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„Blutgasse“ : Groteske nicht nur zum Schmunzeln

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Das Husumer Experiment-Theater präsentiert ein neues Stück: „Blutgasse“ ist eine Satire auf Hitler und lehnt an ein Werk George Taboris an.

Die neue Inszenierung des Experiment-Theaters trägt den Titel „Blutgasse“ und ist eine Satire, die in die Obdachlosen-Jahre des jungen Adolf Hitlers führt. Das Stück basiert auf George Taboris „Mein Kampf“, der bereits zu den Klassikern des deutschen Theaters gehört.

Als Adolf Hitler (gespielt von der sehr wandelbaren Anja Domeyer) in einem Wiener Wohnheim für Männer in der „Blutgasse“ unterkommt: mittellos und ohne Zukunftsaussichten, lernt er dort den jüdischen Bibelverkäufer Schlomo Herzl (Martin Walter) kennen. Dieser nimmt sich der hoffnungslosen Gestalt, die keinen Platz in der Welt findet, an. Mitbewohner Lobkowitz (Thorsten Thomsen) warnt ihn vor dem jähzornigen jungen Mann, doch Schlomo hat ein gutes Herz und unterstützt Hitler in seinem Bestreben, Student an der Kunstakademie zu werden. Er macht aus dem jungen Hoffnungslosen einen selbstbewussten Mann – oder anders gesagt: Der Jude Schlomo macht Hitler erst zu dem, der er ist. Dieser zeigt sich natürlich nicht dankbar, selbst als der Tod kommt (Johanna Laage), um Hitler zu seinem Handlanger zu machen, ist Schlomo da, um Hitler zu schützen.

Mit dieser Satire beschäftigt sich die Husumer Amateur-Theatergruppe seit Februar. „Als wir mit den Proben begannen, wussten wir nicht, wie aktuell unser Stück sein würde. Dass es wieder Menschen geben würde, denen man heute zutrauen könnte, Hitler zu wählen und ihn möglich zu machen, erschreckt uns alle”, so Regisseur Benno Schepp. Umso wichtiger sei es, sich die Anfänge Hitlers und seines Gedankengutes noch einmal anzuschauen, um aktuelle Tendenzen entlarven zu können. Und Hauptdarsteller Martin Walter ergänzt: „Der Herzlosigkeit jener Zeit konnte der Jude Schlomo nichts entgegnen, aber wir können heute das Gegenteil beweisen und zumindest anständig mit Flüchtlingen umgehen!” Das Experiment-Theater setzt also mit dieser Inszenierung auch ein Zeichen und hofft auf die Unterstützung seines Publikums, das ihm bereits seit mehr als 20 Jahren die Treue hält.

In weiteren Rollen sind Mareike Höfer, Silke Jahn, Jennifer Walch, Tanja Stadel, Maria Laage, Momme Rohde, Janine Hansen und Niklas Drum zu sehen. Zum Regie-Team gehören neben Benno Schepp, der das Stück für das Experiment-Theater dramaturgisch bearbeitet hat, Andrea Marcussen und Gabriele Jäger.

Zunächst wird es nur zwei Vorstellungen geben, nämlich am 2. und am 3. Oktober im Nordsee-Congress-Centrum, von jeweils 20 Uhr an. Der Kartenvorkauf läuft über die Buchhandlung Liesegang in Husum.

Natürlich bereitet sich das Experiment-Theater auch schon wieder auf eine Silvester-Komödie vor. In diesem Jahr handelt es sich um das Stück „Habemus Papam“. Ein New Yorker Taxifahrer entführt den Papst und bringt seine Familie damit in größte Schwierigkeiten. Ob und wie er da wieder herauskommt und zu was für Verwicklungen das alles führt, erfahren alle zu Silvester.

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erstellt am 25.Sep.2015 | 15:00 Uhr

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