Schiffstaufe in Husum : Haithabu soll die Meere schützen

In Husum getauft, wird die neue Haithabu nach ersten Nordsee-Fahrten künftig an der Ostküste  Schleswig-Holsteins stationiert.
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In Husum getauft, wird die neue Haithabu nach ersten Nordsee-Fahrten künftig an der Ostküste Schleswig-Holsteins stationiert.

Ob Ölbekämpfung, Räumung von Munition oder Forschung: Die „Haithabu“ ist vielseitig einsetzbar und das modernste Schiff ihres Typs in Schleswig-Holstein. Sie gehört zur „Flotte“ des Landesbetriebs für Küstenschutz mit Sitz in Husum und soll künftig vorrangig auf der Ostsee im Einsatz sein.

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17. Juni 2014, 08:00 Uhr

Die neue Haithabu, das modernste Gewässerüberwachungs- und Ölfangschiff Schleswig-Holsteins ist am Montag, 16. Juni, von Anke Spoorendonk, Ministerin für Justiz, Kultur und Europa, im Beisein von Umweltminister Dr. Robert Habeck in Husum getauft worden. „Das Schiff wird helfen, die Ostsee vor unserer Haustür noch besser zu untersuchen und zu schützen. Im Einsatzbereich der neuen Haithabu waren schon im Mittelalter viele Schiffe unterwegs, die das gleichnamige internationale Handelszentrum anfuhren. Der Name passt also“, so die Ministerin.

Der für den Schutz der Meere und Küsten zuständige Umweltminister Robert Habeck erklärte: „Unsere Meere sind einer Reihe von Gefahren und Belastungen ausgesetzt. Deshalb ist die neue Haithabu von großer Bedeutung: Sie ist wichtig für die Ölbekämpfung, wird zur Räumung von Munition eingesetzt und dient als Forschungsschiff, damit wir mehr über den Zustand der Ostsee wissen und sie so besser schützen können.“

Im Gegensatz zur alten, 1982 in Dienst gestellten Haithabu, kann die moderne, größere Nachfolgerin sich an der Ölbekämpfung auf See beteiligen. Darüber hinaus wird der Kampfmittelräumdienst sie bei der Bergung von Munition nutzen. Die dritte wesentliche Aufgabe, für den der Neubau gebraucht wird, sind die Untersuchungen des biologischen und chemischen Zustandes der Ostsee. Mitarbeiter des Flintbeker Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume werden mit dem Mess- und Laborschiff regelmäßig Wasser- und Bodenproben nehmen und diese analysieren.

Die neue Haithabu fährt mit vier Mann starker Besatzung unter Kapitän Bent Ohlsen – so wie bislang auf dem Vorgängerschiff. Die Mannschaft wird bei Einsatzfahrten um Fachleute aus den jeweiligen Arbeitsbereichen ergänzt. Insgesamt stehen zwölf Schlafplätze für sie bereit. Gebaut wurde das Schiff nach internationaler Ausschreibung von der SET Schiffbau und Entwicklungsgesellschaft in Tangermünde in Sachsen-Anhalt direkt an der Elbe. Beim Juni-Hochwasser 2013 stand der Rohbau dort bereits ungeplant im Elbwasser, was den Bau verzögerte.

Die Kosten für den Neubau in Höhe von etwa zehn Millionen Euro trägt zur Hälfte das Umweltministerium. Die andere Hälfte teilen sich die Küstenländer, die für die Ölbekämpfung auf See verantwortlich sind. Um die Haithabu für die Aufgaben der Munitionsräumung auszurüsten, beteiligte sich das Innenministerium Schleswig-Holstein mit 500.000 Euro.

Am 27. Juni wird das Schiff an den Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN-SH) übergeben. Danach sind erste Fahrten mit Probenahmen in der Nordsee vorgesehen, bevor die Haithabu ihren ständigen Liegeplatz im Marinehafen in Kiel anläuft.

13 Meter lange Ölfangarme

Die Haithabu ist 40 Meter lang, 9,5 Meter breit und hat zwei Meter Tiefgang. Zwei 442 kW (600 PS) starke Dieselmotoren treiben das auch mit einer Eisklasse zertifizierte Schiff an. Zur Ölbekämpfung können an den Seiten 13 Meter lange Ölfangarme herausgefahren werden und an der Wasseroberfläche treibendes Öl mit Spezial-Bürsten aufnehmen. 200 Kubikmeter Öl-Wasser-Gemisch können so in Tanks geborgen werden.

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