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Tragödien im Meer : Gestrandete Wale als historisches Thema

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Im Schifffahrtsmuseum in Husum sind auch Berichte zu Walstrandungen, die sich vor Jahrhunderten ereigneten, ausgestellt. In der Gegenwart ist die Häufung dieser Tragödien ein Problem.

In diesem Winter sind etliche Pottwale im Wattenmeer gestrandet. Erst vor Kurzem waren zwölf der bis zu 20 Tonnen schweren Tiere tot angespült worden – drei davon in Schleswig-Holstein. Es folgten weitere zehn der bis zu zwölf Meter langen Säugetiere an der Küste Dithmarschens.

„Seit den neunziger Jahren strandeten mit den jetzt zehn zerlegten Tieren insgesamt 92 Pottwale an der Westküste Dänemarks, Deutschlands und der Niederlande“, meldete der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz.

Warum die tonnenschweren Säugetiere die Orientierung verloren hatten und was zu ihrem tragischen Ende führte, soll nun untersucht werden. Beim Institut für terrestrische und aquatische Wildtierforschung der Tierärztlichen Hochschule Hannover werden die Kadaver obduziert.

Biologen und Meeresforscher machen allerdings schon seit Längerem den zunehmenden Lärm im Meer für die Häufung dieser Tragödien verantwortlich – beispielsweise ausgelöst durch Riesentanker, Ölbohrungen, den Bau von Windparks auf offener See und die Suche nach Gasvorkommen. Denn Wale und auch Delfine kommunizieren, navigieren und jagen mittels Schallsignalen: Die Meeresbewohner verlieren durch den Krach die Orientierung.

Karin Cohrs, Leiterin des Schifffahrtsmuseums, verweist unter anderem auf Berichte, die in ihrem Haus ausgestellt sind und Strandungen von Walen beschreiben. Die hat es natürlich auch in längst vergangenen Zeiten gegeben. Doch diese Tragödien spielten sich längst nicht so häufig ab wie in der Gegenwart.

So heißt es in einem Originaltext aus dem Jahr 1738: „Drei solcher Fische von ungemeiner Größe, zwei Männlein und ein Weiblein, sind den 2. Januar 1738 bei Husum mit dem Sturm aus der See von den Wellen ans Land geworfen und daselbst von vielen sich versammelten Leuten getötet worden.“

Schon damals wurden die angeschwemmten Kolosse – die als Ungeheuer galten – untersucht beziehungsweise abgemessen. So heißt es in alten Aufzeichnungen weiter: „Diese Art wird Capelots genannt, 48 Fuß ist dieses Männleins Länge befunden worden und 12 dick und breit, in der Runde aber 36 Fuß.“

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