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Rückzugsort für Schüler : Grundschule soll attraktiver werden

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Leiter der Schule am Ostertor mit Förderzentrumsteil in Tönning möchte einen Rückzugsort für betreute Schüler auf dem Schulhof schaffen. Die Bürgermeisterin will dafür Fördermittel einwerben.

Manchmal haben kleine Ursachen große Wirkungen. Die schlichte Nachfrage von Stefan Runge (SPD), Mitglied im Gremium des Schul- und Sportausschusses der Stadt Tönning, löste in der jüngsten Sitzung eine emotionale Diskussion aus. Er wollte im Rahmen der Haushaltsberatungen der Schulen für 2016 vom neuen Leiter der Schule am Ostertor, Grundschule mit Förderzentrumsteil der Stadt Tönning, Felix Müller-Veerse, wissen, wie die angesetzte Position von 25  000 Euro für eine Schulhofgestaltung zu Stande kommt. „Wir haben den Betrag zunächst geschätzt als Ansatz eingestellt, weil wir noch kein Konzept haben. Das Ergebnis erarbeiten wir in einer Gruppe“, klärte dieser auf. Es gehe um die Umgestaltung einer hinter der Schule derzeit ungenutzten Rasenfläche von rund 220 Quadratmetern. Sie soll insbesondere künftig im Rahmen der Offenen Ganztagsschule für den Rückzug von betreuten Schülern sowie Kindern aus dem Teil des Förderzentrums genutzt werden. Ob das angesichts des relativ großen Schulhofes nötig sei, hinterfragte Friedrich Busch (CDU). Man dürfe angesichts der finanziellen Situation der Stadt den Spargedanken nicht außer Acht lassen.

Die besagte künftige Schulhoffläche liege, so der Schulleiter, geschützt und eigne sich sehr gut zur Beaufsichtigung. „Wenn wir ein Konzept gehabt hätten, wäre die voraussichtliche tatsächliche Summe natürlich eingestellt worden. Ich bitte um Verständnis. Wir werden auch Fördermittel einwerben“, betonte Bürgermeisterin Dorothe Klömmer. Sie regte daher an, die Position zunächst mit einer Haushaltssperre zu versehen. „Damit kann ich leben“, erklärte Hauke Schmidt (AWT). Grundsätzlich befürworte er das Vorhaben zum Wohle der Kinder. Andreas Berg (SSW) fand die Diskussion unangebracht. „Kann man nicht die Leute erst mal arbeiten lassen. Die Haushaltssperre ist doch ein Hemmschuh. Wir reden sonst über ganz andere Summen“, erklärte er. Fraktionskollege Horst-Werner Knüppel widersprach. Die Haushaltssperre sei nur eine Vorgabe, mit der gearbeitet werden könne. Mit acht Ja-Stimmen, einem Nein sowie einer Enthaltung wurde der Posten mit einer Haushaltssperre abgesegnet.

Die weiteren Ansätze gaben keine Veranlassung zu Beanstandungen. Sie sind bis auf geplante bauliche Unterhaltungsmaßnahmen nicht wesentlich vom Vorjahr abgewichen. Das Lehrerzimmer soll erweitert werden, weil es auch von zwölf Förderzentrumskollegen genutzt wird. Dazu bietet sich die danebenliegende Bibliothek an. Ein Durchbruch ist geplant. „Ich habe seit meinem Arbeitsbeginn eine tolle Schule mit engagierten Kollegen vorgefunden“, erklärte Müller-Veerse. Des aus bisher drei Teilen neu entstandene Förderzentrum für das südliche Nordfriesland laufe gut. Die Kollegen betreuen sieben Grundschulen und zehn Kindertagesstätten. 164 Grund- und 15 Förderschüler besuchen die Einrichtung.

Auch die neue Schulleiterin der Eider-Treene-Schule (ETS), Gemeinschaftsschule mit Oberstufe der Stadt Tönning mit Außenstelle Friedrichstadt, Stephanie Heß, berichtete von einem guten Einstieg. 41 engagierte Kollegen, davon 14 mit Oberstufen-Lehrberechtigung, stehen ihr zur Seite. Die aktuelle Schülerzahl beträgt 868. Davon besuchen 339 die Zweigstelle in Friedrichstadt. Zum 1. Februar 2016 hat das Land Schleswig-Holstein eine Schulassistenz-Stelle für Tönning ausgeschrieben. Der von ihrem Stellvertreter Marc Harslem erläuterte Haushaltsplan mit wenigen Abweichungen wurde einstimmig abgesegnet.

Die Stadt-Chefin verkündete, dass der zweite Bus für die Beförderung der Schüler aus Dithmarschen zu einem „Schnäppchenpreis“ von 80  000 Euro erworben werden konnte. 100  000 Euro hatte das Stadtparlament bewilligt (wir berichteten). Damit könne der Bedarf von 73 Schülern abgedeckt werden. „Ich bin weiter an einer ÖPNV-Lösung dran“, erklärte Klömmer. Sie erwarte Unterstützung von Landrat Dieter Harrsen. Die betroffenen Eltern wollen am 3. Dezember vor dem Kreistag in Heide demonstrieren. Sie werden sich auf die freie Schulwahl berufen. Egal wie es ausgehe, so Stefan Runge, es sei gut, dass der Bus angeschafft wurde.

Möglicherweise sei ein Jugendzentrum nicht nur gut für eine ganztägige Betreuung bis 17 Uhr geeignet, so der Ausschussvorsitzende, Jan-Hendrik Deharde, weil es in Strandnähe liegt, sondern weil auch genügend Spielmöglichkeiten vorhanden sind.












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