Bezirksversammlung der Genossenschaftsbank : Gesundes Wachstum mit vertretbarem Risiko

Grünkohl und Informationen - diese Mischung "schmeckte" 550 Mitgliedern der Volksbank-Raiffeisenbank in der Kongresshalle. Befürchtungen, die weltweite Finanzkrise könne sich auf die Bank auswirken, räumte Vorstandsmitglied Eckhard Rave aus.

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27. November 2008, 09:26 Uhr

Husum | Aufsichtsrats-Vorsitzender Ove Singelmann zeigte sich angenehm überrascht: 550 Gäste ließen sich bei der Bezirksversammlung der Volksbank-Raiffeisenbank Grünkohl und Informationen auftischen. Mit der neunten und letzten Veranstaltung dieser Art, die da am Dienstagabend in der Irene-Thordsen-Kongresshalle stattfand, hat man laut Singelmann 2600 von 15 000 Mitgliedern direkt erreicht. Das Bedürfnis, mehr über die weltweite Finanzkrise und mögliche Auswirkungen auf die Husumer Volksbank-Raiffeisenbank zu erfahren, sei groß. Im Hinblick auf die Vertrauenskrise bei den Banken versicherte Singelmann: "Wir gehören nicht zu jenen, die wieder um Vertrauen werden werben müssen." Das genossenschaftliche Prinzip habe gegenüber anderen Geschäftsbanken seinen unbestreitbaren Vorteil gezeigt.

Diesen Gedanken führte Eckhard Rave in seinem Bericht über die betriebliche Entwicklung der Volksbank-Raiffeisenbank weiter aus. Der Sicherheitsgedanke rücke bei den Anliegern wieder in den Vordergrund. Qualität und Sicherheit stehe vor Rendite. Viele neue Anleger fänden den Weg zur Genossenschaftsbank. Allein 9000 seien es in diesem Herbst in Husum gewesen. "Unsere Bank hat sich trotz der weltweiten, zum Teil ruinösen Finanzturbulenzen gesund weiterentwickelt", machte das Vorstandsmitglied deutlich: So sei die Bilanzsumme kontinuierlich auf 505 Millionen Euro und das Eigenkapital - "die Grundlage jeder Bank" - auf 36,7 Millionen Euro gestiegen. Wie jede andere Bank strebe auch die Volksbank-Raiffeisenbank Wachstum an, sagte Rave, schränkte jedoch ein: "Aber nicht um jeden Preis - es muss ein gesundes Wachstum sein, ohne nicht vertretbare Risiken."
Keine "faulen Wertpapiere"

Daher sei man von der Finanzmarkt-Krise nur indirekt betroffen, wie der Redner verdeutlichte. Die Bank arbeite in der Region, nicht global. So würden Kredite überwiegend durch Geld aus der Region, also mit den Einlagen der Kunden, finanziert. In den Büchern der Bank befänden sich keine "faulen Wertpapiere", und auch Kredite würden nicht weiterverkauft. "Unsere Risiken sind jederzeit verkraftbar", versicherte das Vorstandsmitglied. Das anvertraute Geld der Kunden verwalte die Bank treuhänderisch, vorsichtig, ohne Risiken. Rave geht daher davon aus, "dass die Volksbank-Raiffeisenbank keine Verluste haben wird".

Die Finanzkrise habe ihre Wurzeln "in der viel zu lockeren Finanzpolitik der Vereinigten Staaten", so Rave. Sowohl der Staat als auch der private Konsum seien über Kredite finanziert worden. Billiges Geld erhielten in den USA auch "schlechte Bonitäten". Kredite seien auch großzügig an Leute vergeben worden, die sich diese gar nicht leisten konnten.

Das neue Vorstandsmitglied Udo Kempter (43) stellte sich persönlich vor. Der gebürtige Eutiner, in Bredstedt wohnhaft, gehört der Bank seit dem 1. September 2008 an. Zusammen mit Rave bildet Kempter den Vorstand. Ihm mache es viel Spaß, "in dieser Bank zu arbeiten".
Phänomenales Gedächtnis

Marketingleiter Sven Jensen berichtete über das Ergebnis der Mitgliederbefragung 2007. Vermögensberater Carsten Groth und Vertriebsleiter Jörg Retzlaff informierten über die Abgeltungssteuer und die Änderungen in Sachen Wohnungsbauförderung.

Gedächtnis-Trainer Jürgen Petersen aus Niebüll verblüffte mit seinen phänomenalen Gedächtnisleistungen. Mit der richtigen Technik könne das jeder erlernen, meinte er.

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