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Feuerwehr-Überraschung : Großer Bahnhof zum Abschied: „Danke Uwe!“

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Uwe Clausen wusste nichts von seinem Glück: Mit einer großen Überraschungs-Feier in der vollbesetzten Gardinger Dreilandenhalle verabschiedete der Kreisfeuerwehrverband Nordfriesland seinen langjährigen Geschäftsführer.

Alles was Rang und Namen hat in den nordfriesischen Feuerwehren war eingeweiht. Nur derjenige, der in Garding verabschiedet werden sollte, ahnte lange Zeit nichts davon: Uwe Clausen – 31 Jahre lang Geschäftsführer des Kreisfeuerwehrverbandes Nordfriesland – erfuhr erst 45 Minuten zuvor von der großen Abschiedsfeier, als er per Feuerwehrauto daheim in Immenstedt abgeholt wurde. Ziel war die vollbesetzte Dreilandenhalle, wo es einen langen, aber kurzweiligen Abend mit Beiträgen des Feuerwehrmusikzuges Eiderstedt gab.

Uwe Clausen (Jahrgang 1953) hatte mehr als drei Jahrzehnte lang als Geschäftsführer die Fäden „in Sachen Feuerwehr“ sprichwörtlich in der Hand gehalten. Umsichtig und „dabei nie im Mittelpunkt stehend“, so Kreiswehrführer Christian Albertsen, hatte er Übungen, Feste, Prüfungen, Lehrgänge sowie Ausflüge organisiert und bei der Umsetzung begleitet. Bei der Feuerwehrkameradschaft der Ehemaligen war er ebenso dabei wie bei den Auslandsfahrten der Jugendfeuerwehren ganz gleich, ob sie in die Tschechische Republik, die Niederlande oder nach Schweden führten. Den Wehrführern und aktiven Einsatzkräften war er stets ein kompetenter Ansprechpartner, so Albertsen, seinen Mitarbeitern ein „fürsorglicher Chef“. Diese und andere Details und Anekdoten kamen beim 45-minütigen mit Leinwand-Fotos unterstützten Rückblick zutage. Und immer wieder signalisierte Albertsen am Mikrofon „Danke Uwe!“. Wiederholt gab es spontanen Beifall.

Bei 134 Feuerwehren und 54 Jugendfeuerwehren in Nordfriesland kommt einiges zusammen – an Ereignissen aber auch an Namen: Die vom Kreisbrandmeister vorgetragene Gästeliste war lang – Wegbegleiter und Kollegen aus dem ganzen Land waren ebenso angereist wie Ehren-Landesbrandmeister Uwe Eisenschmidt, viele Stadt- und Gemeindewehrführer, Ehrenpräsident Hinrich Struve, Kreispräsident Heinz Maurus, Mitarbeiter der Kreisverwaltung sowie der Chef der zentralen Leitstelle Nord in Harrislee, Achim Hackstein.

Nordfrieslands Kreispräsident Heinz Maurus würdigte anhand der Einsatzlage 2013 dabei noch einmal die Bedeutung der Wehren: „Von 2403 Einsätzen betrafen 1714 die technische Hilfe und 364 Brände. Das Aufgabenspektrum hat sich enorm erweitert.“

Für die Mitarbeiterschaft präsentierte Jürgen Jensen „bis dahin nicht bekannte Details“ derart anschaulich, dass manche seiner Worte in lauten Lachsalven untergingen. So zog er neben dem Abschiedsgeschenk auch jene noch immer halbvolle 1,7-Liter-Klebstoff-Flasche aus seiner Arbeitstasche, die sein ehemaliger Chef ihm „nach der Bitte um etwas Klebe“ überreicht hatte. „Großeinkauf spart Geld“, das sei eine der Devisen von Uwe Clausen gewesen – ganz gleich, ob es dabei um die Anschaffung von Druckerpapier oder eben Klebstoff ging.

Lang war die Rednerliste – und alle hatten Abschiedsgeschenke für den schon in der Vergangenheit mehrfach Ausgezeichneten mitgebracht – Blumen für Ehefrau Karen, einen Gutschein für einen Flug im Heißluftballon „über das Gebiet deiner Feuerwehren“, Süßes und „Flüssiges“.

Der scheidende Geschäftsführer zeigte sich von der Veranstaltung „tief berührt“. Uwe Clausen: „Ich bin außerordentlich beeindruckt, wer alles gekommen ist – Feuerwehren aus allen Regionen Nordfrieslands und Teilnehmer aus dem ganzen Land. Von der gesamten Planung habe ich überhaupt nichts mitbekommen – das ist diesmal wirklich hinter meinem Rücken passiert“.

Sein Nachfolger im Amt des Geschäftsführers ist Hauptbrandmeister Jan Erik Jessen aus Drelsdorf – er hatte an den geheimen Vorbereitungen kräftig mitgewirkt.

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