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Husums kleinster Laden : Große Pläne hinter kleiner Luke

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Bernd Biermann und Bernd Paulsen wollen zum 1. Juni einen Kiosk im Schlossgang eröffnen – und erhalten Unterstützung von Promi-Koch Alfons Schuhbeck.

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erstellt am 06.Mai.2017 | 13:00 Uhr

Einst war es der Waschraum, dann stand auf den gut fünf Quadratmetern die Heizung des Herrenhauses, nun soll dort einer der kleinsten Läden Husums entstehen: Bernd Biermann, Eigentümer des Herrenhauses am Schlossgang, möchte ab dem 1. Juni in seiner Schlossluke den beruflichen Neuanfang wagen.

Sein Kompagnon bei diesem Projekt ist Bernd Paulsen, der bisher einen Fahrrad-Kurierdienst in der Storm-Stadt betrieben hat. Die beiden künftigen Kiosk-Betreiber geben sich bewusst entspannt, wenn es um ihr Projekt geht. „Projekt? Fast ein bisschen großes Wort für so ’ne kleine Luke“, wiegelt Paulsen ab. „Bernd und ich sind beide Bauchmenschen, wir wollen mal was Neues versuchen. Wenn’s dann klappt, ist gut.“ Und Biermann beschreibt den Kiosk mit einem Augenzwinkern als „kleine Antwort aufs große Shopping-Center“.

Bei aller Tiefstapelei aber haben die beiden dann doch recht ausgefeilte Pläne, was sie in ihrer Luke anstellen wollen. So hat der Münchner Promi-Koch Alfons Schuhbeck, den Biermann privat kennt, verschiedene Husum-Salze exklusiv für die Schlossluke kreiert. Neben den Ebbe-und-Flut-, Krabben- oder Krokus-Salzen soll dort auch frisch gebrühter Filterkaffee angeboten werden, Salami-Wattwürmer und regional produziertes Eis.

Regionalität steht für die beiden Betreiber ohnehin im Vordergrund: „Wir träumen davon, dass alles, was wir verkaufen, von hier ist“, sagt Paulsen. Für viele ihrer Produkte haben die beiden Husumer Firmen als Kooperationspartner gefunden. Das kulinarische Angebot wird ergänzt durch Husum-Souvenirs. So können die Gäste vor der Schlossluke ihren eigenen Husum-Taler prägen oder Postkarten, kleine nordfriesische Landschaften in der Streichholzschachtel oder Mini-Tine-Figuren kaufen. Vor allem bietet die Schlossluke also Produkte für Touristen an. „Die Einheimischen werden vielleicht mal zum Schnacken vorbei kommen“, glaubt Paulsen, der mit der Schlossluke auch gern die Idee des klassischen Stehcafés wieder aufleben lassen möchte.

Für Bernd Biermann stellt sein neues Dasein als Kiosk-Eigentümer einen radikalen beruflichen Wandel dar: Der 51-Jährige leitet derzeit noch das Husumer Jugendzentrum Biss. Nachdem immer mehr Jugendliche mit Flüchtlingshintergrund das Jugendzentrum besuchten, hatte er von der Politik gefordert, ihm personelle Verstärkung zu bewilligen. Als die Politik dies mehrheitlich ablehnte, kündigte der Pädagoge vor einigen Wochen (wir berichteten). „Ich will jetzt einfach mal etwas anderes machen“, sagt Biermann. Ob sich die Idee rentieren wird? „Weiß ich nicht. Es ist ein Experiment.“

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