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Friedrichstadt : Getreidehändler vor dem Absprung

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Getreidehandel am Friedrichstädter Hafen gehört schon bald der Vergangenheit an. Die Ceravis AG, die bis zum Juni 2015 noch Getreide AG hieß, sucht bereits nach einem neuen Standort.

Es ist noch nicht lange her, da wurde im Ausschuss für Bau, Planung und Denkmalpflege der Stadt Friedrichstadt über den Halbmond beraten. Denn nachdem dort der Wohnmobilstellplatz eingerichtet worden ist, hat das Gebiet ordentlich an Attraktivität gewonnen, auch wenn im Westen, nur durch den Westersielzug getrennt, ein großes Wirtschaftsunternehmen ansässig ist – die Ceravis AG, früher Getreide AG. Deren Silos und Schuppen dominieren den Bereich und müssen in die Planungen für die Umgestaltung des Halbmondes mit einbezogen werden. Doch das könnte sich bald ändern, denn das traditionsreiche Unternehmen plant langfristig den Abzug aus Friedrichstadt.

Nis Vollbehn, Geschäftsführer der Agrarhandel Schleswig-Holstein GmbH aus Rendsburg, und damit oberster Chef der Ceravis AG, die die Getreide AG in Friedrichstadt zum 1. Juni dieses Jahres übernommen hat, spricht von einer Initiative der Stadt. Vor etwa drei Wochen sei demnach nachgefragt worden, ob die Kommune langfristig mit dem Areal planen könne. Daraufhin habe man sich Gedanken gemacht und suche nun nach einem neuen Standort. „Friedrichstadt ist ein typisches Außenlager, dort ist nur eine Person beschäftigt“, sagt Vollbehn. Man führe erste Gespräche über einen neuen Standort und richtig sei, man wolle verkaufen. Über ein Datum wollte der Geschäftsführer nicht sprechen, denn „wir stehen erst ganz am Anfang unserer Überlegungen.“

Überrascht von dieser Äußerung zeigt sich Friedrichstadts Bürgermeister Eggert Vogt. Nach seinen Angaben sei nämlich die Ceravis AG auf die Stadt zugekommen. Man habe ihm mitgeteilt, dass langfristig an einen Abzug gedacht werde. Ein konkreter Zeitpunkt sei nicht genannt, wohl aber angedeutet worden, dass es im Jahr 2017 geschehen könne.

Vogt würde den Abzug begrüßen, denn dann könne neben dem Halbmond das ganze frühere Hafengebiet überplant werden. Dann sei ein Gesamtkonzept möglich. Dafür würden der Stadt aber noch die finanziellen Möglichkeiten fehlen. Optimal wäre natürlich, so unterstreicht Vogt, wenn in das Gesamtkonzept auch das Areal der früheren Eidermühle eingebracht werden könnte. Doch dies liege nicht im Zuständigkeitsbereich der Stadt. „Darauf haben wir keinen Einfluss, es befindet sich in Privatbesitz.“ Obwohl es noch keine konkreten Überlegungen für die Zeit nach dem Abzug der Ceravis AG gibt, dürfte dort – es ist bislang als Mischgebiet eingestuft – nur reine Wohn- oder touristisch nutzbare Bebauung entstehen.

Bislang soll das Gebiet entlang des Neuen Hafens und an der Einfahrt zum Alten Hafen überplant werden. Dort sind von bislang nicht genannten Investoren, gemeinsam mit der Reederei Schröder, 21 Ferienhäuser vorgesehen. Doch damit nicht genug, angedacht ist auch ein Multifunktionshaus mit einer Badmintonhalle, zwei großen Tischtennisräumen und Platz für große Trampoline. Hinzu kommen noch sanitäre Anlagen sowie Werkstatt- und Lagerräume. Auch der Uferstreifen entlang des Neuen Hafens soll attraktiver gestaltet werden. Vorgesehen sind Anleger und mehrere Hütten auf einem im Wasser stehenden Holzrondell.

Der Neue Hafen gehört dem Land, während der Halbmond auf städtischem Gebiet, aber in Privatbesitz ist. Bislang rechnete der Bürgermeister mit einer Umsetzung der Pläne frühestens im Jahr 2017. Wie weit die Vorstellungen für den genannten Bereich durch die neue Lage tangiert werde, konnte Eggert Vogt noch nicht sagen, dafür sei es noch zu früh.

 

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erstellt am 13.Nov.2015 | 14:00 Uhr

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