Hude : Große Verantwortung für ein Dorf

Gemeinde Hude übernimmt den Brandschutz auch für die Gemeinden Fresendelf und Süderhöft.

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02. April 2013, 08:36 Uhr

Hude | Kleine Gemeinde ganz groß: Bei 190 Einwohnern hält die Glockenberg-Gemeinde gleich zwei Feuerwehr-Einsatzfahrzeuge vor und übernimmt den Brandschutz für insgesamt drei Dörfer. Hinsichtlich der aktuellen Einwohnerzahl besteht Uneinigkeit - Bürgermeister Frank Schäfer nennt die Zahl 190, das Statistische Landesamt 174.

Mit offiziellem Vertrag wird ab sofort die Brandschutz-Sicherstellung für die beiden Nachbargemeinden Fresendelf und Süderhöft mit übernommen. Und das kam so: Nach Meinungsverschiedenheiten legten der Wehrführer, sein Vertreter und weitere Vorstandsmitglieder ihre Ämter nieder. In zwei Abstimmungen entschieden sich die Einsatzkräfte der "Drei Gemeinde-Wehr Fresendelf-Hollbüllhuus-Süderhöft" für die Auflösung. Die Gemeinde Schwabstedt übernimmt den Brandschutz für Hollbüllhuus, Hude für Fresendelf und Süderhöft. Die Aktiven wechseln zur Huder Feuerwehr, wollen das Fahrzeug aber vor Ort mit Löschgruppe bestehen lassen. Wenn eins der Fahrzeuge ausfällt, kommt das Dilemma, so Hudes Vize-Wehrführer Hans-Jürgen Greve in der Gemeindevertreter-Sitzung: "Wir kommen auf 75 Gefahrenpunkte, unser Huder Fahrzeug ist aber nur auf 54 Punkte ausgelegt." Hudes Wehrführer Jörg Hartig: "In diesen Fällen müssten wir ein größeres Fahrzeug bekommen oder den Vertrag mit Fresendelf und Süderhöft kündigen." Der Leitende Verwaltungsbeamte des Amtes Nordsee-Treene, Claus Röhe, machte deutlich: "Es geht nur um die Sicherstellung des Brandschutzes, das andere muss die Feuerwehr selbst regeln." Erfüllt werden muss eine weitere Auflage: Da die nächsten Atemschutzgeräteträger erst in Schwabstedt stationiert sind, müssen Hude und die Löschgruppe in Fresendelf je zwei solche Spezialisten vorhalten.

Pastor Michael Goltz und Kirchenvorsteher Andreas Neumann berichteten über die Situation auf den beiden Schwabstedter Friedhöfen: "Wir haben auf beiden Friedhöfen ein Fläche von 1,75 Hektar, bräuchten aber nur 0,85 Hektar. Wir haben einen gut aufgestellten Friedhof, auch im Vergleich zu anderen Gemeinden." Zum Abbau des Defizits wird jetzt der Vorschlag der Gemeinde Schwabstedt umgesetzt: Jährlich sollen von allen sechs Kirchspielsgemeinden 10 000 Euro an die Kirche gezahlt werden. Schwabstedt zahlt 7500 Euro, Hudes Anteil liegt bei 700 Euro. Dafür sitzen die Gemeinden dann auch mit im Friedhofsausschuss.

Aufgestellt ist das Huder Storchennest - durch Manuel Clausen und Jörg Hartig. Angesichts der unterschiedlich benannten Einwohnerzahl fehlen der Gemeinde rein rechnerisch Gelder. "Das ist doch alles nicht in Ordnung," wetterte Hans-Jürgen Greve. Gemeindevertreter Jens Heldt teilte mit, "in frostiger Atmosphäre" habe er sich "mit einer Mitarbeiterin der Unteren Naturschutzbehörde und einem Mann des LLUR aus Flintbek getroffen". Er habe zwei Anzeigen bekommen. Harsche Kritik sei auch an der Gartenabfall-Deponie geübt worden. Kritisiert wurde, "dass gleich Anzeigen gefertigt wurden - man hätte ja zuerst mal auf Missstände hinweisen können".

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