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Finanzaufsicht zufrieden : Glasfaser-Ausbau kann weitergehen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Bürger-Breitband-Netzgesellschaft in Husum erfüllt jetzt die Forderungen der Berliner Finanzaufsicht. Nun kann es mit dem Netzausbau weitergehen, wenn die Finanzierungs-Verhandlungen mit den Banken beendet sind.

Die Erleichterung war so groß, dass sie förmlich zu greifen war. Mit der Bürger-Breitband-Netzgesellschaft (BBNG) kann es jetzt endlich so weiter gehen, wie eigentlich gedacht, sie kann neue Gesellschafter aufnehmen. Denn seit dem Sommer war dies durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) blockiert worden. Diese hatte der nordfriesischen Gesellschaft die gelbe Karte gezeigt, weil deren Darlehensverträge mit ihren Gesellschaftern den Eindruck erwecken konnten, als beteilige sich die BBNG am Kreditgeschäft. Zwar handelte es sich nur um eine kleinere missverständliche Formulierung in einem Paragrafen, doch die Erfahrungen der BaFin mit anderen Unternehmen hatte zu einem Einspruch der Berliner Behörde geführt. Alle 927 Gesellschafter der BBNG wurden angeschrieben und aufgefordert, ihren alten Darlehensvertrag zu kündigen und den neuen zu unterzeichnen. Und dies musste innerhalb von zwei Wochen erfolgen. Nun ist die offizielle Frist abgelaufen und immerhin 885 Gesellschafter haben geantwortet, berichtet Sabine Birkigt von der BBNG stolz. Zudem hätten von diesen Rückläufern lediglich 25 den neuen Vertrag nicht unterschrieben. Die restlichen sollen nun nochmals aufgefordert werden, wobei es sich dabei nach ersten Recherchen der BBNG nicht unbedingt um Ablehner handeln müsse. So habe es einen Todesfall gegeben, zudem seien wohl einige der Gesellschafter in Urlaub oder im Krankenhaus. Dennoch sei die Rücklaufquote sensationell, wie es Sabine Birkigt formulierte. Dies zeige sich auch daran, dass beispielsweise auf die Einladung zur Gesellschafterversammlung nur rund 400 der 927 angeschriebenen Personen reagiert hätten.

Die Erleichterung bei allen Gesellschaftern ist groß, denn sie hatten sich wie Geschäftsführerin Ute Gabriel-Boucsein schon ein wenig Sorgen gemacht, dass die neuen Verträge nicht fristgerecht zurückgeschickt werden. Sie sagte daher vor Ablauf der Frist: „Eigentlich sollte das Unterschreiben kein Problem sein, denn unsere Gesellschafter sind ja eingestiegen, nicht um eine hohe Rendite zu erzielen, sondern um die Region voranzubringen.“

Nachdem die Forderungen der BaFin erfüllt sind, können nun auch wieder neue Gesellschafter aufgenommen werden und der Fokus wieder auf den Ausbau eines schnellen Glasfasernetzes in den Gemeinden in den Ämtern Eiderstedt, Viöl, Nordsee-Treene sowie den Städten Tönning, Friedrichstadt und Husum gelegt werden. Nach der ersten Gemeinde Löwenstedt, dort läuft das schnelle Netz bereits, stehen auf der Agenda Norstedt, Olderup, Arlewatt, Horstedt und Schobüll. Dort sind allerdings noch keine Anschlussquoten erhoben worden. Mindestvoraussetzung für den Bau des Netzes ist eine Quote von 68 Prozent. Begonnen werden soll dort nach Auskunft von Sabine Birkigt dann, wenn die Finanzierungsgespräche mit den Banken abgeschlossen sind. Die Gesamtinvestition für das ehrgeizige Projekt, jedes Haus mit einem direkten Anschluss zu versehen, belaufen sich auf rund 70 Millionen Euro. Das Finanzierungsangebot der Banken reicht für den Netzausbau in etwa 20 Gemeinden und entspricht rund einem Drittel der Gesamtinvestition – es sind also 25 Millionen Euro.

Allerdings ist die Gemeinde Sollwitt schon aus der Finanzierung rausgefallen. Dort wird gegenwärtig gerade an einem Netz gebaut. Der dortige Bürger-Windpark streckt die Finanzierung für den Bau des Glasfasernetzes vor. Dies ist auch in Behrendorf vorgesehen, dort werden gerade die letzten vertraglichen Regelungen formuliert. Dann kann es auch dort mit dem schnellen Netzausbau losgehen.

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erstellt am 21.Nov.2014 | 07:30 Uhr

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