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Blitznetz durch Glasfaser : Gratis Breitband für den Reitverein

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Gemeinde Behrendorf stellt dem einzigen Verein im Dorf einen Glasfaseranschluss zur Verfügung. Erst im zweiten Anlauf konnte der Verein die Gemeindevertreter überzeugen, denn der erste Antrag war abgelehnt worden.

Manchmal lohnt es sich, hartnäckig zu bleiben und ein Nein noch einmal in Frage zu stellen – um mit Argumenten im zweiten Anlauf ein Ja zu erwirken. So gerade geschehen in Behrendorf. Das Dorf erhält derzeit die lang ersehnten Breitbandanschlüsse. Einen kann die Gemeinde kostenfrei vergeben, etwa an besonders bedürftige oder auch verdiente Bürger. Als der Reit- und Fahrverein (RuFV) Obere Arlau davon erfuhr, bat Vorsitzender Harald Andresen den Gemeinderat mündlich darum, diesen Anschluss dem Verein zu überlassen. Das Nein überraschte ihn und viele Einwohner der 550 Seelen-Gemeinde, die hinter ihrem einzigen und zugleich landesweit bedeutenden Verein stehen.

Die Ablehnung wurde in den vergangenen Wochen immer wieder kritisiert, was den Vereinsvorstand darin bestärkte, sich ein zweites Mal um die Vergabe zu bemühen. Dieses Mal mit einem schriftlichen Antrag und guten Gründen. Der seit 1973 bestehende RuFV zähle etwa 300 Mitglieder und richte auf ehrenamtlicher Basis zahlreiche öffentliche Veranstaltungen im Dorf aus, darunter auch die beliebten und weit über die Landesgrenzen hinaus bekannten Reitturniere wie etwa die Nospa Dressur Classics oder das Behrendorfer Springfestival. Gerade bei Pferdesport-Events dieser Größenordnung sei eine schnelle Internetanbindung unabdingbar, für die Auswertungen ebenso wie für interessierte Käufer, die heutzutage das Geschehen längst via Livestream im Internet verfolgen, begründete Andresen die Notwendigkeit des Breitbandanschlusses.

Seine Argumente überzeugten den Gemeinderat ebenso wie ein dezenter Hinweis darauf, dass die Gemeinde quasi Erbe des Vereinsvermögens sein wird, sollte sich der RuFV irgendwann einmal auflösen. Bürgermeister Jens Andreas Carstensen gab im Rahmen der jüngsten Sitzung zu, dass das erste Nein seines Gremiums vielleicht zu wenig durchdacht gewesen sei – unter Ausschluss der Öffentlichkeit wurde nochmals abgestimmt. Es gab ein klares Ja für die Vergabe des kostenfreien Breitbandanschlusses an den Reit- und Fahrverein Obere Arlau.

Positiv beschied das Gremium auch die Übernahme eines eventuellen Defizits beim Dörpsabend der Landfrauen, einen Zuschuss für die musikalische Gestaltung des Sommerfestes der Ringreiter und die Bezuschussung von vier Lungenautomaten für die Freiwillige Feuerwehr. Als bittere Pille beschrieb der Bürgermeister danach einen Schaden an der Kreuzung L28/Schulstraße. Die Instandsetzung werde zwar viel Geld kosten, sei aber notwendig, um größere Folgeschäden zu vermeiden, so Carstensen. Das Gleiche gelte für die 2016 anstehende Sanierung der alten Schule. Sie umfasst neben der Wärmedämmung auch die Instandsetzung des Balkons, der Gauben und der Fenster. Das Vorhaben wurde mit 134  000 Euro in den Investitionsplan aufgenommen.

Einig war sich das Gremium darüber, dass sich Behrendorf am Projekt Sportentwicklungsplanung beteiligen wird, das gemeinsam mit Bondelum, Haselund, Löwenstedt, Norstedt, Sollwitt und Viöl in Auftrag gegeben werden soll. Als kleine Besonderheit zu werten ist, dass Behrendorf weiterhin allen aktiven Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehren im Amt Viöl sowie deren Ehepartnern und Kindern freien Eintritt ins Schwimmbad gewähren will. Andere Gemeinden im Amt haben dies aus verschiedenen Gründen abschlägig beschieden.













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