Berliner Kürzungspläne : Gipfeltreffen der Windkraft-Branche

Die Windkraft-Nutzung ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.
Die Windkraft-Nutzung ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.

Unter dem Eindruck der Berliner Pläne zur Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes kommen am 18. März rund 150 Vertreter der Windbranche in Husum zusammen. Bei dem 13. Windcommunity-Treffen soll der Blick vor allem auch nach vorn gerichtet werden.

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13. März 2014, 17:00 Uhr

Steht Schleswig-Holsteins Windbranche gut da, weil seit der Ausweitung der Windkraft-Eignungsgebiete bereits 400 neue Windkraftanlagen genehmigt worden sind – oder schlecht, weil die angekündigten Vergütungskürzungen die windstarken Standorte besonders hart treffen? Diese und andere Fragen im Zusammenhang mit den geplanten Änderungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) stehen beim 13. Windcommunity-Treffen in Husum im Mittelpunkt. Zu dem Branchentreffen werden am Dienstag (18.) im Nordsee-Congress-Centrum rund 150 Vertreter aus Schleswig-Holstein und seinen Nachbarländern erwartet.

Mitdiskutieren werden auch Energiewende-Minister Dr. Robert Habeck und Wirtschaftsminister Reinhard Meyer. Organisiert wird das Treffen von der Husumer Messegesellschaft, der Investitionsbank Schleswig-Holstein, der Forschungs- und Entwicklungsgesellschaft der Fachhochschule Kiel und der Netzwerkagentur Windcomm.

„In den letzten zwei Jahren hat Schleswig-Holstein seinen Platz als Erneuerbares Energieland zurückerkämpft“, sagt der Energiewendeminister Dr. Robert Habeck. Im Jahr 2013 hat sich die Zahl der genehmigten Windkraftanlagen im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt, viele weitere Anträge liegen vor. „Wichtig ist jetzt sicherzustellen, dass Projekte nicht in Gefahr geraten. Die Bundesregierung sollte sich hüten, die Branche weiter zu verunsichern, etwa indem sie die Einführung eines Ausschreibungssystems präjudiziert oder übereifrige Vergütungskürzungen vornimmt“, mahnt Habeck. Und weiter: „Heute wissen wir, dass sich die Windenergie im Technologiewettbewerb als das effizienteste Arbeitspferd der Energiewende herausgestellt hat. Die Deckelung gerade dieser günstigsten erneuerbaren Energiesparte konterkariert das erklärte Ziel der Bundesregierung, die Kostendynamik zu begrenzen. Meine große Sorge ist, dass die Bundesregierung mit ihrer Vorliebe für Ausschreibungssysteme drauf und dran ist, die Bürger aus der Energiewende zu vertreiben und Konzernen neue Geschäftsfelder zu erschließen.“

Wirtschaftsminister Reinhard Meyer ergänzt: „Wir wollen kein Postkarten-Land sein, sondern ein moderner Wirtschaftsstandort. Deshalb wollen wir der Bundesregierung klar machen, dass das EEG so ausgestaltet werden muss, dass auch die kleinen und mittleren Betriebe, die das Rückgrat der Energiewende bilden, weiterhin am Markt bestehen können.“ „Gemeinsam mit der Landesregierung wollen wir die Vorrangstellung Schleswig-Holsteins bei der Energiewende weiter stärken und Schleswig-Holstein als attraktiven Wirtschaftsstandort nachhaltig sichern“, sagt Erk Westermann-Lammers, Vorstandsvorsitzender der Investitionsbank.

Windcomm-Projektkoordinator Dr. Matthias Hüppauff belegt die wirtschaftliche Bedeutung der Windenergie mit Zahlen: „2013 wurden in unserem Bundesland 154 neue Windkraftanlagen mit über 400 Megawatt Nennleistung installiert. Das entspricht einer Investition von 600 Millionen Euro und einer Wertschöpfung von 88 Millionen Euro für Schleswig-Holstein. Das ist das beste Konjunkturprogramm für den strukturschwachen ländlichen Raum. Dies zu kürzen hätte fatale Folgen für Wohlstand und Beschäftigung auf dem Land.“

Ein wichtiges Forum für die zahlreichen mittelständischen Betriebe im Norden wird die Messe „HUSUM Wind 2015“, nachdem die internationale Leitmesse der Windenergie in diesem Jahr zusammen mit der Messe Husum in Hamburg ausgerichtet wird. Peter Becker von der Husum Messe & Congress zu den Vorteilen des neuen Konzepts: „Mit einer auf den deutschsprachigen Markt fokussierten Messe und einem Fachkongress zu Service- und Repowering-Fragen haben wir genau das Format, das die Branche hier im Land braucht: praxisorientiert, mittelstandsfreundlich und zukunftsorientiert!“

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