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Nordfrieslands neue Lammkönnigin : Gestatten: Ihre Majestät Femke I.

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Nordfriesischen Lammtage sind eröffnet: die Krönung der neuen Königin stand im Mittelpunkt des traditionellen Lämmerballs. Der fand diesmal in der Koogshalle in den Reußenkögen statt.

Nordfriesland hat mit Femke Andresen (27) eine neue Lammkönigin und das Ehepaar Hecker vom Hof Kolmannskuppe im Sönke-Nissen-Koog wohl die Nachfolge für ihre Deichschäferei geregelt. So schnell kann es gehen – und das alles an einem Abend. Der stand am Sonnabend ganz im Zeichen der Nordfriesischen Lammtage, die mit dem Lämmerball eröffnet werden – dieses Mal in der Koogshalle. 130 Gäste feierten mit und waren gespannt, wer Nele Kahl als Lammkönigin ablöst.

Einige Stunden gingen dabei ins Land, gefüllt mit Gruß- und Dankesworten, Musik von der Ralf Dreeßen Band und einem Buffet mit Lammspezialitäten von Koch Harry Ingwersen und seinem Lätari-Team. Während die Gäste das Essen genossen, bekam Femke Andresen kaum einen Bissen herunter. Die Anspannung war groß, wie sie später zu verstehen gab. Nur wenige waren eingeweiht, dass sie nach Buffet und Pharisäer zur Königin gekrönt wird. Darunter ihre Familie aus Risum-Lindholm, die sie eine Woche vor dem Lämmerball gebeten hatte, mitzukommen. Natürlich wollten ihre Eltern, Anja und Carl-Bahne Andresen, wissen warum, ebenso ihr Bruder Carsten. Der hatte am nächsten Tag ein wichtiges Fußballspiel und hätte sie deshalb nicht ohne triftigen Grund zum Ball begleitet. „Wir waren bis gerade eben alle Geheimnisträger und sind sehr stolz auf sie“, freute sich die Familie nach der Inthronisierung.

Die neue Lammkönigin ist seit einem Jahr mit Henning befreundet, dem 28-Jährigen Spross der Familie Hecker. Und der erzählte wiederum, dass sich die beiden schon seit zehn Jahren kennen und dass seine Liebste vorher keine Ahnung von Schafen hatte. Das ist inzwischen anders. „In meiner Freizeit verbringe ich sehr gern viel Zeit mit meinem Freund in der Deichschäferei auf dem Hof Kolmannskuppe. Besonders zur Lammzeit macht es die größte Freude und lässt das Herz höher schlagen. Wir freuen uns, irgendwann in die Fußstapfen von seinen Eltern, Wilhelm und Ellen, zu treten“, sagte sie in ihrer Antrittsrede und machte damit die ganze Familie Hecker sichtbar glücklich. „Hammer“, freute sich der Seniorchef und seine Frau sagte: „Was gibt es Schöneres, als jemanden zu haben, der den Betrieb weiterführt.“ Freude auch bei Claudia Hansen vom Förderverein Nordfriesische Lammtage. „Die Stimmung ist super, es ist harmonisch und fast familiär“, so ihre kurze Zwischenbilanz in der Tanzpause.

Für Stille im Saal sorgte Nele Kahl, als sie auf ihre Zeit als Lammkönigin zurückblickte und dabei auch die Schattenseiten beleuchtete. Ihr Hauptaugenmerk lag auf der Grünen Woche in Berlin – ein Highlight einer jeden Lammkönigin. Auch für sie und weitere Königinnen, bis männliche Mitglieder von Landjugendvereinen unter starkem Alkoholeinfluss Einzug gehalten hatten und „sexistisch und chauvinistisch“ aufgetreten seien. „Das war eine schlimme Erfahrung. Junge Frauen sind kein Produkt, nur weil sie Produkte präsentieren. Dieser Vorfall ist in keinster Weise zu tolerieren.“ Davon abgesehen, sei sie stets zuvorkommend behandelt worden und ihre Amtszeit habe ihr weitestgehend viel Spaß gemacht. Kreispräsident Heinz Maurus konnte sie zwar zu keinem der zahlreichen Lammtage-Termine begleiten, gelobte aber Besserung für ihre Nachfolgerin.

Küstenschutz, Tourismus, die Region Nordfriesland und ihre Menschen sowie Fleisch- und Käselieferant – in diesem Zusammenhang wurde die Marke Lamm in den Grußworten von Janine Bruser, Geschäftsführerin des Landesverbands schleswig-holsteinischer Schafzüchter, und Melf Melfsen, Vorsitzender des Kreisbauernverbands Husum-Eiderstedt, in den Mittelpunkt gerückt. Auch die Arbeit von Claudia Hansen und ihrem Team, die sich in Zukunft auf noch mehr Unterstützung freuen können – zugesagt von einigen Gästen. „Der Lämmerball muss bleiben“, fasste es Dirk Albrecht, Bürgermeister der Reußenköge, zusammen. Die Nordfriesischen Lammtage finden bis zum 31. Juli mit vielen Veranstaltungen statt. Mehr dazu unter www.lammtage.de.

Die Königin in Kürze

Femke Andresen ist in Holm bei Niebüll aufgewachsen und wohnt in Risum-Lindholm. 2009 zog sie – mit Abitur in der Tasche – nach Frankfurt am Main,  um sich zur Bankkauffrau ausbilden zu lassen. Die Sehnsucht nach Nordfriesland trieb sie danach  wieder nach Hause. Seitdem arbeitet Femke Andresen bei der VR Bank eG Niebüll. Die Kleider für die Lammkönigin sponserte Wolfgang Stapelfeldt, Vertrauensmann der Itzehoer Versicherung aus Emmelsbüll-Horsbüll.

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