zur Navigation springen

Eiderdamm-Übung der Feuerwehren : Großalarm an der Eider

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Kutterbrand, Autounfall und Feuer im Tower des Eidersperrwerks forderten die Feuerwehrleute bei ihrem jährlichen Trainingseinsatz.

Der Anblick ließ Vorüberfahrenden den Atem stocken: Kurz nach 19 Uhr sperrten Streifenwagen die Eiderdamm-Straße kurz vor dem Sperrwerk. Pausenlos rollten Einsatzfahrzeuge von beiden Seiten der Eider heran. Augenblicke zuvor musste sich dort ein schwerer Verkehrsunfall ereignet haben – ein roter Linienbus stand blinkend auf der Fahrbahn in Richtung Süden, neben ihm zwei ineinander verkeilte Personenwagen. Einer davon war auf durch den starken Anprall auf die Seite gekippt, in beiden Fahrzeugen befanden sich zahlreiche Verletzte – eingeklemmt. Doch es war kein Ernstfall, sondern die große Eiderdamm-Übung, die einmal im Jahr von den Feuerwehren Welt-Vollerwiek, Garding, Schülp und Wesselburen sowie der Polizei und Rettungskräften abgehalten wird.

Vor Ort war folgendes Szenario eingerichtet worden: Auf der Straße vom Deich herunterkommend war ein Hafenarbeiter dem Schulbus mit seinem Auto in die Seite gefahren. Ein weiterer Wagen fuhr von hinten auf. Und als sei dies nicht schon genug, war wenig später auf einem im Hafen liegenden Fischkutter ein Feuer im Maschinenraum ausgebrochen. Eine Person wurde vermisst. Feuer auch im Tower des Sperrwerks – hier schlug den Einsatzkräften starker Rauch entgegen – die Nebelmaschinen leisteten ganze Arbeit. Neben der Menschenrettung musste die Brandausbreitung auf eine Werkstatt verhindert werden. Um an den Brandherd auf dem Krabbenkutter zu gelangen, musste das Seenotrettungsboot „Paul Neiße“ in Gang gesetzt werden. Die Crew brachte die Einsatzkräfte zum Kutter hinüber. Beim Verkehrsunfall arbeiteten sich unterdessen Feuerwehrmänner aus Garding und Wesselburen mit Rettungsscheren und Spreizern zu den Verletzten vor – entfernten Türen und schnitten das Dach des roten Fords ab. Anschließend wurden die Geretteten auf Tragen abtransportiert. Insgesamt kein leichtes Unterfangen und eine sehr schweißtreibende Arbeit in der schweren Einsatzkleidung bei 18 Grad Außentemperatur.

Die Großübung wurde diesmal von der Wesselburener Wehr organisiert. Die Oberleitung hatten deren Wehrführer Christoph Paap, der sich positiv über Einsatzablauf und Zusammenarbeit äußerte: „Ich muss sagen, ich bin sehr zufrieden. Solche Übungen sind immens wichtig, weil bei Ereignissen in diesem Bereich Rettungskräfte aus beiden Landkreisen zum Einsatz kommen. Da muss nicht nur diese Zusammenarbeit klappen, sondern auch das Zusammenspiel der beiden zentralen Leitstellen. Zudem laufen die Handynotrufe in diesem Bereich bei beiden Leitstellen auf. Ich kann nur unterstreichen: Nirgendwo ist es so einfach, Zusammenarbeit zu leisten wie hier.“ Großes Lob zollte er den 89 teilnehmenden Einsatzkräften und den Gruppenführern Andre Feissel, Guido Rodenhagen und Michi Busche, die das Ereignis vorbereitet hatten. Als Beobachter nahmen der Amtswehrführer des Amtes Büsum-Wesselburen, Siegfried Annies, sowie Amtsvorsteher Wilhelm Hollmann, Wesselburens Bürgermeister Heinz Werner Bruhs und zahlreiche Mitglieder der Ehrenabteilungen teil, die allen großes Lob zollten.

Die Wesselburener Feuerwehr lud dann alle Teilnehmer zu einem Essen in ihrem Feuerwehrhaus ein. Wehrführer Willy Hems von der Feuerwehr Welt-Vollerwiek-Grothusenkoog verabschiedete dabei Boye Hach, der dort seit 2014 Vizechef war, mit Präsenten in die Nachbarwehr Poppenbüll.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen