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Schwierige Entscheidung : Hähnchenmast-Anlage im Fokus

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Vier Riesen-Ställe für die Hähnchenmast sollen in Langenhorn entstehen. Der Bürgermeister will dazu die Meinung der Bürger hören. Er wünscht sich eine Diskussionsrunde mit dem Unternehmer und Fachleuten.

Heute Abend tagt der Bau- und Umweltausschuss der Gemeinde Langenhorn öffentlich in der Gastwirtschaft Ingwersen. Das Gremium wird unter anderem auch darüber beraten, wie die Gemeinde mit dem Antrag eines dänischen Unternehmers umgehen wird, der eine riesige Hähnchenmast-Anlage für bis zu 16 000 Tiere am Redlingsweg bauen will (wir berichteten).

Bürgermeister Horst Petersen ist sehr daran gelegen, das brisante Thema nicht hinter verschlossenen Türen zu behandeln, sondern offensiv damit umzugehen. Sein Gedanke war von Anfang an, die Öffentlichkeit mit einzubeziehen. „Ich habe mit dem Vorsitzenden des Bauausschusses besprochen, dass der Fachausschuss eine Empfehlung an die Gemeindevertretung ausspricht, zu einer öffentlichen Diskussion einzuladen“, sagte Petersen gestern auf Anfrage der Husumer Nachrichten. Zu dieser Veranstaltung sollen dann der Antragsteller und Vertreter des Landesamtes für Landwirtschaft, Umweltschutz und ländliche Räume eingeladen werden. Horst Petersen: „Dann kann jeder seine Fragen stellen und sich informieren.“ Und: Jeder darf seine Meinung äußern.

Dass auch viel Gegenwind kommen wird, ist dem Gemeinde-Chef bewusst. „Ich habe jetzt schon Post von Gegnern bekommen.“ Aber er findet es wichtig und richtig, dass sich alle Gemeindevertreter „anhören, was die Bürger zu sagen haben“. Eine so tiefgreifende Entscheidung unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu treffen, das könne nicht der richtige Weg sein. Petersens trockener Kommentar: „Sonst haben wir hinterher nur Spektakel.“

Wie bereits berichtet, plant der Däne Robert Helge Beck eine Hähnchen-Mastanlage im großen Stil. Im April 2013 hatte der 37-jährige Betriebswirt die Langenhorner Biogas-Anlage, die zuletzt im Besitz der Gemeinde war, gekauft. Auf dem dahinter liegenden Gelände will der Unternehmer nun vier Hallen bauen. Die Gebäude sollen jeweils 2000 Quadratmeter groß sein und pro Gebäude 4000 Eintages-Küken bis zur Schlachtreife aufnehmen. Eine Größenordnung in der Tiermast, die es bisher in Nordfriesland noch nicht gibt. Am 5. Februar tagt der Langenhorner Gemeinderat das nächste Mal. Die anvisierte öffentliche Diskussionsrunde könnte dann Anfang/Mitte Februar stattfinden. Horst Petersen: „Wir sollten das Thema ganz in Ruhe abhandeln. Uns drängelt ja keiner.“

Ein weiteres wichtiges Thema wird heute Abend die geplante Straßensanierung in der Klaus-Groth-Straße sein. Die Tagesordnung sieht vor, dass von 19 bis 20 Uhr eine Anliegerversammlung zu dem Thema stattfindet. Im vergangenen Sommer hatten sich die Gemeindevertreter bei einem Ortstermin ein Bild vom Zustand der Straße gemacht. Die Anwohner wollten aus Kostengründen keinesfalls die große Lösung. Wie teuer welche Variante werden würde, stand damals noch nicht fest – heute soll es konkret werden.

Die Aufstellung der zweiten Änderung und die Erweiterung des Bebauungsplanes Nr. 14 in Langenhorn ist im Anschluss Thema. Auch hier soll eine Beschluss-Empfehlung am Ende der Beratung stehen. Die letzten beiden Tagesordnungs-Punkte kündigen Anträge, Anfragen und Mitteilungen an.

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erstellt am 22.Jan.2014 | 12:00 Uhr

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