Nordstrand : „Häfen sind Orte des Ankommens“

Volle Boote bei den Kutterausfahrten. Rechts: der Seenotrettungskreuzer Eiswette.
Volle Boote bei den Kutterausfahrten. Rechts: der Seenotrettungskreuzer Eiswette.

Beim maritimen Fest am Nordstrander Süderhafen gab es viel zu entdecken, aber auch mahnende Worte im Gottesdienst.

shz.de von
31. Juli 2018, 06:00 Uhr

Nordstrand | Alles fing gut an. Bei strahlendem Sonnenschein pilgerten schon morgens viele Insulaner und Gäste zum zweiten Süderhafenfest in Folge auf Nordstrand. Doch zur besten Kaffeezeit mussten die Organisatoren (Ehrenamtler des Handels-, Gewerbe- und Vermietervereins Nordstrand, die unmittelbaren Hafenanlieger, Krabbenfischer Steven Wilhelm und das Team vom Watt’n Grill um Sven Zimmer) abbrechen. Der Grund: Ein heftiges Gewitter, das sich über zwei Stunden lang hinzog, entlud sich.

Bis dahin aber herrschte reges Treiben rund um das Hafenbecken mit Kutterausfahrten, einem Fußballmatch im Menschenkicker, zu dem sich Teams von Nordstrand sowie Gäste spontan zusammenfanden, oder einem kleinen, aber feinen Kunsthandwerkermarkt, auf dem es viel zu bestaunen gab. „Wir müssen ja schon wieder an Weihnachten denken“, feixte Urlaubsgast Manuel Sachau aus Hamburg. Er hatte sich eine gefilzte Mütze für Ehefrau Ruth ausgesucht.

Ein Anziehungspunkt war der Seenotrettungskreuzer Eiswette der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS). Viele nutzten die Gunst der Stunde, ihn zu besichtigen.

Die abendliche Open-Air-Party mit Musik von den kleinen runden Scheiben konnte schon wieder bei Sonnenschein stattfinden.

Festlich hatte der Tag übrigens mit einem ökumenischen Gottesdienst direkt an der Hafenkante unter Mitwirkung des Posaunenchores der Evangelischen Kirchengemeinde Odenbüll begonnen. Für den verhinderten Pastor Thorsten Wiese war Bischöfin in Ruhe, Maria Jepsen, eingesprungen. Sie hielt die Predigt. Pfarrer Jens Schmidt von der Alt-Katholischen Kirchengemeinde unterstützte den liturgischen Teil gemeinsam mit Kirchengemeinderats-Mitgliedern aus beiden Konfessionen sowie der Römisch-Katholischen Gemeinde.

Deutliche Worte fanden beide Seelsorger zum Flüchtlingsgeschehen. „Häfen sind Sehnsuchts- und Ankommensorte. Uns darf als Christen das Elend der hilfesuchenden Gestrandeten nicht gleichgültig sein. Wir dürfen sie nicht abweisen, und wir als Kirchen dürfen nicht schweigen“, mahnte Maria Jepsen. Menschen aus anderen Ländern können eine Bereicherung sein und den eigenen Horizont weiten.

Eine weitere wichtige Aufgabe sei es, die Erde zu beschützen, sei sie doch von Gott den Menschen zur Verfügung gestellt worden. Angesichts der Trockenheit als Zeichen des Klimawandels könne man sich erneut ins Bewusstsein rufen, wie wichtig das ist.

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