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Husumer Nachrichten

15. Dezember 2017 | 13:24 Uhr

Gutes Ergebnis für beide Seiten

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Sieben Dörfer haben mit der Kirchengemeinde Breklum eine Lösung für die Friedhofsfinanzierung gefunden

Sieben auf einen Streich: Zur Vertragsunterzeichnung über die Kofinanzierung des kirchlichen Friedhofes in Breklum trafen sich sieben Bürgermeister in der Amtsverwaltung Mittleres Nordfriesland. Ihre Dörfer gehören alle der Kirchengemeinde Breklum an. Mit dabei waren auch der Vorsitzende und ein Mitglied des Kirchengemeinderates, Pastor Arend Engelkes und Pastor Johannes Steffen, sowie der Leiter der Kirchenkreisverwaltung, Roger Bodin.

Die sieben Gemeinden werden sich künftig „an der Finanzierung des Friedhofes und seiner Teileinrichtungen angemessen beteiligen“, heißt es in dem Vertrag. Die gemeindliche Kofinanzierung erfolgt allerdings nur insoweit, wie die Kosten des Friedhofes nicht durch die Gebühreneinnahmen und Zuwendungen anderer gedeckt werden können. Was nun folgen wird, ist Transparenz, denn die Kirchengemeinde erklärte sich bereit, die gesamten Friedhofsfinanzen den Gemeinden gegenüber offen darzulegen und zwar ab 2007. Während der Amtsausschusssitzung im November 2012 gab es unter dem Punkt „Finanzierung der Simultanfriedhöfe“ noch Diskussionen. Grund: Die Gemeinden sollten nach Ansicht der Kirchengemeinden die Defizite aus vergangener Zeit mittragen. Doch das sahen die Mitglieder des Amtsausschusses nicht wirklich ein. Ein „Ja“ gab es seinerzeit von der Runde für die künftige Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde, ein „Nein“ allerdings für das Tragen der Altlasten. Eine Lösung musste schnellstens her, denn die Gemeinden sind dazu verpflichtet, dafür Sorge zu tragen, dass verstorbene Einwohner beerdigt werden. Keine Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde würde letztlich bedeuten, eigene Friedhöfe in den Dörfern einrichten zu müssen.

Um eine einheitliche Position der amtsangehörigen Gemeinden zu entwickeln, gründete sich ein Gremium, das mit der Kirchenkreisverwaltung in Verhandlungen trat. „Mit dem Inhalt des Vertrages haben wir uns Zeit gelassen. Ein für beide Seiten gutes Ergebnis stand im Vordergrund“, sagte Dr. Bernd Meyer, Leitender Verwaltungsbeamter, während des Treffens anlässlich der Unterzeichnung.

Über die Geschicke des Friedhofs wacht künftig ein gemeinsamer Friedhofsbeirat, bestehend aus je drei Vertretern der Kirchengemeinde und der kommunalen Gemeinden. Für die Altlasten wurde folgende Lösung gefunden: Die bis Ende 2012 aufgelaufenen Defizite wurden von dem Vertrag ausgenommen. Die Kirchengemeinde hat sich bereit erklärt, diese innerhalb eines „angemessenen Zeitrahmens voll umfänglich zurückzuführen“. Bis zu zehn Jahren hat die Kirchengemeinde dazu Zeit, die bestehende Grabnutzungsrücklage darf sie zur Rückführung des Defizits auflösen.

Künftig wird der Friedhofsbeirat einen Doppelhaushalt entwerfen, der vor der Verabschiedung den sieben Gemeinden vorgelegt werden muss. Sollte es zu Überschüssen kommen, wird daraus eine Friedhofsausgleichs-Rücklage gebildet. Die sieben Dörfer – Almdorf, Breklum, Högel, Lütjenholm, Sönnebüll, Struckum und Vollstedt – sind die ersten der 19 Gemeinden im Amtsbereich Mittleres NF, die einen Vertrag dieser Art unterschrieben haben.

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