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Eröffnung der Husumer Hafentage : Gute Laune auf und vor der Bühne

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Hafentage als ganz besonderes Fest in einem ganz besonderen Landkreis – Tourismus war das große Thema bei der Eröffnung und dem Empfang im Schifffahrtsmuseum.

Eine Eröffnung ganz ohne die übliche mehr oder minder große Menge an Flüssigkeit von oben – wenn das nicht ein gutes Omen für die 33. Husumer Hafentage ist. Der Shantychor und der Spielmannszug Rödemis hatten die zahlreich auf der Meile versammelten Besucher musikalisch schon gut angewärmt, als Krokusblütenkönigin Laura Kratochvil, Bürgervorsteher Peter Empen, Landrat Dieter Harrsen und der Sprecher der Werbegemeinschaft, Peter Cohrs, die Volksbank-Bühne auf der Schiffbrücke enterten. Einen Ehrengast aus Kiel gab es dieses Mal nicht, die Politiker waren alle im Urlaub – aber wirklich vermisst hat das wohl keiner.

Und da man nun so schön unter sich war, hielt Empen seine Eröffnungsrede denn auch gleich im heimatlichen Dialekt, auf Plattdeutsch. Kurz blickte er auf die Geschichte des Festes zurück, das 1982 klein begonnen und sich dann stetig weiterentwickelt hätte – „bis die Dame Hafentage zu dick für ihr Kleid geworden war und deswegen abspecken musste, um den ganz speziellen Charakter zu erhalten“. Und das so erreichte Format sei eben genau das richtige für die Besucher aus nah und fern.

Wie fern das sein konnte, wurde durch das offizielle Hafentage-T-Shirt bewiesen, das auf der Bühne kurz vorgestellt und beworben wurde – an diversen Verkaufsstellen der Stadt ist es für diejenigen erhältlich, die kundtun wollen, was der Höhepunkt des Sommers 2014 war. Das T-Shirt sollte demjenigen gehören, der am weitesten weg wohnte. Und nach diversen untauglichen Abfang-Versuchen von Hamburgern und Niedersachsen ging es an eine Thailänderin.

Wie immer war das Publikum, das sich dank des schönen Wetters dichter als sonst bei Eröffnungen auf der Meile drängte, mit kleinen Handzetteln versorgt worden, auf denen die Texte des Schleswig-Holstein-Liedes und des Liedes „Husum Ahoi“ standen. Und die Zettel wurden auch fleißig genutzt, als beide Lieder nicht nur von den geübten Stimmen des Shantychors, sondern von vielen hundert anderen vor der Bühne gesungen wurden. Ganz offenbar hatte Empen mit seiner Einschätzung des Gemeinschaftsgefühls richtig gelegen.

Landrat Dieter Harrsen wiederum nutzte die Gelegenheit, die Zahl von Einheimischen und Gästen ins Verhältnis zu setzen und darauf zu verweisen, dass dieses Verhältnis das beste in ganz Deutschland sei: „Der Kreis Nordfriesland ist der fremdenverkehrsintensivste überhaupt – nirgendwo sonst kommen statistisch gesehen so viele Touristen auf jeden Einwohner.“ Und der Wind in der Region treibe nicht nur die Mühlen tüchtig an, sondern kühle auch die Solaranlagen, was deren Ertrag steigere – „noch eine Besonderheit von Nordfriesland“, so Harrsen, dem man deutlich den Stolz auf „seinen“ Kreis anmerken konnte. Und so war er auch der richtige Mann, um die Eröffnung ganz offiziell zu vollziehen: Mit dem üblichen dreifachen Schlag der Hafentage-Glocke, die von der Bühnenüberdachung zu ihm heruntergelassen wurde – „Weil das ja viel einfacher ist, als den Landrat hochzuheben“, wie der Moderator trocken anmerkte.

Beim traditionellen Hafentage-Empfang des Commerziums und der Werbegemeinschaft im Schifffahrtsmuseum Nordfriesland im Anschluss an die Eröffnung bedankte sich Cohrs für die große Unterstützung aus der Region für die Hafentage. „Mok fast in Husum – dieses seit 33 Jahren bestehende Motto kann nur durch die Zusammenarbeit mit Politik und Verwaltung sowie die tatkräftige Unterstützung aus der Wirtschaft umgesetzt werden“, sagte er. In diesem „Traum-Sommer 2014“ werde wieder einmal deutlich, welche natürliche Attraktivität die Westküsten-Region ausstrahle. Doch es müsse auch kritisch hinterfragt werden, welchen Stellenwert der Tourismus eigentlich in Husum hat, nahm er den Ball auf, den der Landrat auf der Bühne gespielt hatte. „Die Region Nordfriesland insgesamt ist hoch attraktiv für den Fremdenverkehr, die Stadt selber hat aber touristisch gesehen zu wenig zu bieten“, beklagte er und untermauerte die Forderung der Wirtschaft nach einer Debatte über die Bedeutung des Fremdenverkehrs in Husum. Am Ende müsse die Erarbeitung einer Tourismuskonzeption stehen.

 

>Weitere Berichte zu den Hafentagen heute auf den Seiten 10 und 11.

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erstellt am 06.Aug.2014 | 22:00 Uhr

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