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Hauptversammlung der Werbegemeinschaft : Handel in Konkurrenz zum Internet

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Mitglieder der Husumer Werbegemeinschaft ließen sich über die Wechselwirkung des neuen Einkaufszentrums mit dem Rest der Innenstadt informieren. Im Sommer 2016 soll mit dem Bau begonnen werden.

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erstellt am 03.Jun.2015 | 09:30 Uhr

Die Mitglieder der Werbegemeinschaft sind wohl keine großen Fußball-Fans: Anders ist es kaum zu erklären, dass trotz des parallel laufenden Relegationsspiels des HSV der für die Hauptversammlung reservierte Raum im Theodor-Storm-Hotel so prall gefüllt war. Doch mag auch als Magnet gewirkt haben, dass Martin Mörl, Geschäftsführer des Hamburger Einzelhandels-Spezialisten Prelios Immobilien Management, im Anschluss an die Regularien die Wechselwirkung zwischen dem geplanten Shopping-Center und dem Rest der Innenstadt erläuterte – ein für die Geschäftsleute in der City existenzielles Thema.

Zunächst aber gab Werbegemeinschafts-Vorsitzender Peter Cohrs einen kurzen Überblick über die Aktivitäten in der Innenstadt und den Stand in Sachen Mobilitäts- und Tourismuskonzept – nicht ohne die als Gäste geladenen Chefs von Bau- und Ordnungsamt, Rudolf Hölscher und Malte Hansen, sowie die anwesenden Vertreter der Kommunalpolitik auf die Dringlichkeit dieser Vorhaben hinzuweisen. „Wir finden es gut, dass in der City der Busverkehr ausgedünnt und der Durchgangsverkehr verringert werden soll, aber es ist wichtig, dass man dort weiter mit dem Auto hineinfahren und auch parken kann und nicht für jede Besorgung von Kleinkram ins Parkhaus muss“, so Cohrs. Die Werbegemeinschaft hoffe, dass dieses veritable Interesse der Händler bei den Planungen berücksichtigt werde. Das Konzept des „Shared Space“, des gemeinsam von allen Verkehrsteilnehmern genutzten Raums ohne abgesetzte Bürgersteige, begrüßte er ausdrücklich. „Gucken Sie sich mal historische Bilder von Husum an – das war ganz früher auch schon mal so.“

„Wir haben Chancen im Tourismus – lange ausgelassen“, schnitt Cohrs Themenkomplex Nummer zwei an. Erneut präsentierte er Büsum als Vorbild, wo der neue Deich zur Promenade umgebaut worden und durch die Küstenschutzmaßnahmen zudem eine Lagune entstanden ist. „Man kann auch in Husum kreativ mit der Deichertüchtigung umgehen“, sagte er und mahnte, keine Zeit zu verlieren.

Nach den Wahlen, bei denen der zweite Vorsitzende Karl-Heinz Häuber, Schriftführer Jörg Gaidys sowie die Beisitzer Meinhard Schibrath und Alexander Seikowsky in ihren Ämtern bestätigt wurden, ergriff Cohrs noch einmal das Wort: „Wir leben in einer Zeit brutalster Veränderungen“, sagte er. „Seit 2008 ist ein Telefon nicht mehr nur ein Telefon, sondern ein Computer.“ 70 Prozent der Bevölkerung hätten heute ein Smartphone, mit dem sie rund um die Uhr über das Internet einkaufen können. „Dieser Wettbewerb mit dem Online-Handel hat tiefgreifende Auswirkungen – auch auf Kaufhäuser und Shopping-Center.“

Martin Mörl griff diese Vorlage sogleich auf. „Um gegen den E-Commerce bestehen zu können, muss der Einzelhandel ein klares Profil haben und sich ebenfalls digitaler Medien bedienen.“ Kostenloser WLAN-Zugang im Center, Preisvergleiche übers Internet, auch eine spezielle Center-App brachte er hier neben Facebook und eigener Website ins Spiel. Kurz umriss er die Eckdaten: Rund 35 Shops – Drogerie, Mode/Textil, Schuhe, Accessoires, Gastronomie, Dienstleistung und Gesundheit – mit 12.000 Quadratmeter Fläche, 700 Stellplätze, als Hauptmieter unter anderem ein Lebensmittel-Frischemarkt, Eröffnung im Frühjahr 2018. Das Center solle Husum als „Einkaufsstadt des Nordens“ weiter etablieren und generiere langfristig 250 Arbeitsplätze. „Wir wollen keine überzogen große Mall, sondern ein Center, dass die gesamte Innenstadt stärkt“, so Mörl. Die Kernöffnungszeit soll zwischen 10 und 18.30 Uhr liegen, wobei die Gastronomie und die Passage länger zugänglich seien. In diesem Zusammenhang wies Cohrs darauf hin, wie wichtig es sei, im City-Bereich einheitliche Öffnungszeiten zu verabreden. „Wenn ein Kunden vor verschlossener Tür steht, ist er verärgert – und der Online-Handel hat immer auf.“

Ob auch ein Elektronikmarkt komme und vielleicht H&M im Textilbereich, wollte Alexander Seikowsky wissen. „Das hätte echte Anziehungskraft.“ Man stehe in entsprechenden Verhandlungen, wich Mörl aus. Es sei aber sehr schwer, diese Unternehmen ins Boot zu holen.

Die Bautätigkeit werde mit dem Abriss und der Neuerrichtung des Parkhauses im Sommer 2016 beginnen, so Mörl. „Und das neue Parkhaus wird zum Weihnachtsgeschäft fertig sein, wurde mir aus Ihrem Hause versichert“, ergänzte Cohrs – und spornte den überraschten Mörl an, der diesen Zeitrahmen als „sehr sportlich“ empfand: „Hier an der Westküste muss man immer eine Schippe drauflegen.“

 

 

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