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Mammutprojekt der Kreismusikschule : „Haariges“ Thema mit Kult-Charakter

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Schauspiel, Tanz, Live-Musik und Gesang: Kreismusikschüler bringen in Husum mit dem Musical „Hair“ die Geschichte der 68er-Generation auf die Bühne. Jetzt wächst das Lampenfieber: Am Dienstag, 11. Februar, ist Generalprobe, zwei Tage später Premiere.

Als das Rock-Musical „Hair“ – zu Deutsch „Haare“ – 1967/68 auf die Bühne kam, verstrickten sich die Amerikaner gerade immer tiefer in den Vietnam-Krieg. Der Protest der Pazifisten gegen Krieg im Allgemeinen und diesen Konflikt im Besonderen weitete sich aus und hatte bald das Establishment in den USA, Frankreich und Deutschland zum Ziel. Viereinhalb Jahrzehnte später haben sich elf Schauspieler der Musical-Klasse der Kreismusikschule gemeinsam mit einer neunköpfigen Band aus Lehrern, Schülern und Gastmusikern, einem Background-Chor von sechs Sängerinnen und 13 Tänzerinnen des Tanzstudios Husum unter der Gesamtleitung der Musikpädagogen Inken Petersen und Peer Oehlschlägel des Stückes angenommen – und nach einjähriger Planungs- und Probenarbeit feiert es am Donnerstag, 13. Februar, ab 19.30 Uhr in der Aula der Hermann-Tast-Schule Premiere. Am Freitag und Sonnabend, 14. und 15. Februar, gibt es zur gleichen Zeit und am selben Ort noch zwei weitere Aufführungen. „Das ist schon ein sehr aufwändiges und kostspieliges Projekt“, sagt Inken Petersen. Seit November sei nicht nur einmal in der Woche geprobt worden, sondern auch oft noch an den Wochenenden – und in den Weihnachtsferien ebenfalls. „Aber trotz des hohen Zeitaufwands sind alle voller Begeisterung dabei.“

Das amerikanische Musical gilt als Meilenstein der Popkultur der späten 60er Jahre. Im Mittelpunkt der Handlung steht eine Hippie-Gruppe. Buch und Liedtexte stammen von Gerome Ragni und James Rado, die Musik von Galt MacDermot. Im April 1968 war Uraufführung am Broadway. „Hair“ gilt als eines der erfolgreichsten Musicals überhaupt und kam auch in zahlreichen anderen Ländern auf die Bühne. Uraufführung der deutschen Fassung „Haare“ war im Oktober 1968 in München. 1979 verfilmte Miloš Forman das Stück.

Zum Inhalt: Claude Hooper Bukowski verabschiedet sich in Oklahoma von seinem Vater und nimmt den Bus nach New York: Er hat seinen Einberufungsbescheid bekommen und rechnet damit, nach Vietnam geschickt zu werden. Doch vorher will er sich noch zwei Tage lang die Stadt ansehen. Im Central Park trifft der Farmerssohn, der den Militärdienst für seine staatsbürgerliche Pflicht hält, auf eine Hippie-Kommune und deren Wortführer George Berger. Er lernt das ungezwungene Leben der „Blumenkinder kennen und findet Gefallen daran.

Von der Studentenbewegung in Amerika und Europa aufgenommen, richtete sich der Protest damals bald allgemein gegen die herrschenden Verhältnisse und hob sich auch durch sexuelle Freizügigkeit von der Welt der Älteren ab. Überall gab es Studentenunruhen. In Paris führten sie im Mai 1968 zu einer Regierungskrise, in der Bundesrepublik mündeten sie in die Gründung der APO, der „außerparlamentarischen Opposition“. In den USA fielen sie mit den Aktionen der schwarzen Bürgerrechtsbewegung zusammen.

Jetzt, wo die Premiere näher rückt, steigert sich das Lampenfieber bei allen Beteiligten: „Nächsten Dienstag ist Generalprobe“, so Inken Petersen. Danach muss alles sitzen. Für Petersen ist es das dritte Schulmusical-Projekt nach „Linie 1“ und „Mamma Mia“: „Es ist immer eine tolle Aufgabe, Menschen für so etwas zu begeistern“, sagt sie. „Und es ist auch für einen selbst eine echte Bereicherung.“

Karten für alle drei Aufführungen gibt es im Büro der Kreismusikschule (Telefon 04841/8973123), im Museums-Shop des Schlosses und in der Schlossbuchhandlung.



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erstellt am 05.Feb.2014 | 17:00 Uhr

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