Prämienmaskerade : Gülle, Bienen und Nordkorea

Das aufwendige Standbild der Freiwilligen Feuerwehr war eines der Publikum-Highlights.
1 von 4
Das aufwendige Standbild der Freiwilligen Feuerwehr war eines der Publikum-Highlights.

Die Prämienmaskerade in Nieblum war ein voller Erfolg.

von
05. Februar 2018, 18:05 Uhr

„Bitte demaskieren“ – erleichtert tauchen zehn purpurrote Gesichter unter ihren Masken auf, als Wehrführer Kai Nissen das erlösende Zeichen gibt. Eine Stunde lang hatten die Darsteller der jüngst veranstalteten Prämienmaskerade in Nieblum unter ihren Kostümen ausgeharrt und auf das Ergebnis der Publikumsjury gewartet.

Ob das aktuelle Regen- und Gülleproblem, die Suche der Feuerwehren nach neuen Mitgliedern oder Trump und Kim Jong Uns Raketen – neben insularen beherrschten auch weltpolitische Themen die Lauf- und Standmasken. Manche wurden sogar doppelt besetzt: darunter die „Wir brauchen Dich“- Aktion der Freiwilligen Feuerwehr und die überproportionalen Niederschläge der vergangenen Monate. An den Pranger gestellt wurden die Diesel-Schadstofftests der Autohersteller an Affen. Ihr Fett weg bekamen auch die Gemeindearbeiter. Eine Standmaske thematisierte die nicht verräumten Strandkörbe, die nach dem Orkan „Sebastian“ im vergangenen Herbst in der Nordsee herumtrieben. Schließlich war auch ein umweltpolitisches Thema vertreten: Eine Biene und ein laufender Bienenstock machten auf das akute Bienensterben aufmerksam.

„Die Darsteller haben top aktuelle Themen gewählt und waren sehr kreativ“, sagt Amtswehrführer Hauke Brett. Insgesamt 370 Besucher begutachteten die aufwendigen und mühevoll gestalteten Kostüme.

Bei den Laufmasken galten im Laufe des Abends die Bienen und das Gülle-Thema bereits als Favoriten: „Obwohl alle Themen total aktuell sind, stechen diese Kostüme besonders heraus“, stellt die Besucherin Leonie Junge fest. Und so sollte es dann auch sein: Als Sieger ging die Laufmaske des Bienensterbens hervor. Der zweite und dritte Platz fügte sich nach realen Gegebenheiten: Auf den zweiten Platz kamen die hohen Niederschläge, gefolgt vom Gülle-Problem der Landwirte. Auf dem vierten Platz landete der Abgas-Test an Affen, auf dem fünften die Feuerwehr-Aktion, die von Ellen Hansens Team dargestellt wurde und gleichzeitig für das leibliche Wohl sorgte.

Bei den Standmasken war es genau umgekehrt: Hier konnte Kai Nissen dem Bild der Feuerwehr-Aktion zum Sieg gratulieren. Da es einen Punktegleichstand auf dem zweiten Rang gab, entschied eine Münze zu Gunsten der Truppe, die Nieblums Gemeindearbeiter auf die Schippe genommen hatten. Das Bild der Regenproblematik fiel damit auf Platz drei, gefolgt von Trump und dem Korea-Konflikt sowie dem Oevenumer Weihnachtsmarkt.

„Letztes Jahr haben wir zum ersten Mal mitgemacht und wurden Dritter, das wollten wir dieses Jahr besser machen“, erzählt eine der drei stolzen Gewinnerinnen der Standmasken, Emilia Marienfeld, „Es war aber auch anstrengend, meine Beine und Arme zittern immer noch“, berichtet die junge Teilnehmerin.

Etwa 20 Stunden hatten sie und ihr Team an der Standmaske gearbeitet. Die Gruppe von Christina Clausen, die in ihrer Maske die Niederschläge thematisierte, hatte zwei Wochen zuvor mit der Gestaltung begonnen. „Wir haben sogar die Original-Pumpe und Binsen von der Meere geholt“, berichtet die Nieblumerin.

Der Maskenbewertung und dem anschließenden Abbau schloss sich der festliche Teil des Abends an. Bei Musik von Arne und Frank wurde bis in den Morgen getanzt. Zur Stärkung gab es Currywurst-Pommes und Grünkohlsuppe. Kai Nissen zieht ein positives Resümee für seine erste Maskerade als Wehrführer: „Es ist alles reibungslos abgelaufen. Besonders gefreut hat mich, dass so viele junge Leute mitgemacht haben, das gibt mir Zuversicht fürs nächste Jahr.“

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen