Schnelles Internet : Glasfasernetz: Viöl geht in die Offensive

Viöl hofft auf eine Gesamtversorgung mit Glasfaser.
Viöl hofft auf eine Gesamtversorgung mit Glasfaser.

Viöl will den Glasfaser-Ausbau in der Gemeinde auf besondere Art vorantreiben: Wer einen Vertrag abschließt, wird mit 200 Euro belohnt.

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01. März 2017, 07:00 Uhr

Schnelles Internet für alle, das wünscht sich die Gemeinde Viöl. Sie hat sich das Ziel gesetzt, dass jedes einzelne Haus – und sei es noch so weit entfernt vom Ortskern – direkt an ein Glasfasernetz angeschlossen werden kann. Und zwar so schnell wie möglich. Gemeinsam mit der Bürger-Breitband-Netz-Gesellschaft (BBNG) versucht Viöl seit Wochen, die erforderliche Anschlussquote von 68 Prozent zu knacken. Doch bislang konnten sie nur die 60-Prozent-Marke erreichen. Am 28. Februar hätten die 68 Prozent stehen müssen – das war der Stichtag für die Vorvermarktung.

Doch einfach so aufgeben kommt für die Gemeinde nicht in Frage. Deshalb greifen ihre Vertreter zu einem ungewöhnlichen Mittel. Oder besser: ins Portemonnaie. Um die offenbar unentschiedenen Viöler dazu zu bringen, die noch benötigten Verträge abzuschließen, sollen sie mit einem finanziellen Anreiz gelockt werden.

„Viöl kann es sich im wahrsten Sinne des Wortes nicht leisten, dass die Zukunft – das Glasfasernetz – an der Gemeinde vorbeigeht“, erklärt Bürgermeister Heinrich Jensen. Schon heute sei bei jeder Neuansiedlung von Gewerbebetrieben, aber auch von Neu-Einwohnern die Frage nach dem Glasfasernetz bis ins Haus ein ganz wesentlicher Faktor. „Und die Gemeinden um Viöl herum verfügen ja bereits alle darüber. Deshalb ist der Ausbau – insbesondere für den Zentralort Viöl – von elementarer Bedeutung.“

Kürzlich haben sich die Gemeindevertreter zusammengesetzt und über einen Plan B beraten. „Das ging natürlich nicht ohne kontroverse Diskussionen“, räumt Jensen ein. Geeinigt hat man sich am Ende auf Folgendes: Für jedes Haus, für das ein Grundstücksnutzungs-Vertrag mit der BBNG abgeschlossen wurde oder noch wird, zahlt die Gemeinde einen Zuschuss von 200 Euro. Die Bürger-Breitband-Netz-Gesellschaft arbeitet während der Ausbauphase ausschließlich mit dem Provider-Unternehmen TNG Stadtnetz GmbH zusammen. Wer also zusätzlich einen Vertrag mit der Kieler Firma abschließt, dem zahlt die Gemeinde 100 Euro obendrauf. „Sozusagen als Ausgleich für die anfallende Wechselgebühr von 95 Euro“, erklärt Sabine Birkigt von der BBNG.

Doch damit der Zuschuss gewährt werden kann, müssen einige Voraussetzungen erfüllt werden. Dazu gehört, dass die Mindestanschlussquote von 68 Prozent auch tatsächlich erreicht wird. „Die finanzielle Zuwendung gilt zum einen für alle, die bis zum 28. Februar bereits die Verträge mit der BBNG und der TNG abgeschlossen haben“, betont Birkigt. Zum anderen zahlt die Gemeinde die Förderung so lange bis – zusammengerechnet mit den Neuverträgen – maximal 666 Anschlüsse in Auftrag gegeben wurden. Die Aktion läuft bis zum 31. März. „Das ist dann aber wirklich der letzte Termin“, macht die BBNG-Vertreterin deutlich.

Und was ist, wenn Plan B nicht aufgeht? „Dann unterhalten wir uns wieder – über Plan C“, antwortet Jensen.

An folgenden Terminen können sich Interessenten informieren und gegebenenfalls Verträge unterschreiben:
>Freitag, 3. März, 9 bis 17 Uhr, Lorenz-Jensen-Haus in Viöl
>Freitag, 10. März, 12 bis 16 Uhr, Lorenz-Jensen-Haus in Viöl
>Mittwoch, 15. März, 16 bis 19 Uhr, Lorenz-Jensen-Haus in Viöl

Darüber hinaus können bei der BBNG Beratungstermine unter Telefon 04841/9042880 vereinbart werden. In der Geschäftsstelle in Husum können außerdem die erforderlichen Unterschriften geleistet werden.



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