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Deutsch-dänisches Projekt : Grenzüberschreitende Begegnungen

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Nordsee-Akademie in Leck veranstaltet aus Anlass des Düppeltages ein Projekt mit Ausflügen, Unterricht, Workshops und besonderen Aktionen. Rund 100 Jugendliche aus Norddeutschland und Süddänemark werden erwartet.

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erstellt am 06.Feb.2014 | 17:00 Uhr

Oke Sibbersen hat eine Vision. „Wir haben grenzenlose Möglichkeiten“, sagt der Leiter der Nordsee-Akademie in Leck und meint das durchaus wörtlich. Ein Jahr nach dem 90. Bestehen des traditionsreichen Bildungszentrums im ländlichen Raum richtet er verstärkt den Fokus auf die Begegnung und Zusammenarbeit in der deutsch-dänischen Grenzregion. „Die Region als eine zu sehen und noch mehr in die jeweils andere Kultur einzutauchen, das ist ein Potenzial für die Zukunft.“

In diesem Sinne steht im Sommer ein spannendes Jugendprojekt an. Es ist Teil der Veranstaltungen zum „Düppeltag 2014“, dem 150. Jahrestag der Schlacht bei Düppel. Dort waren 18. April 1864 im Krieg zwischen Dänemark auf der einen sowie Preußen und Österreich auf der anderen Seite mehr als 6.000 Soldaten gefangen genommen, verwundet oder getötet worden.

Vor diesem Hintergrund werden 100 junge Leute aus Norddeutschland und Süddänemark unter dem Motto „jUNG zuSAMMEN 2014“ zu einem zweiwöchigen internationalen Treffen zusammenkommen, um sich mit den geschichtlichen Wurzeln der Grenzregion vertraut zu machen, sich mit den aktuellen Herausforderungen auseinanderzusetzen und gemeinsam Lösungen für die Zukunft zu erarbeiten. „Es soll keine Geschichts-, sondern wirklich eine Zukunftswerkstatt werden, wo junge Menschen ihre Vision entwickeln, wie die Region Sonderjylland-Schleswig 2030 aussehen könnte“, sagt Sibbersen. Die erarbeiteten Vorschläge für die regionale Entwicklung sollen dann im Jugendparlament in Kiel Spitzenpolitikern aus Schleswig-Holstein und Sonderjylland vorgestellt werden.

Der Hintergrund: Heute müssen viele junge Leute die Region nach der Schul- oder der Ausbildungszeit verlassen, um zu studieren oder eine Arbeitsstelle zu finden. Viele möchten aber liebend gern irgendwann zurückkehren. Deshalb werden die Teilnehmer der zukunftsorientierten Jugendbegegnung auch in der Region ausschwärmen, Betriebe besichtigen, hochkarätige Referenten hören oder auch mit Spitzenhandballern der SG Flensburg-Handewitt zusammenkommen. Zudem gibt es Ausflüge, Unterricht und Workshops „Wir wollen als Bildungsstätten vielfältigen Input auf höchstem Niveau geben, begleiten und Mut machen“, beschreibt Sibbersen den Ansatz. Und: „Das ist ein großartiges Projekt, das uns viel Arbeit, aber auch viele Ideen ins Haus spült.“

Partner dieses europäischen Interreg-Projektes vom 20. Juli bis zum 2. August sind die Nordsee-Akademie in Leck und die „Højskolen Østersøen“, die Heimvolkshochschule in Apenrade. Sie hatten sich gemeinsam beworben und den Zuschlag erhalten.

Jeweils 50 Jugendliche werden dort in gemischten deutsch-dänischen Gruppen zusammenkommen. Für sie ist der Aufenthalt mit Vollpension in einer der beiden Bildungsstätten kostenlos. Rund 60 Prozent der Freiplätze sind schon vergeben, Bewerbungen für das Projekt aber noch möglich. Einzelheiten sind im Internet zu finden unter www.dueppel2014.de/jungzusammen oder unter www.facebook.com/jungzusammen.

Wie die Partner freuen sich auch Oke Sibbersen und sein Akademie-Team auf die Jugendbegegnung. „Das kann noch mal ein Sprung werden für die Entwicklung der Zusammenarbeit über die Grenze hinweg.“ Das gilt für die beteiligten Jugendlichen, die Kontakte knüpfen und Freundschaften schließen werden, aber auch für das renommierte Bildungszentrum an der Westküste Schleswig-Holsteins. Und diese Aufgabe geht der Chef der Nordsee-Akademie, der die Einrichtung „in guter Trägerschaft“ sieht, durchaus selbstbewusst an: „Es ist gelungen, eine traditionelle Bildungseinrichtung zu erhalten, zu modernisieren und weiterzuentwickeln: eine stabile Basis für kommende Herausforderungen“, so Sibbersen. Der Strukturwandel der Nordsee-Akademie – sie ist eine der ältesten Bildungsstätten in Deutschland – sei „ein Erfolgsmodell“, die erstklassige Einrichtung nach wie vor ein bildungspolitisch ein unverzichtbarer Ort an der Westküste.

Das Akademie-Programm für 2014 liegt vor (www.nordsee-akademie.de). Die Angebote reichen von kommunal- und regionalpolitischen Seminaren über Angebote zur kulturellen und Persönlichkeitsbildung bis zur beruflichen Weiterbildung und in der Datenschutzakademie. Trotz der schwierigen Finanzierung soll es auch in diesem Jahr den internationalen Sommerkursus für Studenten geben. „Nicht zuletzt die große Unterstützung von lokalen Unternehmen, Geschäftsleuten, Vereinen und Service-Clubs beweist die Bedeutung dieses besonderen Seminars, auch für die Region“, sagt Sibbersen, der die Buchungslage der Akademie für 2014 als „zufriedenstellend“ bezeichnet.

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