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Husumer Nachrichten

20. November 2017 | 14:50 Uhr

Husum : Große Pläne für die Norderstraße

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Schönere Fassaden, mehr Leben und ein ganz neues Gesicht für das gesamte Areal dahinter möchten Bauamt und Gewoba.

von
erstellt am 26.Mai.2017 | 12:00 Uhr

Es tut sich was in Sachen Norderstraße: Nachdem der Teil östlich der Kreuzung mit Schul-und Herzog-Adolf-Straße bei der Fortschreibung des Einzelhandels- und Zentrenkonzepts für die Storm-Stadt 2014 aus dem zentralen Versorgungsbereich – also der Hauptgeschäftszone – herausgefallen ist und sich Anwohner der Südseite über den Anblick zunehmend ungepflegterer Fassaden auf der Nordseite ärgern, hat das Bauamt der Stadt Husum nun das gesamte Quartier hinter der Nordseite in den Fokus genommen. Und die Gewoba wird ebenfalls aktiv.

„Ob es eine A- oder B-Lage ist, hängt natürlich auch davon ab, welche Nutzung Immobilien haben und wie ihre Besitzer mit ihnen umgehen“, sagt Bauamtsleiter Jörg Schlindwein. Es gebe viele relativ gut erhaltene Fassaden vom ersten Stock an aufwärts, bei denen der Zustand der Erdgeschosse leider nicht mithalten könne. Eines davon ist das Haus Nr. 55. „Das und das danebenliegende Gebäude hat die Gewoba vor ein paar Jahren gekauft und will beide abreißen“, sagt Schlindwein. Die rote Backsteinfassade der Nr. 53 bleibe bei dem Abriss allerdings erhalten.

Das bestätigt Patrick Philip Bauer, Leiter der Abteilung Bauplanung der Gewoba Nord. „Wir haben bereits die Abrissgenehmigungen für beide Häuser, müssen aber noch einmal an unsere Planungen ran, weil wir ursprünglich nicht damit gerechnet haben, dass die Fassade von Nr. 53 erhalten werden muss“, sagt der Diplom-Ingenieur und Architekt. Der Abriss werde daher erst im nächsten Jahr erfolgen. „Und für die entstehende Lücke, wo jetzt noch die Nr. 55 steht, werden wir uns eine Interimslösung einfallen lassen und sie vielleicht mit einem Großplakat verschließen“, erläutert er. Ernsthaft werde über die Baulücke aber erst nachgedacht, wenn klar ist, wie es mit dem gesamten Bereich in den Hinterhöfen weitergehen soll. Und das könne dauern – „so fünf bis zehn Jahre“, schätzt Bauer. „Denn wir werden das ja alles in den neuen B-Plan einpassen müssen, der für das Quartier Norderstraße von der Stadt Husum erstellt wird.“

Und hier steht das Bauamt noch ganz am Anfang. „Wir haben jetzt gerade erst alle rund 35 betroffenen Eigentümer angeschrieben“, sagt Schlindwein. Ziel der Verwaltung sei es einerseits, die Nordseite der Norderstraße zu erhalten, aufzuwerten und, wie er sagt, „Lust bei den Eigentümern zu entwickeln, in ihren Bestand zu investieren“. Dabei sei ihm in der Nutzung alles recht, was „Leben reinbringt: Einzelhandel, Arztpraxen, Büroräume, Gastronomie, vielleicht sogar mit Tischen auf dem Bürgersteig“. Die Stadt wolle aber mit den Eigentümern auch über eine verdichtete Bebauung in den Innenhöfen sprechen. „Das sind lauter Handtuch-Grundstücke, lang und schmal, mit vielen alten Schuppen und Garagen drarauf, von denen wohl die meisten weg können.“ Bei der Überplanung müsse man dann sehen, wie man diese Fläche vernünftig aufteilt, so Schlindwein.

Auch die Gewoba hat die Hinterhof-Situation fest im Blick. „Wir hatten dieselbe Idee wie die Stadt“, sagt Bauer. Mit dem Gebäuden an der Westseite des Kuhsteigs und dem Eckhaus Kuhsteig/Norderstraße, in der die Gewoba-Tochter Bau- und Dienstleistung GmbH residiert, die Maklerdienste sowie Handwerker- und weitere Haushalts-nahe Arbeiten anbietet, besitzt das Unternehmen ein großes, zusammenhängendes Areal an der Ostseite des Quartiers. „Da bietet es sich geradezu an, eine geregelte Verdichtung im Bereich des Innenhofs in Angriff zu nehmen.“ Die Gewoba könne sich auch durchaus vorstellen, den gesamten östlichen Teil zu überplanen. „Dem stehen wir offen gegenüber“, so Bauer. „Aber bisher gibt es noch kein Signal in diese Richtung.“ Gewoba-Pläne für den Westteil des Bereichs gebe es allerdings nicht: „Dort ist alles so voller Einzelgebiete, da müssten wir gleich vier oder fünf Grundstücke dazu kaufen, um da etwas Vernünftiges zu machen. Das ist nicht unser Ziel.“

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