Bredstedt : Gleichstellung noch nicht erreicht

Das Amt Mittleres Nordfriesland: Hier ist Christine Friedrichsen zu finden.
Das Amt Mittleres Nordfriesland: Hier ist Christine Friedrichsen zu finden.

Christine Friedrichsen setzt sich im Amt Mittleres Nordfriesland weiterhin für mehr Chancengleichheit und Toleranz ein.

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26. Februar 2018, 09:00 Uhr

Wohl kaum jemand ahnt wirklich, wie umfangreich und vielfältig die Arbeit einer Gleichstellungsbeauftragten beim Amt Mittleres Nordfriesland ist. Das wurde deutlich, als Christine Friedrichsen ihren Jahresbericht vor Mitgliedern des Amtsausschusses hielt.

Viele interne Aufgaben hat sie für die Verwaltung zu erfüllen. Dazu gehören beispielsweise die Mitwirkung an Auswahlverfahren für Stellenbesetzungen in den Abteilungen Finanzen, Gebäudedienstleistungen, Ordnungsabteilung, Bau- oder Einwohnermeldeamt oder Flüchtlingsbetreuung. Auch wenn es darum geht, Auszubildende auszuwählen, ist ihr Rat gefragt. Ein regelmäßiger Austausch mit dem Leitenden Verwaltungsbeamten und den Personalrat gehört dazu. Immer hat sie die Einhaltung von Verwaltungsvorschriften zum Gleichstellungsgesetz fest im Blick. Sie wirkt bei der Erstellung des Frauenförderplanes mit, führt Beratungsgespräche mit Mitarbeiterinnen im Hause durch oder nimmt an Gesprächen im Rahmen der betrieblichen Wiedereingliederung teil.

Genauso wichtig seien, erklärt Christine Friedrichsen, die von ihr regelmäßig organisierten Rückenschulkurse für alle Mitarbeiter. Auch externe Tätigkeiten obliegen ihr im Auftrag der Verwaltung. So ging es beispielsweise um Auswahlverfahren für diverse Stellen, wie einen Gemeindemitarbeiter für den Bauhof Bordelum/Langenhorn, Kümmerin für den Tondern-Treff, Kassiererin für das Erlebnisbad Bredstedt oder einer Erzieherin in Teilzeit als Gruppenleitung einer Elementargruppe in der Kommunalen Kindertagesstätte Breklum.

Christine Friedrichsen ist in Sitzungen des Schulverbandes, des Haupt-, Finanz- und Amtsausschusses zu finden, bei Schulleiterunden, sie ist beteiligt beim Netzwerk Bildung, dem Arbeitskreis Mädchen und Frauen oder „Westküste denkt queer“.

Aktiv mitgewirkt hat sie bei den Aktionen „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ zusammen mit dem Weissen Ring und Frauennotruf, sowie „Equal Pay Day“ (gleicher Lohn für gleiche Arbeit). Und: Friedrichsen ist Mitglied im Ausschuss des Landes zur Führungspotentialanalyse (Auswahl von Bediensteten für den höheren Verwaltungsdienst).

Aber auch für die Bürger im Amtsbereich steht sie für Beratungen parat. Dabei geht es um Hilfestellungen beim Umgang mit traumatischen Erfahrungen und Umgang mit Aggressionspotential, Einbeziehung des Sozialpsychologischen Dienstes wegen Selbstmordgefährdung, Anfragen nach Selbstbehauptungskursen, Konflikte innerhalb der Familie, finanzielle Unterstützung und Wohnungssuche nach Trennung, Schwierigkeiten am Arbeitsplatz, Unterstützung bei tätlichen Übergriffen am Arbeitsplatz, nach Gewaltanwendung innerhalb der Familie und Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder nach einem Trauerfall und Begleitung von Frauen in Not, die in Ämtern oder anderen Einrichtungen den richtigen Ansprechpartner brauchen.

In Sachen Öffentlichkeitsarbeit hat sie die Kampagne zum Thema „Mehr Frauen in die Politik“ mit Portrait-Reihe in mehreren Ausgaben des Infoblattes „Dit und Dat“ sowie die Bilderausstellung der aktiven ehrenamtlichen Politikerinnen im Amtsgebiet organisiert. Ferner den Poetry Slam zum internationalen Frauentag in Kooperation mit dem Kreis-Landfrauenverband mit über 400 Zuhörern, das präventive Theater „Pro Anna“ für alle achten Schulklassen in Bredstedt zum Thema Magersucht, den Girls Day in der Amtsverwaltung, mehrere Aufführungen im Bürgerhaus mit über 400 Kindergarten- und Grundschulkindern als Präventionsprojekt zum Thema Missbrauch mit dem Titel „Pfoten weg!“, den Workshop „Lust auf Reden“ im Rahmen der Kampagne „Mehr Frauen in die Politik“ in Kooperation mit den Gleichstellungsbeauftragten der Region Nord.

In diesem Jahr, so informierte Friedrichsen weiter, feiert das Frauenwahlrecht in Deutschland 100. Geburtstag. „Handlungsbedarf im Sinne der Gleichstellung besteht aber nach wie vor“, so ihre Feststellung. Gerade im Hinblick auf berufliche Entwicklung, Berufswahl, Ausübung einer Erwerbstätigkeit, nicht zuletzt Lohnungerechtigkeit, sei die Gleichstellung noch nicht erreicht. Weiter beobachte sie, dass die Zuständigkeit für Kinder, Familie und Haushalt – trotz beruflicher Einbindung – häufig noch immer allein der Frau zufällt. Daher werde sie sich weiter aktiv für Chancengleichheit und Toleranz einsetzen.

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