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Einmalige Lage : Gnadenfrist für Gaststätte am Norderhafen nutzen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Und wenn es nur für zwei Jahre ist: Die leer stehende Gaststätte am Norderhafen auf Nordstrand sollte bis zum Abriss genutzt werden. Der Zweckverband Anlegestelle Strucklahnungshörn bemüht sich um eine Lösung.

Mit Schließung der Gaststätte „Op de Diek“ hat der Hafen Strucklahnungshörn auf Nordstrand einen Anziehungspunkt verloren. Darüber waren sich die Mitglieder des Zweckverbandes Anlegestelle Strucklahnungshörn in ihrer Sitzung einig. Viele Gäste und selbst Nordstrander schauen, so berichtete Verbandsvorsteher Werner-Peter Paulsen, allzu oft enttäuscht durch die Fenster in die leeren Räume. Nicht einmal ein Hinweisschild erklärt, warum das so ist.

Fakt ist, dass das Pächter-Ehepaar Ilse Meyer-Ketelsen und Jörg Ketelsen den Ende Dezember 2013 auslaufenden Vertrag mit der Hauptpächterin, dem Deich- und Hauptsielverband Nordstrand, nicht verlängert haben (wir berichteten). Sie sahen keine Planungssicherheit mehr und haben sich beruflich anderweitig orientiert.

Das Gebäude soll definitiv nach Ablauf des Jahres 2015 Futter für den Abrissbagger werden. Der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN) – er ist Grundstückseigentümer – will das sanierungsbedürftige Domizil nicht mehr als Bestandteil im Deichkörper haben. Die groben Planungen im Rahmen der Deicherhöhungsmaßnahmen gehen in Richtung Neubau im Bereich hinter dem Deich.

Was nicht nur dem Verbandsvorsteher sauer aufstieß, ist die Tatsache, dass sich der Deich- und Hauptsielverband im November vergangenen Jahres überraschend – und abweichend von bisher mündlichen Bekundungen von Oberdeichgraf Kurt Maart – durch Kündigung des Pachtvertrages mit dem LKN von dem Objekt verabschiedet hat. Es hätte Vorrang gehabt, so Paulsen, unbedingt einen neuen Pächter zu finden. Er selbst hätte jemanden in Petto gehabt, der sogar nur für zwei Jahre eingestiegen wäre. Die Inneneinrichtung hätte ihm selbst für den kurzen Zeitraum ein Fachunternehmen zur Verfügung gestellt. „Wenn die Kündigung früher gekommen wäre, hätte ich vermitteln können. Leerstand bedeutet Stillstand. Das geht eigentlich gar nicht für einen Hafen“, so Paulsen. Da die Gemeinde Bedarfsempfängerin ist, konnte sie als neuer Pächter nicht einspringen.

Paulsen bat das Gremium mit Erfolg um Zustimmung zu einer Satzungsänderung, die das Amt Nordsee-Treene erarbeitet hat. Sie ermöglicht dem Verband nun rechtlich, die Gaststätte weiter mit allen Rechten und Pflichten zu verpachten. „Wer Interesse hat, darf sich bei mir melden. Die Gaststätte muss wieder mit Leben erfüllt werden.“ Der Verbandsvorsteher versprach. „ Ich werde mich dahinterklemmen. Wir werden auch keine horrende Pachtsumme fordern, Hauptsache, die Kosten sind gedeckt.“

Eine Stellungnahme zu der Angelegenheit wollte Oberdeichgraf Maart auf Nachfrage nicht abgeben. Er habe die Kündigung ausreichend begründet. In dem Schreiben heißt es, dass der Verband für die Entwässerung der Insel zuständig und nicht in der finanziellen Lage sei, das Gaststättengebäude zu erhalten, geschweige denn einen Neubau zu finanzieren. Aufgrund dringend nötiger Investitionen bestünden Zweifel an der möglichen Weiterverpachtung für nur zwei Jahre.

Den Kiosk direkt im Hafenbereich verpachtete der Zweckverband Strucklahnungshörn für weitere zwei Jahre an den Nordstrander Udo Empen.

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