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Junger Kolumbianer in Not : Gesucht: Eine neue Bleibe für Fausto

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Dem Kolumbianer Nicolas Fausto Ruiz macht der Freiwilligendienst im Haus der Jugend in Husum Spaß. Für den 20-Jährigen könnte alles so schön sein, wenn er nicht bis Ende Oktober eine neue Gastfamilie finden müsste.

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erstellt am 27.Okt.2013 | 17:00 Uhr

„Ich liebe hier“, sagt Nicolas Fausto Ruiz über sein neues Zuhause in Husum. Der 20-jährige Kolumbianer strahlt voller Lebensfreude, obwohl er sich gerade Sorgen macht. Ruiz leistet in Deutschland einen Freiwilligendienst ab – ein Exot, der die Storm-Stadt vielleicht verlassen muss. Denn das Verhältnis zu seinen kinderlosen Gasteltern ist nicht so wie es sein sollte. „Wir haben festgestellt, dass wir nicht zusammenpassen“, sagt die Gastmutter auf Anfrage unserer Zeitung. „Wahrscheinlich sind wir zu alt für so einen Austausch.“ Der Kolumbianer sieht das genauso: „Es ist in meiner Gastfamilie sehr schwierig – ich denke immer daran, ob ich das Problem bin.“

Diese Situation möchten seine derzeitigen Gastgeber nicht beibehalten, daher hat Ruiz vom 1. November an keine Bleibe mehr. Christiane Brückner, Mitarbeiterin der in diesem Falll zuständigen gemeinnützigen Organisation ICYA für Freiwilligenaustausch, beruhigt, da diese Probleme nur sehr selten auftauchen würden: „Bei einem Zusammenzug besteht immer das Risiko, dass die Chemie nicht stimmt – egal ob in einer Partnerschaft oder bei einem Austausch.“ Sie verspricht jedoch, dass er sein Austauschjahr fortsetzen kann. „Falls es aber im vorgegebenen Zeitraum von zwei bis vier Wochen keine neue Gastfamilie gibt, muss in ganz Deutschland gesucht werden“, erläutert Brückner. Das möchte Ruiz auf keinen Fall. Er hat hier neue Freunde gefunden und liebt seine Arbeit mit den Kindern.

Ursprünglich kommt der 20-Jährige aus Bogota, der Hauptstadt Kolumbiens. Er interessierte sich für einen Freiwilligendienst im Ausland: „Alle Leute mochten England, aber ich wollte die Kultur in Deutschland erleben und auch die Sprache lernen!“ Deshalb informierte er sich bei der Organisation ICYA. Auf eine entsprechende Zeitungsanzeige meldete sich prompt ein Ehepaar, das man genauer unter die Lupe nahm. „Das klang anfänglich auch sehr gut – wir haben uns riesig darauf gefreut“, berichtet die Gastmutter. Es wurden E-Mails geschrieben, obwohl Ruiz noch kein einziges Wort Deutsch konnte. „Sie sagte, das ist kein Problem, wir leben zusammen und sie lernt mit mir die neue Sprache“, erzählt der Kolumbianer.

Am 4. September begann dann endlich sein großes Abenteuer. Nach einem zehntägigen Einführungsseminar ging es für Ruiz nach Nordfriesland. Dadurch, dass er schon während seiner Schulzeit Kinder betreut und auch den Militärdienst als Konfirmandenhelfer wahrgenommen hatte, fand ICYA für ihn eine Stelle als Freiwilligendienstler im Husumer Haus der Jugend (HdJ). Dort wird ein Schwerpunkt auf Auslandsberatung gelegt und Ruiz kann interessierten Jugendlichen von seinen Erfahrungen berichten.

Schnell lebte sich der 20-Jährige ein. „Er ist sehr fleißig und interessiert“, schwärmt HdJ-Leiter Bernd Biermann. „Und geduldig und offen“, ergänzt Erzieherin Melanie Manske. Auch Ruiz ist glücklich und von seinen Aufgaben begeistert. „Ich will hier arbeiten, weil ich mich mit allen gut verstehe und mich auf den Umzug vom Haus der Jugend freue“, sagt er mit einem strahlenden Lächeln auf den Lippen. Auch Husum gefalle ihm sehr gut. „Es ist klein und entspannend“, berichtet der 20-Jährige, der für ein Jahr von der Metropole in die beschauliche Storm-Stadt gezogen ist. Und nun könnte er plötzlich aus seinem Umfeld herausgerissen werden . . .

Um das zu verhindern, sucht Ruiz händeringend eine neue Gastfamilie in Husum und Umgebung. „Er ist ein ganz lieber Kerl, immer freundlich“, beschreibt ihn Biermann. Für ein unverbindliches Treffen melden sich bitte interessierte Familien – gerne auch mit Kindern – von Dienstag bis Freitag jeweils von 13 bis 20 Uhr beim Haus der Jugend, Hermann-Tast-Straße 6-8, Telefon 04841/800008.

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