Tourismus in Husum : Günstige Hotels fehlen noch

Beliebt bei Touristen und Einheimischen: Der Husumer Hafen.
Beliebt bei Touristen und Einheimischen: Der Husumer Hafen.

Die Hälfte der Hotelbetten sind derzeit im Vier-Sterne-Bereich. Das Hotel Alte Graupenmühle soll nun Bedarf an preiswerteren Zimmern decken.

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23. Juli 2018, 10:00 Uhr

Husum | In den vergangenen Monaten drehten sich viele Diskussionen in Husum um Hotels: Wie soll es an der Dockkoogspitze weitergehen, wie in Schobüll? Und mit dem Hotel Alte Graupenmühle zwischen Bundesstraße 5 und Ostenfelder Straße steht ein Projekt schon direkt in den Startlöchern. Doch wie viel Hotel kann die Storm-Stadt überhaupt vertragen? Von welcher Kategorie gibt es genug und woran mangelt es vielleicht?

Im Stadtgebiet gibt es derzeit nach Informationen der Tourismus- und Stadtmarketing Husum GmbH (TSMH) elf Hotellerie-Betriebe – Hotels, Hotels garni und Gasthöfe – mit mehr als zehn Betten, insgesamt etwa 400 Zimmer mit 800 Betten. „Davon sind vier Hotels mit insgesamt 200 Zimmern und 400 Betten mit vier Sternen klassifiziert – die Hälfte aller Zimmer und Betten“, so TSMH-Chefin Jutta Albert. Weitere fünf Hotel-Betriebe mit 100 Zimmern und 200 Betten hätten nicht an der freiwilligen Sterne-Klassifizierung des Deutscher Hotel- und Gaststättenverbands (DeHoGa) teilgenommen, verfügen aber zum Teil ebenfalls über höherwertige Ausstattung. „Das entspricht einem Viertel aller Zimmer und Betten.“ Das letzte Viertel seien Hotels der Drei-Sterne-Kategorie.

Dazu kommen etwa 50 Betten im nicht von der Statistik erfassten privaten Beherbergungssektor, also in Übernachtungsbetrieben mit weniger als zehn Betten, so die TSMH-Chefin. Und die 173 Betten der Jugendherberge. „Die Zielgruppen dieser Betriebe sind aber nicht identisch mit denen klassischer Hotels, ebenso wie die Vielzahl der privaten Ferienwohnungen und Ferienhäuser.“ Insgesamt stünden 1300 gewerbliche Betten zur Verfügung – und privat schätzungsweise mindestens noch einmal die doppelte Anzahl.

Nach der Hotelbedarfs-Analyse sei in Husum die Zielgruppen der älteren und qualitätsbewussten Gäste überdurchschnittlich vertreten, die gerne den zusätzlichen Service von Vier-Sterne-Hotels in Anspruch nehmen, so Jutta Albert weiter. „Die für Husum wichtigen Zielgruppen Familien und Aktivurlauber übernachten überwiegend in privaten Ferienwohnungen oder -häusern.“

Die Tourist-Information registriere aber auch große Nachfrage nach preisgünstigen Unterkünften mit Frühstück, die von Radreisenden und Aktiv-Urlaubern, Durchreisenden und jüngeren Gästen für ein bis maximal zwei Nächte angefragt werden und lediglich der Übernachtung dienen sollen. „Und diese Nachfrage ist in Husum aktuell kaum zu bedienen, da entsprechende Unterkünfte im günstigen Preissegment kaum zur Verfügung stehen.“

Auch Geschäftsreisende würden häufig von ihren Firmen angehalten, den Preis für die Übernachtung niedrig zu halten. „Ein großer Teil der Geschäftsreisenden, die in Husum Station machen, kommt aus den Bereichen Vertrieb und Montage und sucht eine vor allem preisgünstige Unterkunft.“ Hier könne ein Haus im Preissegment der Zwei- bis Drei-Sterne-Kategorie, als das das Hotel Alte Graupenmühle angekündigt ist, das vorhandene Angebot ergänzen. „Im Rahmen der Wachstumsstrategie Husum-Tourismus 2025 wurde ja auch der Ausbau der Unterkunftskapazitäten im preisgünstigen Sektor als Entwicklungsziel angestrebt“, so Jutta Albert. Die Alte Graupenmühle soll über 71 Gästezimmer mit 142 Betten verfügen und wäre damit nach der Jugendherberge in punkto Bettenzahl der größte Beherbergungsbetrieb im Stadtgebiet. „Durch das Hotelprojekt wird der Osten Husums im Übergang zur Nachbargemeinde Mildstedt touristisch aufgewertet“, ist sie sicher.

Die künftigen Betreiber der Alten Graupenmühle wollen vor allem Durchreisende, preisbewusste Gäste, die einen zentralen Ausgangspunkt an der nordfriesischen Küste suchen, Geschäftsreisende – vor allem Monteure und Vertriebsmitarbeiter – und Busgruppen ansprechen. Für diese Zielgruppen dürften die Anbindung an die Bundesstraße und an die Messe Husum & Congress sowie das Preis-/ Leistungsverhältnis wichtige Kriterien bei der Buchungsentscheidung sein, glaubt Albert.


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