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Bauern unter zeitdruck : Güllegeruch statt Kaffeeduft

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Landwirte bringen sonntags möglichst keinen Dünger aus – aber die Lohnunternehmen kennen kein Wochenende. Auch Ostern ist daher mit strengen Gerüchen zu rechnen. Die meisten Klagen darüber kommen von Zugereisten.

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erstellt am 18.Apr.2014 | 12:00 Uhr

Ganz genau festlegen wollen sich die Meteorologen noch nicht, wie das Wetter an den Osterfeiertagen wird. Nach den bisherigen Vorhersagen ist beim Ostereiersuchen nämlich alles drin, vom strahlenden Sonnenschein bis zu Regenschauern. Nur der Trend steht fest: Es wird wärmer und es bleibt windig. Und bei dem vorhergesagten Wind aus nordwestlichen Richtungen kann während der Ostertage durchaus auch ein strenger Güllegeruch durch die Dörfer ziehen.

Thomas Hansen, Vorsteher des Amtes Viöl und selbst Landwirt in Sollwitt, betont, dass es eigentlich eine Art Absprache unter den Landwirten gibt, möglichst nicht an Sonntagen Gülle zu fahren. „Aber in diesem Jahr sieht es schlecht aus. Wir sind noch nicht mal mit dem Grünland fertig, es war einfach noch zu nass. Daher kann es durchaus vorkommen, dass auch an den Ostertagen Gülle gefahren wird“, sagt Hansen. Dabei betont er aber auch, dass die Selbstfahrer wohl nicht unterwegs sein werden, sondern nur die Lohnunternehmen, denn die hätten einen so vollen Terminkalender, dass sie es mit langen Ausbring-Pausen gar nicht schaffen würden.

Martin Hurst, Leiter des Ordnungsamtes Viöl, sagt auf Anfrage, dass er bislang eigentlich noch keine richtige Beschwerde wegen der Frühjahrsbestellung bekommen habe, weder wegen stark verschmutzter Straßen noch wegen der Geruchsbelästigung – aber das könne noch kommen. Auch sein Kollege vom Ordnungsamt in Mildstedt, zuständig für das Amt Nordsee-Treene, hat in jüngster Zeit noch keine offiziellen Beschwerden aufnehmen müssen. Thomas Magnussen sagt aber, dass nur ganz selten über den Geruch geklagt werde, viel häufiger über verschmutzte Straßen, die so genannte Bauernglätte. Bevor dann allerdings seine Behörde offiziell aktiv wird, werde erst beim zuständigen Bürgermeister angerufen, um den oftmals unbekannten Verursacher der Verschmutzung zu ermitteln. Der Gemeinde-Chef spreche dann im Regelfall den Landwirt an, der auch die Straße wieder säubert. Da es sich vorwiegend um Gemeindestraßen handele, könnte anderenfalls der Bürgermeister ein Unternehmen mit der Reinigung beauftragen und die Rechnung an den Landwirt weiterreichen, denn schließlich liege die Verkehrssicherungspflicht bei der Gemeinde. „Dann wird das richtig teuer“, so Magnussen. „Wer auf dem Land lebt, der weiß, dass Bauern auch am Sonntag arbeiten, also auch Gülle ausgebracht wird“, sagt Magnussen. Seiner Erfahrung nach klagen überwiegend Zugezogene über den Gestank. Die Geruchsbelästigung hat sich in den vergangenen Jahren vermindert, denn vielfach wird der Dünger mit Schleppschläuchen auf die Felder gebracht und dort gleich in den Boden eingearbeitet. Lohnunternehmen machen das in einem Arbeitsgang, so dass die üblen Gerüche kaum entweichen können.

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