiko

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Die Handy-Nutzung während der Fahrt führt nach Einschätzung der Polizei in Nordfriesland immer häufiger zu schweren Unfällen.

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16. Mai 2018, 07:00 Uhr

Es sind häufig nur Sekundenbruchteile, die über die Gesundheit von Menschen oder gar Leben und Tod entscheiden. Im Straßenverkehr können jeder „müde Schauer“ und Unaufmerksamkeiten fatale Folgen haben. In den Fokus der Polizei rückt deshalb immer öfter die verbotene Handy-Nutzung während einer Fahrt. Bei schweren Unfällen, die keine erkennbare Ursache haben, geht sie daher davon aus, dass „immer häufiger“ Fälle dieser Art vorliegen.

Erfahrungen der Verkehrsüberwachung bestätigen das: Allein im Jahr 2017 wurden in Nordfriesland 981 Handy- sowie 2420 Gurt-Verstöße geahndet, geht aus dem aktuellen Verkehrssicherheitsbericht der Polizeidirektion Flensburg hervor. Und das zeigt nur die Spitze des Eisberges.

Insgesamt ist die Zahl der Verkehrsunfälle im Kreisgebiet im Vorjahr relativ deutlich gestiegen – um 11,4 Prozent auf 5032. Bei bald jedem fünften Unfall wurden ein oder mehr Menschen verletzt, sechs (2016: 13) starben auf den Straßen Nordfrieslands. Insgesamt verzeichnet die Polizeistatistik für das vergangene Jahr 915 Unfälle mit Personenschaden (plus 5,8 Prozent) – mit 192 Schwer- und 936 Leichtverletzten.

Mit diesen Daten wird das Unfallgeschehen im Kreisgebiet freilich nur zum Teil abgebildet. Denn die Polizei nimmt längst nicht mehr alle Verkehrsunfälle auf, sondern nur jene „aufnahmepflichtigen“ mit Verletzten, jene im Kontext mit Straftaten wie Alkohol am Steuer oder Fällen von Vorfahrtverletzungen und nicht angepasster Geschwindigkeit. Damit sind drei Viertel aller Unfälle im Kreisgebiet nicht in die vertiefte Analyse der Statistik eingeflossen, da es sich um Unfälle ohne Personenschaden, Wild- oder Auffahrunfälle handelte.

Das besondere Augenmerk der Polizei gilt stets auch den sogenannten Risikogruppen. Während im vergangenen Jahr in Nordfriesland insgesamt 79 Unfälle auf Alkohol- und Drogeneinfluss zurückzuführen waren, verursachten junge Fahrer zwischen 18 und 24 Jahren insgesamt 208 Unfälle. Dabei spielten nur in 14 Fällen Alkohol und Drogen eine Rolle, aber in 60 zu hohe Geschwindigkeit. Zum Vergleich: Senioren über 64 Jahren verursachten 268 Unfälle. Häufig verletzten sie Vorfahrtsregeln oder missachteten das Rotlicht von Ampeln. Fußgänger kamen in 60 Fällen zu Schaden. Zudem gab es 338 Fahrrad- , 66 Pedelec- und 101 Unfälle mit motorisierten Zweirädern.

„Auffällig ist die Zunahme bei Unfällen mit Kindern als Radfahrer“, vermerkt Polizeihauptkommissar und Chefstatistiker Jörg Addix im aktuellen Sicherheitsbericht. Ihre Zahl stieg gegenüber dem Vorjahr von 44 auf 55. Als Fußgänger (7) und Mitfahrer (29) waren Kinder weniger häufig betroffen.

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