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Husumer Nachrichten

12. Dezember 2017 | 05:45 Uhr

Pellworm : Gesund und in Ruhe Urlaub machen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Auf der Insel soll ein Ferienresorts mit 38 Häusern entstehen. Das Besondere: Es werden fast ausschließlich Naturmaterialien verwendet.

shz.de von
erstellt am 11.Okt.2017 | 08:00 Uhr

Auf Pellworm wohnen fast drei Mal so viele Schafe wie Menschen. Es leben etwa 3.500 Wiederkäuer im Gegensatz zu 1.200 Einwohnern auf der drittgrößten Nordseeinseln. Hinzu kommen etwa 1.000 Kühe und mehrere tausend Touristen, die jedes Jahr die rund 37 Quadratkilometer große Insel besuchen. Jährlich werden rund 160.000 Gästeübernachtungen gezählt, verteilt auf circa 2000 Betten. Diese Anzahl soll nun steigen.

Auf einem vier Hektar großen Grundstück, etwa 200 Meter hinterm Süddeich, baut die Gesellschaft Gud Jard Resort ein Feriendorf. Für etwa 16 Millionen Euro sind gleich in der Nähe des Pellwormer Leuchtturms ein Empfangsgebäude sowie 38 Häuser geplant. Es gibt zwei Haustypen. Die Nordsee-Lodge ist einstöckig und hat eine Wohnfläche von 90 Quadratmeter. Die zweistöckigen Nordsee-Chalets sind auf 138 Quadratmeter verteilt. Beide werden als Investitionsmöglichkeiten zur Verfügung gestellt. Der überwiegende Anteil soll bereits verkauft sein.

„Die zukünftigen Eigentümer haben Anspruch darauf, bis zu sechs Wochen im Jahr selbst in ihren Häusern zu wohnen. Die restliche Zeit werden diese gewerblich vermietet“, erklärt Bürgermeister Jürgen Feddersen das Konzept. Dies übernimmt die Gesellschaft Gud Jard Resort. Die Resonanz der Bewohner auf das geplante Ferienresort sei im Allgemeinen auch gut. „Pellworm braucht eine Entwicklung und Wirtschaftskraft, damit die Leute auf der Insel Arbeit finden“, so der Gemeinde-Chef. Er selbst hält sehr viel von dem Projekt: „Die wohngesunden Häuser sind ein tolles Konzept. Es hebt sich von anderen ab und passt zum Gesamtkonzept unserer energiefreundlichen Insel.“

Das Besondere am wohngesunden Ferienresort ist der überwiegende Einsatz von Naturmaterialien – auch bei den Möbeln –, die ein nahezu schadstofffreies Raumklima ermöglichen sollen. Der TÜV Rheinland soll diesbezüglich bei Raumluftmessung in den Häusern besonders gute Ergebnisse erhoben haben. „Ich wollte gerne ein Haus bauen, das neben einer guten Außenluft auch innen gute Luft bietet“, sagt Frank Sadowsky, geschäftsführender Gesellschafter von Gud Jard Resort. Ein Musterhaus wurde in der Nähe St. Peter-Ordings gebaut. Auf Pellworm werden nun mehrere Dutzend aufgestellt.

„Die Ursprünglichkeit auf der Insel ist etwas ganz Besonderes. Insbesondere die Ruhe hier ist ein ganz entscheidender Luxus“, ist Sadowsky vom Standort überzeugt. Für das Gelände auf der Insel hat sich Sadowsky aus mehreren Gründen entschieden: „Von hier kann man in alle vier Himmelsrichtungen schauen, der Leuchtturm ist toll und die Nähe zum Wattenmeer.“

Das wohngesunde Ferienresort soll Ruhesuchenden – gerade Menschen mit Atemwegserkrankungen oder Allergikern – einen Erholungsort an der Nordsee bieten. Jedes Haus verfügt über eine 54 bis 66 Quadratmeter große Terrassenfläche, sowie eine geräumige Sauna, einen Garten und einen Fahrradschuppen, manche auch über einen Balkon.

„Ich finde es sehr spannend, da es ein Ferienresort in dieser Art noch nicht gibt“, so Jürgen Feddersen. Die Grundidee, mehr Gästebetten auf Pellworm zu ermöglichen, bestand bereits zuvor. Allerdings nicht auf dem nun ausgewählten Gelände. „Es handelt sich um ehemalige landwirtschaftliche Flächen in Privathand, die gekauft wurden“, weiß der Bürgermeister. Im Juni 2016 startete das Projekt schließlich, im September diesen Jahres sollten die ersten Häuser fertig sein.

„Wir haben zwölf Häuser mittlerweile fertiggestellt. Eins davon wird in etwa zwei Wochen komplett sein – einschließlich des letzten Teppichs“, sagt Sadowsky. Dabei haben die Witterungsverhältnisse der vergangenen Wochen die Verantwortlichen vor große Herausforderungen gestellt. „Wir haben hier zwei große Feinde – Wasser und die starken Windböen“, so der Investor. Bei den starken Regenfällen in der jüngsten Zeit sei „der Boden zu Pudding geworden“. Das mache die Bauarbeiten sehr schwierig, ein Kran findet hier kaum Halt. Die Windböen erschweren es, Zwölf-Meter-Wände durch die Luft zu transportieren.

„Da fahren wir dann auch mal sonntags auf die Insel, um Sonnenstunden für den Weiterbau zu nutzen“, schätzt Sadowsky die Flexibilität aller Mitarbeiter. Eine weitere Hürde sei, die Baumaterialien und -geräte auf die Insel zu bekommen, aber Sadowsky bleibt positiv: „Trotz der großen Herausforderungen sind wir hochmotiviert, noch vor Ende 2018 fertig zu werden.“

Positiv aufgefallen sind dem Gesellschafter die Offenheit der Pellwormer bei den Besuchen auf der Insel. „Auch auf den Info-Veranstaltungen waren viele anwesend, und die Zusammenarbeit lief reibungslos.“ Im Allgemeinen sei der Verlauf sehr positiv – trotz aller Herausforderungen.

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