Bruterfolg : Gutes Jahr für Meister Adebar: Es gibt viel Nachwuchs

Das Beringen von jungen Störchen gehört mit zum Arbeitspensum des ehrenamtlichen Storchenbetreuers Jörg Heyna - wie hier  aus einem Nest in Hollingstedt. Zuvor war ein  kleiner Meister Adebar  aus dem Gelege geworfen worden, ein Ei wurde nicht ausgebrütet.
Das Beringen von jungen Störchen gehört mit zum Arbeitspensum des ehrenamtlichen Storchenbetreuers Jörg Heyna - wie hier aus einem Nest in Hollingstedt.

Mit dem Bruterfolg für dieses Jahr sind Jörg Heyna, ehrenamtlicher Storchenbetreuer für Nordfriesland und Schleswig-Flensburg, und seine Mitstreiter zufrieden. Insgesamt waren mehr Nester als 2013 belegt gewesen.

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24. Juli 2014, 17:00 Uhr

In diesem Jahr kamen die ersten Störche Mitte Februar und die letzten Mitte Mai in den Norden. Als die ersten Küken schlüpften, fingen daher andere Storchenpaare erst mit der Brut an. Der erste Nest-Guck des ehrenamtlichen Weißstorch-Gebietsbetreuers Jörg Heyna und von Mitstreitern der Storchenfreunde Hollingstedt ließ auf ein gutes Storchenjahr hoffen: Die Zahl der belegten Nester hatte zugenommen – ebenso die Anzahl der geschlüpften Storchenküken.

Zu Störenfrieden für brütende Paare können Störche ohne „Nestbindung“ werden: Sie kamen zu spät für die Aufzucht oder sind noch nicht geschlechtsreif. In Gruppen greifen sie manchmal Storcheneltern an. Abends übernachten sie auf Bäumen oder leeren Nestern.

Im Kreis Nordfriesland brüteten zwölf Paare – 2013 waren es elf. Wie schon im Vorjahr gschah dies in neuen Nestern: In zwei gab es keine Jungen. Zurzeit werden 18 Jungstörche aufgezogen (2013: 15), neun sind verstorben (14). In St. Peter-Ording sind es 16 Paare mit 39 Jungen und auf Föhr sieben Paare mit zehn Jungen. 46 Horstpaare (52 im Jahr 2013) brüteten im Kreis Schleswig-Flensburg, davon 30 mit Erfolg (2013: 25 Paare). 16 Horstpaare blieben ohne Junge (27). 69 Jungstörche werden großgezogen (48), verstorben sind 42 (35).

Erwähnenswert ist, dass in diesem Jahr viele Nester, die sonst immer belegt waren , frei sind – in Hollingstedt ist dies bei drei Nestern der Fall, in Dörpstedt bei zwei und in Treia bei einem Nest. Dafür gab es in Angeln eine Neuansiedlung in Arup bei Struxdorf.

In Bergenhusen ist ein belgischer Storch mit zwei Jungen ansässig geworden und in Owschlag ein schwedischer Meister Adebar mit dreifachem Nachwuchs. In Bergenhusen brüteten 14 Paare: Es schlüpften 48 Küken, davon überlebten 28. Sechs Horstpaare waren ohne Junge.

Im Frühjahr hatte die Netz-AG in Börm eine neue Nesthilfe aufgestellt. Statt Störchen siedelte sich dort allerdings ein Brandganspärchen an. Angriffe von Störchen konnten sie abwehren. Ausgebrütet wurden acht Küken, die nach dem Schlüpfen aus dem Nest sprangen, wohlbehalten landeten und zum naheliegenden Wasserlauf liefen.

Im Kreis Rendsburg-Eckernförde, der von Jürgen Lustig und Hartmann Schlender betreut wird, sind 34 Nester belegt (Vorjahr: 32), in 23 wurde gebrütet (23), elf Horstpaare blieben ohne Junge (9). 57 Jungstörche wurden gezählt (46), und es gab 19 tote Jungstörche. Vier Jungstörche, die aus ihren Nestern geworfen wurden, kamen in die Pflegestation von Hans-Gerhard Dierks in Süderstapel. Vielleicht schaffen es einige, Ende August mit in den Süden zu ziehen.

Zum Arbeitsprogramm der Storchenfreunde gehören auch Beringungstouren mit Hebebühne. Dieses Jahr mussten alle zweimal auf Tour gehen, da die Jungstörche eine Mindestgröße für die Beringung haben müssen. Insgesamt hat Jörg Heyna 180 Jungstörche beringt, davon etwa 40 im Bereich Hollingstedt-Bergenhusen.

Partnerschaftlich

In der Regel legen Störche drei bis fünf, selten ein bis sieben Eier. Diese werden 25 bis 38 Tage von beiden Partnern bebrütet, die auch gemeinsam Nahrung heranschaffen. Die geschlüpften Jungen tragen für gewöhnlich ein weißes Daunenkleid. Nach 50 bis 100 Tagen sind Jungstörche flügge. Die potenzielle Lebenserwartung von Störchen beträgt mehr als 20 Jahre.

Mehr über Adebar im Internet auf den Seiten http://stoercheimnorden.jimdo.com.

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