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Schlagartig wach : Gewitter sorgte für unruhige Nacht

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Feuerwehr eilte von Einsatz zu Einsatz: Brandmelde- und Alarmanlagen spielten verrückt, und Starkregen setzte einen Keller 40 Zentimeter tief unter Wasser.

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erstellt am 16.Sep.2014 | 07:30 Uhr

Für Peter Post war die Nacht zum Montag (15. September) um Schlag 1.45 Uhr vorbei. Der Begriff „schlagartig“ ist dabei durchaus wörtlich zu verstehen, denn was den stellvertretenden Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr aus den Träumen riss, war ein Notruf – verursacht durch einen Blitzschlag. Weil es ein Alten- und Pflegeheim getroffen haben sollte, ließ Post auch gleich einen kompletten Löschzug mit 30 Feuerwehrleuten ausrücken. Ausgelöst worden war der Alarm von der hauseigenen Brandmeldeanlage des Altenheims. Aber die hat wohl nur reagiert, „wie das viele elektronische Anlagen tun, wenn ein schweres Gewitter Stromschwankungen oder Spannungsabfälle verursacht“. Und genau so ein Gewitter zog in der Nacht zu gestern über die Stadt hinweg. Mehr noch: Es kreiste darüber, und so sollte es nicht bei diesem einen Einsatz bleiben. Der erwies sich zwar als Fehlalarm – doch, um sicher zu gehen, durchkämmten die Blaujacken trotzdem noch einmal das gesamte Gebäude, bevor sie Entwarnung gaben.

„Peter Post“, scherzt der stellvertretende Wehrführer über sich selbst, „Peter Post lag dann gerade 25 Sekunden im Bett, als er abermals raus musste.“ Das war um 2.51 Uhr. Wer um den Schlaf gebracht wird, merkt sich die Uhrzeit besonders genau. Diesmal ging es in den Marienhofweg, wo es ein rund 30 Meter langes Wohngebäude getroffen hatte. Und wie! 40 Zentimeter tief stand der dazugehörige Keller unter Wasser. Und das drohte zu allem Überfluss auch noch die Heizungsanlage lahmzulegen. Die Einsatzkräfte pumpten ihn leer und fuhren anschließend – gemeinsam mit der Polizei – unter anderem durch die Matthias-Claudius-Straße, wo der Starkregen – wie andernorts im Stadtgebiet – Gullideckel aus der Verankerung gehoben hatte. „Das haben wir zur Sicherheit kontrolliert“, berichtete Post.

Heftig traf es auch einen Möbelmarkt im Industriegebiet. Wahrscheinlich durch das Gewitter ausgelöst, hatten sich dort sieben große Rauchabzugsklappen im Dach selbstständig gemacht. Fünf bekamen der Besitzer und Feuerwehr wieder geschlossen, doch zwei weitere hatten sich aus ihren Scharnieren gelöst und blieben offen, sodass es hineinregnete. „Da es aber keine weiteren Unwetterwarnungen mehr gab und damit auch Gefahr im Verzug nicht mehr gegeben war, rückte die Feuerwehr vor 5 Uhr wieder ab. „Zu spät, um zu Bett zu gehen“, fasste Post die Ereignisse der Nacht zusammen. „Also haben wir auf der Wache noch einen Kaffee getrunken, geduscht und sind danach zur Arbeit gegangen.“ Erfreulicherweise gab es gestern für den stellvertretenden Wehrführer sehr viel zu tun, sodass Müdigkeit erst gar nicht aufkommen wollte.

Vorfälle wie den im Alten- und Pflegeheim gab es in der Nacht zum Montag übrigens einige. Überspannungen, starke Stormschwankungen und Aufladungen sorgten unter anderem im Ostenfelder Bauernhaus und im Schloss vor Husum dafür, dass Brandmelde- und Alarm-Anlagen verrückt spielten. Und so gab es nach der Feuerwehr am Montag auch für Elektriker und Elektrofachleute alle Hände voll zu tun.

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