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Großübung in Tönning : Hafenbereich abgeriegelt

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Alle Stöpen waren zu: Vier Stunden dauerte die Aktion, an der die Feuerwehren und das Technische Hilfswerk beteiligt waren. Danach rollte der Verkehr wieder wie gewohnt.

„Stöpen dicht“ hieß es am Sonnabend erstmalig in Tönning. Dass dabei gleich sämtliche dieser im Hafenbereich vorhandenen Einrichtungen geschlossen wurden, ist bislang einmalig. Bei der um 8 Uhr beginnenden Großaktion waren neben vielen Einsatzkräften von Feuerwehr und THW auch Martin Meyer vom Ordnungsamt der Eiderstadt, Beamte der Polizeistation, Jochen Guhlke vom Ordnungsamt Eiderstedt, Boye Hach (Hauptsachgebietsleiter Brand- und Katastrophenschutz des Kreises Nordfriesland), Sven Thomas Schmidt-Knäbel vom LKN, Matthias Hasse von der Stadt Tönning, Oberdeichgraf Jan Rabeler sowie die Stadtwehrführer Stefan Klützke (Tönning), Matthias Trapp (Garding) sowie Joachim Klützke (Ortswehrführer Kating) im Einsatz. „Danke, dass so viele dabei sind“, begrüßte Martin Meyer die große Runde. Bis 12 Uhr sollte nicht nur gezeigt werden, was geleistet werden kann, sondern auch aus Fehlern gelernt werden. Verbessert wurde einiges seit der verheerenden Sturmflut des Jahres 1962, bei der ein Wasserstand von 5,21 Meter verzeichnet wurde.

Die großen Stahltore an der Schleusenstraße waren um 8.25 Uhr dicht – das Einfahren in den Hafenbereich unmöglich. Und wer drin war, kam vorerst nicht wieder raus. Ein großes Bauwerk stellte die Stöpe Fischerstraße dar. 42 schwere Bohlen, fast vier Meter lang, wurden dort gestapelt. Je sieben übereinander und in drei Abschnitten nebeneinander. Der 20 Zentimeter breite Raum zwischen den beiden Bohlenlagen wird im Ernstfall mit Kunststofffolie ausgelegt und mit Sand verfüllt. Zuschauern mutete das Bauwerk wie die entstehende Berliner Mauer an. Touristen indes waren teils verunsichert, wussten nicht recht, wie sie aus dem abgeriegelten Hafenbereich herauskommen sollen. „Wir haben zwar beim Frühstück im Hotel von den Stöpenschließungen gelesen“, gaben sich Edda und Alfons Steinebach aus dem nordrhein-westfälischen Erftkreis ratlos, „aber in der Information stand nur, dass die Fahrzeuge außerhalb dieses Gebietes abgestellt werden sollten. Wie wir nun zu Fuß hier herauskommen sollen – das stand da nirgends.“ Martin Meyer bestätigt, „dass wir alle Anlieger per Rundschreiben informiert haben. “ Um Touristen die Chance zu geben, aus dem be Gebiet herauszukommen, wurden dann beidseitig Leitern an die Stöpe gestellt.

Um 9.20 Uhr kamen Kettensäge zum Einsatz, einige Bohlen mussten angepasst werden. Mittlerweile hatte das Skipper-Huset den Helfern heißen Kaffee spendiert. Die große Stöpe sowie im Ehebrecher-Weg und an mehreren Durchgängen zwischen den Häusern, waren zu diesem Zeitpunkt ebenfalls geschlossen. Die schweren Bohlen für einige Stöpen lagern im sogenannten Schottenhaus und wurden vom THW per Lkw herbeigeschafft. Etliche andere für die kleineren Stöpen lagern in Unterständen auf den betreffenden Grundstücken – das Wasser- und Schifffahrtsamt verfügt über eigene Stöpen und Bohlen. Immer wieder blieben Fußgänger stehen und schauten zu. In einem Abnahmerundgang begutachten die Fachleute die Stöpen. Kurz nach 12 Uhr hieß es wieder freie Fahrt. Die Generalprobe war bestanden – und das zur Zufriedenheit aller Beteiligten.

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