Straße nach Ostenfeld : Großfeuer: 180 Rundballen brennen bei Mildstedt

Ein Bagger zieht die Rundballen auseinander, damit die Feuerwehr an versteckte Glutnester herankommen kann.

Ein Bagger zieht die Rundballen auseinander, damit die Feuerwehr an versteckte Glutnester herankommen kann.

Die Löscharbeiten in der Nacht zu Sonnabend dauern Stunden, die Wasserversorgung gestaltet sich als äußerst schwierig.

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19. Januar 2020, 09:28 Uhr

Mildstedt | Greller Feuerschein erhellte die Nacht zu Sonnabend in der Nähe von Mildstedt - und war auch noch in weiter Entfernung deutlich zu sehen. An der Landesstraße 37 Richtung Ostenfeld brannten rund 180 Rundballen lichterloh.

Meterhohe Flammen

Der Alarm für die Mildstedter Feuerwehr kam um 1.26 Uhr und verhieß nach Mitteilung des Mildstedter Wehrführers Holger Funk zunächst „Feuer klein“.  Angesichts der bereits von Weitem erkennbaren meterhohen Flammen ließ der Wehrführer noch auf der Anfahrt die Einsatzstufe auf „Feuer groß“ erhöhen.

Daraufhin rückten zum zuerst eingesetzten Löschfahrzeug auch die drei übrigen Einsatzfahrzeuge der Mildstedter Feuerwehr aus. Die ersten Einsatzkräfte trafen um 1.35 Uhr an der Einsatzstelle ein, die außerorts lag.

Kein Löschwasser

„Die Einsatzstelle befand sich vollständig unter Vollbrand“, berichtet der Wehrführer. Das größte Problem an der Einsatzstelle: Es war keinerlei Wasser vorhanden. Eilig wurden aus Hattstedt-Wobbenbüll und Husum weitere Feuerwehren alarmiert. Das Großfeuer konnte nur durch Atemschutzgeräteträger angegangen werden.

In einem ersten Anlauf wurde versucht, Wasser aus einem etwa 800 Meter entfernten Hydranten im Naturerlebnisraum Mildstedter Tannen zu bekommen. Doch das Vorhaben misslang und musste abgebrochen werden. Längst war die L 37 voll gesperrt, Rettungswagen und Streifenwagen an der Einsatzstelle eingetroffen.

1000 Meter Schläuche verlegt

In einem neuen Anlauf verlegten die Einsatzkräfte nun gut 1000 Meter Schläuche zum nächstgelegenen Hydranten am Ortseingang von Mildstedt. Dies gestaltete sich als äußerst schweißtreibende Arbeit, denn es mussten mehr als 50 je 20 Meter lange und dicke Schlauchstücke aneinandergekuppelt werden.

Damit an der Einsatzstelle dann auch tatsächlich genügend Wasserdruck ankam, mussten Feuerwehrfahrzeuge mit Pumpen „dazwischen-geschaltet“ werden. Doch auch dies bescherte keine ausreichende Menge an Wasser.

Wassertransport im Güllewagen

Eilig wurden im nächsten Anlauf nun drei Landwirte alarmiert, die mit drei Güllewagen im Pendelverkehr zur nächsten größeren und offenen Wasserstelle in Schwesing-Bahnhof fuhren.

Dort pumpten sie aus der Aue Wasser ab. Dieser Pendelverkehr bescherte mit jeder neuen angelieferten Fuhre 25.000 Liter Wasser. Der Wassertransport wurde über Stunden hinweg fortgesetzt, während das Feuer immer wieder hoch aufloderte.

75 Einsatzkräfte vor Ort

Als weitere Maßnahme wurde ein großer Kettenbagger der Firma Gerd Paulsen aus Ostenfeld herbeigeschafft und eingesetzt. Dieser zog das Stroh auseinander, damit die Feuerwehrkräfte unter schwerem Atemschutz löschen konnten. Vor Ort waren mittlerweile 75 Einsatzkräfte. Die Feuerwehr hatte leistungsstarke Strahler aufgestellt, Stomgeneratoren liefen pausenlos.

Im Laufe des Einsatzes klinkte sich die Husumer Feuerwehr aus, um die Einsatzbereitschaft für die Region Husum, Hattstedt und Mildstedt wieder herzustellen. Erst gegen 7 Uhr konnten die Feuerwehrleute ihre Arbeit beenden. Verletzt wurde bei dem Feuer niemand. Die angrenzende Landstraße war auch am Morgen zunächst noch aufgrund von Verschmutzungen gesperrt.

Belohnung ausgesetzt

Die Polizei schließt Brandstiftung als Ursache nicht aus und hat die Ermittlungen aufgenommen. Der Sachschaden wird auf mehrere tausend Euro geschätzt. Die Feuerwehr teilte mit, dass der Eigentümer für Hinweise eine Belohnung von 1000 Euro ausgesetzt hat. Hinweise nimmt die Polizei unter 04841/8300 entgegen.

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