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Projektwoche in Drelsdorf : Grundschüler reisen ins Mittelalter

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Für die Kinder der Lüttschool Drelsdorf-Joldelund ging es im Rahmen einer Projektwoche in die Zeit zwischen dem 6. und 15. Jahrhundert. An 16 Stationen konnten sich die rund 190 Schüler versuchen.

Emsiges Treiben in allen Klassenräumen, der Küche und auf den Fluren des Schulgebäudes: An 16 Stationen konnten die etwa 190 Schüler der Lüttschool Drelsdorf-Joldelund durch Aktionen oder durch theoretischen Unterricht einen Zeitsprung in die Ära des Mittelalters wagen. Das dreitägige Projekt hatten alle Lehrkräfte im Team entwickelt und unter der Leitung von Musiklehrerin Gesa Krause organisatorisch umgesetzt. Auch einige Eltern unterstützten die Aktionen. Weil das Domizil am Standort Drelsdorf sehr viel mehr Platz bietet, wurden die Kinder der Zweigstelle Joldelund täglich mit dem schuleigenen Bus zum Lern- und Erlebnisort in die benachbarte Gemeinde gefahren.

Die Welt der Ritter, Burgen und Schlösser habe, so die Fachlehrerin, schon Generationen bis in die heutige Zeit hinein fasziniert. Die Mittelaltermärkte zeugten zudem davon, dass sich noch immer viele Menschen mit der Epoche zwischen dem Ende der Antike und dem Beginn der Neuzeit (6. bis 15. Jahrhundert) beschäftigen – teilweise sogar identifizieren. „Das Thema fanden wir alle spannend. Im Mai werden wir dann mit den Kindern Schloss Gottorf besuchen. Da gibt es eine hervorragende Ausstellung zum Thema“, schwärmt Schulleiterin Britta Ehler.

Fragen über Fragen hatten die Schüler zur Projektwoche mitgebracht. Wie lebten die Menschen damals? Was aßen sie? Wie schrieben sie? Wo wohnten sie? Die Antworten zu all diesen Themen erarbeiteten sie unter Anleitung der Lehrkräfte selbst. Alte Bauerntänze oder solche der damaligen, feineren Gesellschaft studierte die Musiklehrerin ein. Unter der Leitung von Britta Ehler entwarfen die Kinder eigene Wappen. Dabei lernten sie die Bedeutung der Farben und Symbole kennen. Wappen, so Ehler, habe damals jede Familie gehabt und sie erzählten Geschichten.

„Ich habe eine Windmühle gemalt, weil ich die toll finde in unserer Landschaft. Die Kirche gehört auch dazu, da gibt es Frieden. Und die Lanze gibt mir Schutz“, erläuterte der Viertklässler Bela seine Arbeit. Der stellvertretende Schulleiter Christoph Schmidt zeigte, dass auch schon damals ähnliche Gesellschaftsspiele an der Tagesordnung waren wie heutzutage. Würfel- und Brettspiele der damaligen Zeit machten den Kinder besonders Spaß. Und auch die Esskultur galt es zu entdecken. Unter der Regie von Schulsozialarbeiterin Katharina Laske sowie den Müttern Dörte Christiansen und Tanja Jensen ging es beim Kochen oder Backen im wahrsten Wortsinn heiß her. Gerichte aus Getreide und natürlich selbst gebackenes Brot zählten zu den Grundnahrungsmitteln. So durften sich die Kinder im Getreidemahlen ausprobieren und lernten Kräuter kennen, die sie dann verarbeiteten.

Außerdem wurden die Kinder in die Geheimnisse des Herstellens von Schmuck, Filzen diverser Utensilien, wie Gürteltaschen oder Glücksbringer, und das Schöpfen von Papier eingeweiht. Selbst den Einblick in das Klosterleben bekamen die jungen Forscher. Vikar Jonas Löffler aus Joldelund erzählte sehr lebendig darüber und zeigte, wie mit Feder und Tinte ganze Bücher abgeschrieben wurden. Die Kunst des Buchdrucks gab es schließlich noch nicht. „Nur fünf Prozent der Menschen konnten überhaupt schreiben. Die Nonnen und Mönche verbrachten täglich viele Stunden damit“, so Löffler. Einige der Kinder seien regelrecht in ihrer Schreibwelt versunken gewesen, erzählt er. „Ich finde das Schreiben mit der Feder cool. Eben habe ich einen Bibelspruch abgeschrieben“, verriet nicht ohne Stolz Linus aus der dritten Klasse. „Wir sind sehr zufrieden mit den Kindern und ihren Ergebnissen. Praktischer Unterricht ist eben immer gut“, so das einmütige Fazit von Lehrerin Gesa Krause.

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