Nordfriesland : Häfen bündeln ihre Interessen

Auch Husum ist in der Hafen-Interessengemeinschaft dabei.
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Auch Husum ist in der Hafen-Interessengemeinschaft dabei.

Nordfriesische Wattenmeer-Anrainer setzen sich für bessere Infrastruktur und Erreichbarkeit ein.

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29. Januar 2018, 12:00 Uhr

„Es ist im Laufe der Zeit eine faire und offene Zusammenarbeit zwischen den kommunalen Hafenbetreibern, den im Hafen ansässigen Betrieben und der Landesverwaltung entstanden.“ Diese Zwischenbilanz zieht die vor drei Jahren entstandene „Interessengemeinschaft Nordfriesische Häfen“ (IGNH). 2014 hatten private und kommunale Betreiber der einzelnen nordfriesischen Häfen diese regionale Zusammenarbeit mit Unterstützung durch die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordfriesland gestartet, um in der Interessengemeinschaft hafen-spezifische Interessen zu diskutieren und mit Hilfe der Verwaltungen auf Bundes- und Landesebene Projekte und Maßnahmen zur Verbesserung der Hafenwirtschaft umzusetzen.

Zum Erreichen dieses Ziels werden die regionalen nordfriesischen Interessen gebündelt, Planungen und Ergebnisse mit regionalen Organisationen wie der Insel- und Halligkonferenz und übergeordneten, politischen Ebenen wie Kreis und Land sowie dem Gesamtverband der schleswig-holsteinischen Häfen erörtert.

„Das gemeinsame Auftreten gegenüber anderen Regionen ist ein weiterer Schwerpunkt. Daraus wird ersichtlich, dass es sich hier um eine regionale Initiative handelt, die nicht in Konkurrenz, sondern als eine Arbeitsebene unterhalb der Hafenkooperation Schleswig-Holstein zu sehen ist“. So beschreibt der Koordinator der IGNH, Hans von Wecheln aus Husum, die Ziele der Kooperation.

Besonders die Verbesserung der nautischen Erreichbarkeit der Wattenmeer-Häfen gelte es deutlicher als bisher gegenüber dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und dem Land Schleswig-Holstein darzustellen. Daher hatte die Gemeinschaft Aussagen zu diesem Thema im Koalitionsvertrag der Landesregierung auch ausdrücklich begrüßt.

Die Verantwortlichen der am Unesco-Weltnaturerbe gelegenen Häfen sehen ihre Verantwortung demnach auch in einer nachhaltigen Wirtschaftsweise: So sind Audits und andere lokale Maßnahmen bereits umgesetzt und weitere energiesparende Maßnahmen angedacht.

Auch die Zufahrtsmöglichkeiten zu und von den Häfen zum Erhalt der Trimodalität (Schiff, Straße Bahn), die Auswirkungen der derzeitigen Infrastruktur der Bundesstraße 5 und der Ausbau der A7 für die nächsten Jahre werden diskutiert. Geomorphologische und gesetzliche Rahmenbedingungen, Flächenverfügbarkeit, Breitband-Versorgung in und um die Häfen herum bilden weitere Arbeitsfelder. Auch soll versucht werden, bei Projekten Fördermittel zu akquirieren, damit eine Stärkung der Wirtschaftskraft der nordfriesischen Häfen erreicht werden kann.

Teilnehmer der IGNH sind: die Kommunen List und Hörnum, die Hafengesellschaften Dagebüll und Schlüttsiel/Halligen, der Städtische Hafenbetrieb Wyk, die Versorgungsbetriebe Amrum, Kur- und Tourismusservice Pellworm, ZV-Strucklahnungshörn, Stadt Husum, Wilhelm E.F. Schmid GmbH, ATR Landhandel sowie die Husumer Dock und Reparatur. Die IGNH wird durch den Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz beraten. Sie finanziert ihre Arbeit laut Mitteilung durch freiwillige Beitragsleistungen.

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