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Große Koalition als wahrscheinlichste Option

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Das Tauziehen um eine stabile Mehrheit im Bund hat begonnen und noch ist alles offen. Mit welcher Koalition rechnen die Husumer Politiker und wie schätzen sie das Wahlergebnis ein?

SPD-Kandidat Matthias Ilgen kann sich zumindest über seinen persönlichen Erfolg freuen: Er hat den Einzug in den Bundestag auf Listenplatz 9 knapp geschafft. Und als künftiges Mitglied des Parlaments hat er genaue Vorstellungen über den Verlauf, den die Verhandlungen nehmen werden: „Die CDU hat vom Wähler einen klaren Auftrag zur Regierungsbildung bekommen und muss sich auf die Suche nach einem Partner machen. Ich gehe aber davon aus, dass sich die SPD-Mitglieder gegen eine große Koalition aussprechen werden. Schwarz-Grün hätte eine solide Mehrheit. Wenn allerdings weder SPD noch Grüne koalieren wollen, bleibt Angela Merkel nur der Weg einer Minderheitsregierung.“

Ein Zusammengehen der SPD mit den Linken lehnt Ilgen ab: „Das haben wir vor der Wahl ausgeschlossen und es macht auch keinen Sinn, weil eine solche Regierung in der Außenpolitik nicht tragfähig wäre. Die Meinungen divergieren da viel zu stark.“

Husums Grünen-Fraktionschef Frank Hofeditz sieht Schwarz-Grün im Bund nicht als wahrscheinlich an: „Dafür sind die Schnittmengen zu klein, insbesondere auch mit der CSU. Zumal wohl ein Generationenwechsel im Vorstand der Bundesgrünen ansteht, ist nicht anzuraten, das Abenteuer Schwarz-Grün einzugehen. Es kommt ja auch darauf an, was man vor der Wahl gesagt hat, und da war die Stoßrichtung eindeutig Rot-Grün.“ Hofeditz glaubt, dass es zu einer großen Koalition kommt.

Der FDP-Fraktionsvorsitzende Lothar Knoll findet es „natürlich schade, dass die FDP nach 64 Jahren nicht mehr im Bundestag ist“. Aber das sei vorauszusehen gewesen: „Sie war zur reinen Funktionspartei geworden, um die Mehrheit zu beschaffen. Jetzt muss sie sich programmatisch und personell neu aufstellen.“ Knoll rechnet mit der Bildung einer großen Koalition – genau wie CDU-Fraktionschef Christian Czock: „Die SPD kann sich einer großen Koalition kaum verweigern. Sie steht als Partei in der Pflicht und hat Verantwortung.“ Beim schlechten Abschneiden der FDP stimmt er mit Knoll überein: „Die Liberalen hatten kein eigenes Profil mehr.“

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erstellt am 24.Sep.2013 | 21:00 Uhr

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