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Rektor nun Rentner : Großer Bahnhof für den Schulleiter

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Grundschule Ohrstedt verliert nach knapp 25 Jahren ihren Chef. Herbert Schmidt wurde vom Kollegium, Schülern und Weggefährten mit einem abwechslungsreichen Programm in den Ruhestand verabschiedet.

Nach fast 25 Jahren wurde der Schulleiter der Grundschule Ohrstedt Herbert Schmidt in einer großen Feierstunde verabschiedet. Hierzu hatten sich die Schulkinder mit einem abwechslungsreichen Programm bestens vorbereitet. „Wenn ich einmal Schmidt wäre“, lautete humoristisch präsentiertes Lied, in dem auf das Leben und Wirken des Schulleiters eingegangen wurde. Aber auch zahlreiche Redner, Schulgefährten und Kollegen stellten ihm ein tadelloses und vorbildliches Zeugnis aus. „Du gehörst zu den wertvollsten Menschen, die ich kennen gelernt habe“, bezeugte zum Beispiel Hausmeister Uwe Kneesch. Und Klaus Rainer Becker rief seinem Freund zu: „Wirf den Stundenplan beiseite, auf die Fremd- folgt die Selbstbestimmung.“

Auch Otto Hadenfeldt gehörte zu den zahlreichen Gästen, die Schmidt vom Berufs- ins Rentnerleben begleiten. „Willkommen im Club der ehemaligen Schulleiter.“ Zudem verabschiedete sich die Lehrerschaft eindrucksvoll. „Mit Herbert Schmidt verlasse eine Institution das Schulschiff.“

Selbst Pastor Jürgen Kaphengst erinnerte sich Situationen und Begebenheiten. „Sie gaben mir einen Tipp, der mich bis heute begleitet: „Habe den Mut, etwas liegen zu lassen, vieles erledigt sich von selbst.“ Am 1. August 1990 kam Herbert Schmidt zur damals noch Grund- und Hauptschule nach Ohrstedt. „Vier Lehrer hatten sich auf die Stelle beworben“, berichtete Schulverbandsvorsteher Udo Lohr. In einer Marathonsitzung habe sich der Wahlausschuss für Herbert Schmidt entschieden. Allerdings sei die Situation damals ziemlich holprig gewesen, konstatierte Schmidt. Damals habe noch die Residenzpflicht gegolten. „Ich hatte zwar mit meiner Frau darüber gesprochen und wir wurden uns einig darüber, dass wir nach Ohrstedt ziehen würden.“ Doch während der Wahlausschuss noch beriet, besann er sich eines anderen und platzte in die noch laufende Beratung rein. „Wenn die Residenzpflicht weiter gilt, ziehe ich meine Bewerbung zurück“, hat er damals dem 20-köpfigen Gremium zugerufen. Und damit habe er das Thema innerlich abgeschlossen und sei im Begriff gewesen, nach Hause zu gehen.

Doch dann sei er plötzlich vom Vorsitzenden des Ausschusses zurück gepfiffen worden. „Wo wollen sie den hin, so geht das nicht, wir haben uns für sie entschieden“, bekam er zu hören, womit er nicht gerechnet hatte. Schmidt gestand aber auch ein, dass er viel Glück während seiner gesamten Wirkungszeit in Ohrstedt hatte. „Ich hatte ein Kollegium und Eltern, Sekretärinnen, Hausmeister sowie Raumpflegerinnen, Schulsozialarbeiterinnen und Mensapersonal sowie einen gut aufgestellten Schulverbandes“, lobte Schmidt. „Wir gemeinsam haben eine gute Arbeit geleistet, und dafür bin ich jedem einzelnen sehr dankbar.“

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