Die Straßen von Bredstedt : Große oder kleine Lösung?

Als Flickwerk bezeichnen Kritiker den neuen Bürgersteig in der Bohnenstraße. (vb)
Als Flickwerk bezeichnen Kritiker den neuen Bürgersteig in der Bohnenstraße. (vb)

Zwei harte Nüsse hatte der Bauausschuss in Bredstedt zu knacken. Die Thematik rund um die Bohnenstraße war so schwierig und vielschichtig, dass es an diesem Abend noch keine Entscheidungen gab. Die sollen erst bei der nächsten Sitzung Ende November fallen.

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28. Oktober 2008, 09:26 Uhr

Bredstedt | Es ging um den Ausbau der Bohnenstraße. Mit dem Ergebnis zeigten sich weder die Ausschuss-Mitglieder noch ein Teil der Anwohner zufrieden. Ursprünglich war nämlich eine ähnlich schicke Sanierung wie im Krankenhausweg geplant gewesen. Doch die Stadtvertreter beugten sich demWillen der Anlieger. Die wünschten sich in einer zuvor einberufenen Versammlung die kostengünstigste Lösung. "Im Nachhinein ist es nun doch nicht so geworden, wie wir es uns vorgestellt haben", stellte Ausschuss-Vorsitzender Wolfgang Kinsky fest. Die aktuelle Situation sei nicht zufriedenstellend. "Der Eindruck ist der einer geflickten Straße." Und das sei schade, denn: "Das Stadtbild ist wichtig für uns."

Was die Kritiker stört, ist der unterschiedliche Belag auf den Gehwegen. Im oberen Bereich der Bohnenstraße wurde neues Pflaster verlegt und der Bürgersteig verbreitert, um den "Nadelöhr-Charakter" abzumildern. Jetzt müssen die Fußgänger auf diesem Abschnitt nicht mehr auf die Fahrbahn ausweichen. Aber dann bricht das helle Pflaster abrupt ab und es folgt der alte Teil. "Wie sieht das aus?" fragte Bürgermeister Uwe Hems. Er meint: "Da können wir besser werden."
"Wenn, dann alles."
Wenn nachgearbeitet wird, sollte man auch die alten Bordsteine mit austauschen, regte Jan Sievertsen vom Bauamt der Stadt an: "Wenn, dann alles." Dann hätte man optisch und technisch eine neue Situation. Auf die Anlieger kämen voraussichtlich Kosten in Höhe von rund 15.000 Euro für das Pflaster und 8.500 Euro für die Bordsteine zu.

"Was uns stört, ist das Hell und Dunkel", meldete sich ein Anwohner zu Wort. Und das sei dann eigentlich nur eine Frage der Zeit: In zwei, drei Jahren hätten die neuen Platten sicher auch "Patina" angesetzt.

Die zweite Frage, um die es an diesem Sitzungsabend ging, war: Soll die Kanalisation bis zur Westerstraße saniert werden oder nicht?
Neu rechnen
Die Verwaltung sei bei ihrer Kalkulation von fünf Euro pro beitragspflichtiger Fläche ausgegangen, legte Stefan Hems vom Bauamt dar. Sollte nun die Stadtvertretung beschließen, auch noch die restlichen 30 Meter bis zur Einmündung Westerstraße auszubauen, müsse neu gerechnet werden.

Je nachdem, wie nun das Abrechnungsgebiet gelegt wird, zahlen bei der "kleinen" Lösung nur die Anwohner bis zur Wiesenstraße und die restlichen fünf bis zur Westerstraße müssten dann später ihre Maßnahme alleine bezahlen. Oder aber man wählt die "große" Lösung und erweitert das Abrechnungsgebiet auf die gesamte Bohnenstraße bis hin zur Kreuzung Westerstraße. Dann werden alle Anlieger anteilmäßig zur Kasse gebeten. Was aber bedeutet, dass die bisher errechneten fünf Euro pro beitragspflichtiger Fläche nicht gehalten werden können.
Noch viel sanierungsbedürftiger
Peter Klerk vom Wasserverband Nord stellte klar, dass er immer nur von einem Ausbau der Kanalisation von der Einmündung Wiesenstraße bis hoch zum Markt ausgegangen sei. In Bredstedt gäbe es Bereiche, die abwassertechnisch viel sanierungsbedürftiger seien als das letzte Teilstück Bohnenstraße.

Dr. Manfred Hilbert, ein Anwohner des Teilstücks zwischen Wiesen- und Westerstraße, wehrte sich: "Es war nie die Rede davon, dass die Bohnenstraße nur bis zum Bach saniert wird. Das ist so nicht dargestellt worden." Er sei daher von falschen Tatsachen ausgegangen. Wer nun was - und wo - und in welcher Deutlichkeit gesagt hat, konnte am Abend der Sitzung nicht erhellt werden.
Bürgermeinung gefragt

"Wir brauchen Zahlen auf dem Tisch", forderte Gerhard Janzen. Erst dann könne man weitersehen. Ein Ingenieurbüro ist jetzt dabei, die Kosten zu ermitteln. Im kommenden Monat sollen die Anwohner der Bohnenstraße noch einmal zur Versammlung eingeladen und um ihre Meinung gefragt werden. Danach wird der Bauausschuss entscheiden.

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