Konzerte unter Palmen : Großer Auftritt in Brasilien

Ein Höhepunkt des vergangenen Jahres war das Musikfest in Hattstedt mit mehr als 1000 Spielleuten.
Ein Höhepunkt des vergangenen Jahres war das Musikfest in Hattstedt mit mehr als 1000 Spielleuten.

Junge Musiker des Spielmannszugs Hattstedt fahren zur Weltmeisterschaft der Spielleute in Sao Paulo. Sie findet dort vom 27. Juli bis zum 5. August statt. Die Vorbereitung darauf ist eine der Aufgaben des neuen Vorsitzenden Ralf Hansen.

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13. März 2014, 13:00 Uhr

Nicht leicht fiel dem ersten Vorsitzenden des Spielmannszugs Hattstedt, Marco Lange, sein sehr persönliches Statement. „Ich möchte meine Aufgaben abgeben und künftig nicht mehr als Häuptling, sondern als Indianer für euch da sein“, erklärte er in der Jahresversammlung. Vor allem fordere ihn sein Beruf. Auch privat habe er seiner Frau viel Zeit für die Vorstandsarbeit wegnehmen müssen. „Ich bin praktisch im Verein groß geworden. 80 Prozent meiner Freunde habe ich hier kennengelernt, auch meine Frau. Unser Trauzeuge ist hier auch aktiv. Die Jugendarbeit hat bei mir im Mittelpunkt gestanden und sie hat mich geprägt. Ich bin stolz auf euch alle“, so Lange weiter. Die zehnjährige Vorstandsarbeit habe ihm Spaß gemacht. Vieles sei erreicht worden. Daher falle ihm die Entscheidung auch nicht leicht.

Zu seinem Nachfolger wählten die Mitglieder mehrheitlich den bisherigen zweiten Vorsitzenden, Ralf Hansen. Dessen Platz nahm laut einstimmigem Votum Rune Quint ein. Auch Schriftführer Holger Renken gab sein Amt ab. Nils Knaack übernahm es nach einstimmiger Wahl. Zur neuen Kassenwartin wählten die Mitglieder Andrea Paul. Sie löste damit Sebastian Madej ab. Neue Beisitzerin wurde für Peter Matthiessen Marion Starken, neuer Beisitzer Gerd Quint. Der soll hauptsächlich die neue Kassenwartin unterstützen. Wiederwahl hieß es für Jugendwartin Melanie Falten. Lange wünschte dem neuen Vorstand viel Erfolg und appellierte: „Gebt ihnen Zeit, sich einzuarbeiten.“ Die ausgeschiedenen Vorstandsmitglieder verabschiedete er mit Präsenten. Herausragende Ereignisse waren, so blickte er zurück, das Internationale Musikfest mit mehr als 1000 Spielleuten aus 30 Vereinen und sieben Nationen auf dem Mikkelberg. Drei internationale Jugendbegegnungen, zwei in Hattstedt und eine in Italien, waren weitere Höhepunkte. Im Herbst wird anlässlich des 30. Geburtstages gefeiert und die Spielleute des ersten Zuges werden bei der Weltmeisterschaft 2014 vom 27. Juli bis 5. August in Sao Paulo / Brasilien dabei sein. Dafür hatten sie sich im vergangenen Jahr beim Deutschen Musikfest in Chemnitz qualifiziert. In Kürze wird es einen Informationsabend für die Eltern geben.

Unzählige Übungsstunden und Freizeitangebote nutzten die jungen Musiker für Weiterbildung und Geselligkeit. Viele Ehrungen nahm der Noch-Vorsitzende Lange zudem vor. Zehn Jahre im Verein sind Gotje Hansen, Mareike Martinsen, Dominik Renken, Julika Voss, Jennifer Hentschel, Peter Matthiessen. 25 Jahre: Svenja Post, Ann-Kathrin Hegemann-Bender und Kurt Hegemann. Als beste Nachwuchsspielerin durfte Kristina Wolff auf das „Treppchen“. Mit dem goldenen Notenschlüssel wurden Jeremy Makoben, Leon Müller, Vanessa Müller, Jorge Hansen, Hendrik Steen, Hannes Steen, Thies Riekmann, Mareike Paul, Lukas Rathmann, Bent Winther, Thyra Saß, Desiree Saß, Akosua Rosenbach, Franciska Rosenbach, Jana Alina Madej, Jelva Hansen, Merve Hansen, Las Ballschmider, Line Rathmann, Ida Schlein, Mirja Klein, Kristina Wolff, und Pia Westphal, ausgezeichnet. Die goldene Flöte gab Vorbesitzerin Nicole Falten an Julika Voss ab. Sie wird für herausragendes soziales Engagement verliehen.

Bürgermeister Ralf Heßmann lobte: „Ihr seid die Visitenkarte Hattstedts. Im Verein wird gute Jugendarbeit gemacht.“ Ute Babbe, Vorsitzende des Kreisjugendringes, dazu: „Wir haben ein Recht auf Jugendarbeit. Demokratie lernt man im Verein, nicht in der Schule.“ Es sei gut, dass einige Bundesländer in ihrer Schulpolitik zurückrudern. Es sei nicht sinnvoll, die Schüler bis in den Nachmittag hinein zu unterrichten und sie danach noch Hausaufgaben machen zu lassen. Sie sollten besser die Möglichkeit haben, ihre Talente in den Vereinen auszuleben.

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