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Beschwerliches Kopfsteinpflaster : „Gladiatoren an den Rollatoren“

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Als Fußgänger mit Gehbehinderung hat man es in Tönning nicht leicht – das machten die Teilnehmer eines Sternmarsches deutlich. Der Seniorenbeirat der Stadt hatte die Aktion am Deutschen Rollatortag organisiert.

In einer beeindruckenden Aktion hat die Tönner Rolli-Gang auf dem Marktplatz in Tönning auf sich aufmerksam gemacht. Organisiert hatte dieses Treffen am Deutschen Rollatortag der Seniorenbeirat. Mit zum Teil humorvollen Sprüchen erweckten sie großes Interesse bei den Passanten. „Wir sind die Tönner-Rolli-Gang“ und „Wir sind die Gladiatoren an den Rollatoren“ war unter anderem auf den Schildern zu lesen. Aus fünf Richtungen spazierten die knapp 50 Teilnehmer zur Stadtmitte, wo sie von den Vorstandsmitgliedern des Seniorenbeirates, Heiner Hahn und Bernd Skutecki, begrüßt wurden. „Mit unserer Aktion möchten wir auf die Schwierigkeiten für Menschen mit Gehbehinderung im Stadtgebiet hinweisen“, erläuterte Hahn und sein Stellvertreter Skutecki fügte hinzu: „Wir zeigen Flagge und möchten darauf hinweisen, dass wir zur Gesellschaft dazugehören.“ Mit der immer älter werdenden Gesellschaft kämen einige Herausforderungen auf die Stadt zu. Großes Lob zollte Bürgervorsteher Stefan Runge. „Es ist gut, dass sie uns auf ihre Nöte und Sorgen hinweisen.“ Für die Menschen mit Gehhilfe müssten die Wege in die Innenstadt beschwerdefrei und ohne Probleme gestaltet werden.

Die fünf Gruppen hatten die Aufgabe, auf ihrem Weg zum Marktplatz die Wege unter die Lupe zu nehmen und Schwachpunkte aufzuzeichnen. Jeder Gruppe wurde ein Pate vom Seniorenbeirat zugeordnet. In der Gesellschaft sei ein Umdenken nötiger denn je, forderte Anke Skutecki. Der Rollator habe schon zu vielen Missverständnissen geführt, so die an Multipler Sklerose erkrankte Teilnehmerin. „Wenn man einen Rollator mit sich führt, wird man gleich als alt eingestuft.“ Doch oftmals habe diese Gehhilfe mit Krankheiten zu tun, die schon in jungen Jahren eintreten können. Inzwischen habe sie ihre Wege gefunden, auf denen sie problemlos ins Zentrum gelangen könne.

Uwe Wrigge begleitete eine Gruppe, deren Marsch durch die Fischerstraße führte. „In dieser Straße sind die Gehwege für die Rollatoren zu schmal“, sagte er. Weiter hätten die Betroffenen mit zur Straße hin geneigten Gehwegen zu kämpfen. Doch gab es auch positive Meldungen. „In der Badallee ist die Straßenbeleuchtung auf LED-Technik umgestellt worden“, lobte die Patin Marie-Luise Oudenhoven. Damit seien die Gehwege besser ausgeleuchtet. Und da ist noch der Marktplatz, der für alle Mitglieder der Rolli-Gang ein Problem darstellt. „Mit dem Kopfsteinpflaster haben wir so unsere Probleme“, sagte Klaus-Peter Carstensen. Am Ende wurde dann noch das Rollatoren-Lied gesungen, in dem die Situation vieler Teilnehmer treffend wiedergegeben wurde– „Wenn ich meinen Rollator nicht hätt’, dann läg’ ich die meiste Zeit im Bett. Ich säß’ im Zimmer und könnte nicht raus, wie die in der Falle sitzende Maus.“

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