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Heftige Diskussion in angespannter Atmosphäre : Gräben noch nicht überwunden

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Kritik an Bredstedter Pastoren-Ehepaar und dem Kirchengemeinderat: Propst Dr. Kay-Ulrich Bronk brach Gemeindeversammlung nach zwei Stunden ab. Viele Fragen blieben noch ungeklärt.

Keine leichte Aufgabe für Propst Dr. Kay-Ulrich Bronk, die Gemeindeversammlung in Bredstedt zu leiten. Sie war geprägt von heftigen Diskussionen, die sich hauptsächlich auf emotionaler Ebene abspielten. Eine Zuhörerin brachte es auf den Punkt: „Ich spüre starke Aggressionen im Raum. Ich vermisse, dass man aufeinander zugeht.“

Kritik hagelte es an der Kürzung der Stunden für kirchenmusikalische Arbeit. 30 Kantoreimitglieder sowie mehr als 30 Sänger des Gospelchores und ihre ehrenamtlichen Leiter hatten deswegen die Segel gestrichen. Hinzu kamen Unstimmigkeiten mit dem Pastoren-Ehepaar Wiltraud und Peter Schuchardt. Die Chöre lösten sich auf. Der Kirchengemeinderat habe trotz erfolgter Vorschläge keine adäquate Lösung gefunden, so die Kritik. Inzwischen haben alle in Nachbargemeinden ihre neue musikalische Heimat gefunden. An Rückkehr sei nicht mehr zu denken.

Dass die Chororgel „um jeden Preis“ verkauft worden war, wurde den Ratsmitgliedern ebenfalls übel genommen. Das Instrument sei 30 Jahre lang in hochkarätigen Konzerten und im Rahmen der Chorarbeit eingesetzt worden. Rats-Mitglied Andy Buch, selbst C-Organist, setzte dagegen: „Die Orgel war von Schimmel befallen. Eine Sanierung wäre zu teuer geworden.“ Trotz weiterer Mängel habe ein Erlös von 9000 Euro erzielt werden können, fast soviel wie die Höhe des Kaufpreises. Er floss zweckgebunden der Orgelrücklage zu.

Weitere gefühlsbeladene Vorwürfe gegen den Gemeinderat ließen schließlich keinen Raum mehr für fruchtbare Gespräche. Der Propst sah keine Chance und brach nach zwei Stunden die Versammlung ab. „Viele Fragen sind unbeantwortet geblieben. Ich hoffe, dass heute vielleicht ein Schritt in die Zukunft getan werden konnte“, so sein Resümee. Vor ihrem Bericht hatte die Seelsorgerin ein persönliches Statement abgegeben. „Wo ich Menschen nicht richtig im Blick gehabt oder persönlich verletzt habe, war es nicht meine Absicht, und ich bitte um Verzeihung“, sagte sie. Unmut und Enttäuschung über Entscheidungen und Entwicklungen könne sie verstehen. Es sollte gemeinsam nach vorn geschaut werden. Wichtig sei, weiter zu kommunizieren oder neu miteinander ins Gespräch zu kommen.

„In diesem Jahr konnte erstmals seit 1999 ein ausgeglichener Haushaltsplan vorgelegt werden“, verkündete sie. Das sei durch die vom Kirchenkreis geforderten Einsparungen im Personalbereich möglich geworden. In den Vorjahren waren Defizite bis zu 20 000 Euro aufgelaufen. Der Posten des Küsters wurde gestrichen, die Aufgaben übernahmen Ehrenamtler. Die Stunden der Gemeindesekretärin wurden um zwei Drittel gekürzt. Herausforderungen seien steigende Bewirtschaftungskosten und Baumaßnahmen. Ohne Spenden ginge es nicht. Neben Einzelspenden kamen gut 3000 Euro Kirchgeld und 8000 Euro aus der Aktion Kirchturmdenken für die neue Beleuchtung zusammen. Der Stellenumfang in der Kirchenmusik musste von 75 auf 50 Prozent reduziert und damit der Aufgabenbereich neu definiert werden.

Am 1. Mai sei Kirchenmusikerin Gesche Stürmer eingestellt worden, berichtete Wiltraud Schuchardt. Mit ihren Ideen habe sie die musikalische Arbeit neu belebt. Nach den Herbstferien starte sie ein Chorprojekt, zu dem Interessierte willkommen seien. Der innerhalb weniger Wochen aufgebaute Kinderchor habe seine Feuerprobe bereits bestanden, berichtete sie weiter. Die Flötengruppen – sowohl die der Kinder und Jugendlichen, als auch die der Erwachsenen – würden wie gewohnt weiter üben. Die Bläser probten mit der Langenhorner Gruppe, und es würden dort auch Anfänger ausgebildet.

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erstellt am 06.Okt.2013 | 07:00 Uhr

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