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Hilfe für Langzeit-Arbeitslose : Gute Taten mit gebrauchten Möbeln

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Über das Projekt „Neue Arbeit Nord“ wird in Nordfriesland Menschen ohne Job geholfen. 15 Ein-Euro-Jobber sind jeweils für ein halbes Jahr in einem Gebrauchtmöbellager beschäftigt, für das Bürger nicht mehr benötigtes Mobiliar spenden. Das wird nicht verkauft, sondern kommt sozial Benachteiligten zugute.

shz.de von
erstellt am 29.Dez.2013 | 12:00 Uhr

Das ist in Nordfriesland möglich: mit Möbeln, die nicht mehr benötigt werden, Gutes tun – und das gleich zweifach. Dieser Aufruf gilt einem Projekt, mit dem sozial Benachteiligte im Kreis Nordfriesland kostenlos Gebraucht-Möbel erhalten. Doch Langzeit-Arbeitslose profitieren ebenfalls von diesem Ansatz – mit einer Beschäftigung: Sie holen die Spenden und liefern diese bei Bedürftigen ab. „Menschen ohne Arbeit zu unterstützen, damit sie den Weg zurück in den Arbeitsmarkt finden, das ist unser Ziel“, betont Michael Grund. Er ist Niederlassungsleiter im „3 G Möbellager“ auf dem ehemaligen Gelände des Bundesgrenzschutzes in Bredstedt.

Dabei handelt es sich nicht um einen Gebrauchtmarkt: Denn die Möbel werden nicht verkauft, sondern nach Absprache in den Sozialzentren an Leistungsbezieher nach dem Sozialgesetzbuch abgegeben – und bei Bedarf verschenkt und auch aufgebaut.

In Kooperation mit dem Kreis läuft das Projekt im Rahmen der Initiative „Neue Arbeit Nord“ – einer Arbeits- und Berufsförderungs-GmbH, die im nächsten Jahr seit 30 Jahren besteht. Der Kreis fördert das Vorhaben im zweiten Jahr. „Aus Bundesmitteln stellen wir bis zu 100 000 Euro bereit“, beschreibt Christiane Bachmann vom Fachbereich Arbeit die Unterstützung für die jeweils 15 Ein-Euro-Jobber im Projekt. Die Langzeit-Arbeitslosen sind jeweils ein halbes Jahr dabei.

„Die Fluktuation ist gering“, macht Projektleiter Dirk Lützen deutlich. „Fast alle, Männer und Frauen im Alter von 20 bis 60 Jahren, gewöhnen sich schnell an die vorgegebene 30-Stunden-Woche. Wir versuchen, die Teilnehmer ihren Fähigkeiten und Möglichkeiten entsprechend einzusetzen.“ Dazu gehören der Auf- und Abbau der Möbel sowie das Fotografieren und die Präsentation der Spenden im Internet. Die Seite www.neue-arbeit-nord.de wird täglich aktualisiert. „Alles wird von den Projekteilnehmern in Eigenregie erledigt“, betont Lützen. „Der überwiegende Teil hat durch uns wieder Struktur in seinen Alltag bringen können, das Selbstbewusstsein ist wieder da, und neue soziale Kontakte sind entstanden“, freut sich der Projektleiter.

Keinesfalls sollten potenzielle Spender die Aktion für eine kostenlose Entsorgung von Sperrmüll nutzen, betonen Michael Grund und Dirk Lützen: „Wir arbeiten die Möbel nicht auf, sondern geben diese ohne Reparatur an den Empfänger weiter, wenn diese in einem brauchbaren Zustand sind.“ Ausschließlich im Internet können sich Hilfebedürftige über die Angebote informieren. Wer über keinen Anschluss verfügt, darf in das Büro in der Eichweberstraße 2 in Bredstedt kommen und dort einen Blick auf die Seite werfen.

Wer Möbel spenden möchte, sollte sich unter Telefon 04671/9430224 oder 0151/15119500 (Fax 04671/9430210) melden.

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