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Hilfe für Gardinger Kirche : Gotteshaus erstrahlt in neuem Glanz

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die St.-Christian-Kirche in Garding wird umfangreich renoviert. Derzeit sind die Restaurateure im Innenraum am Werk. Mit Kosten von 240.000 Euro rechnet Pastor Thomas Knippenberg.

Mit Feingefühl und äußerster Vorsicht geht Gunda Drepahl, Restauratorin aus Hamburg, zu Werk. Sie entfernt losen Putz von der Emporen-Wand des Nordflügels der Gardinger St.-Christian-Kirche. Durch leichtes Klopfen ortet sie die Hohlräume. Die salzhaltige Luft an der Nordseeküste hat eindeutig Spuren hinterlassen. Im nächsten Arbeitsgang verfüllt sie die Lücken punktuell. Dazu benutzt sie eine Spritze, die sie vorher mit frischer Farbe aus Kalkprodukten – rein biologisch versteht sich – befüllt hat. Millimeter für Millimeter tastet sie sich weiter vor. Immer deutlicher kommt ein völlig verblasstes Wandgemälde zum Vorschein, das seit langem im Dornröschenschlaf gelegen hat.

„Das könnte eine Abbildung Marias auf dem Esel sein“, stellt Pastor Thomas Knippenberg fest. Er hat sich soeben eine Pause von der Schreibtischarbeit gegönnt und beobachtet das interessante Tun der Expertin. Im Auftrag der Kirchengemeinde Garding und zugleich im Dienste ihrer Chefin, der Lübecker Diplom-Restauratorin, Britta Butt, ist sie dabei, die Kunstschätze und Wände des Gotteshauses sowie die Gemälde auf den mächtigen Pfeilern zu restaurieren. Alles soll wieder im alten Glanz erstrahlen. „Die Arbeit ist eine Herausforderung. Es geht um den Erhalt der Substanz. Dabei darf nichts zerstört werden“, erläutert die Fachfrau. Seit 1992 übt sie ihren Beruf mit Leidenschaft aus, wie sie sagt. Ein wenig enttäuscht ist sie zwar gerade, denn sie hätte gern mehr aus dem Wandbild auf der Empore herausgeholt. Doch auch gewisse Rückschläge gehören eben dazu. Im Südflügel bringt ihr Kollege, der Baudenkmalspfleger Helmut Deelmann, den Hubwagen vor der Kanzel in Position. Für deren Bearbeitung ist er zuständig. „Durch den Einsatz des Gerätes sparen wir uns den Bau von Gerüsten. Das bedeutet mehr Flexibilität und weniger Kosten“, sagt der Fachmann. Auch er ist mit Feuereifer bei der Sache. Der Beruf mache Spaß, und er lehre täglich, Ehrfurcht vor den alten Meistern zu haben.

Gegründet wurde die Kirche auf der höchsten Erhebung Eiderstedts im Jahre 1109. „Architektonisch ist sie einzigartig. Nur in Garding und in Krummesse bei Lübeck gibt es in Schleswig-Holstein eine zweischiffige gotische Kirche“, weiß Pastor Knippenberg und darauf ist er stolz. Keine Frage für ihn, die Kirchengemeinderats-Mitglieder und schließlich alle seine „Schäfchen“, dass so ein Kleinod für die nächsten Generationen erhalten werden muss. Zum letzten Mal sei die Kirche 1981 von Grund auf saniert worden. Doch der Zahn der Zeit nage unbarmherzig an der Substanz. Inzwischen seien die Maßnahmen zumindest im Kirchenschiff beendet worden. Das Innere erstrahlt wieder in neuem, altem Glanz. Noch etwas länger werden die Außenarbeiten in Anspruch nehmen. Vor allem geht es um Befestigungsmaßnahmen am und im Turm des Gotteshauses, die in vollem Gang sind. Im Sommer vergangenen Jahres ist der Startschuss zur Renovierung gefallen. Seit Jahresbeginn hat die heiße Endphase im Innenraum begonnen. „Viele Menschen aus der Stadt und der Region haben im Rahmen unserer Fundraising-Aktion „Wir hauen auf den Putz!“ dazu beigetragen, dass 200.000 Euro zusammenkamen“, freut sich Knippenberg. Er rechne mit Gesamtkosten von 240.000 Euro. Zuversichtlich blicke er nach vorn in der Hoffnung, auch das letzte fehlende Geld noch von Spendern oder aus Fördertöpfen zu erhalten.

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