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Neue Schiffe in Husum : Gesellschaft für „Ilka“ und „Maike“

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

ATR Landhandel hat gleich zwei neue Schiffe gekauft. Eines von ihnen, die „Henrike“, ist bereits im Husumer Hafen eingelaufen. Und die junge ATR-Kapitänin Dorothee Gaedeke kann sich vor Medienrummel kaum retten.

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erstellt am 18.Feb.2017 | 16:00 Uhr

„Ilka“ und „Maike“ gehören zum Husumer Hafen wie die Tine zum Markt – auch wenn die beiden Küstenmotorschiffe der ATR Landhandel GmbH & Co. KG die meiste Zeit weg sind. Zusammen feiern die Kümos in diesem Jahr 60. Geburtstag. „Ilka“ wurde 1985, „Maike“ 1989 gebaut. „Aber ihr Alter merkt man ihnen nicht an“, versichert Michael Hinz, Leiter der Schifffahrtsabteilung von ATR, die jetzt zwei weitere Schiffe gekauft hat. Eines von ihnen, „Henrike“, liegt bereits im neuen Heimathafen. Schwesterschiff „Anouk“ wird noch erwartet.

Da Husum Tidehafen ist und Schiffe mit mehr als 4,20 Meter Tiefgang ihn nicht direkt anlaufen können, war es gar nicht so leicht, passende Kümos zur Erweiterung der ATR-Flotte zu finden. „Aber wofür gibt es Schiffsmakler“, sagt Hinz, der zuletzt vor allem wegen des „vielen Papierkrams“ kaum noch etwas „zwischen die Kiemen bekam“. Zuvor hatte der Makler europaweit gesucht und war schließlich in Norwegen fündig geworden. Mit 3000 Tonnen sind „Henrike“ und „Anouk“, die nach den ältesten Töchtern der beiden Firmenchefs, Hauke und Jan Thordsen, benannt sind, größer als „Ilka“ und „Maike“ mit 1600 beziehungsweise 2150 Tonnen – und müssten geleichtert werden, wenn sie den Hafen voll beladen anliefen. Doch mit bis zu 2500 Tonnen geht es auch so. Am Thema Hafenvertiefung ändert das allerdings nichts. Darum geht es am Montag auch beim öffentlichen „Hafentalk“ im Rathaus (Beginn: 17.30 Uhr). Mit dabei: Dr. Frank Nägele, Staatssekretär im Landes-Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie.

Die Suche nach „Henrike“ und „Anouk“ hat sich „gelohnt“, findet Hinz. „Beide Schiffe sind für Husum sehr gut geeignet.“ Da sie einen maximalen Tiefgang von 4,65 Meter haben, wäre eine Hafenvertiefung auf 4,70 Meter allerdings optimal. ATR sucht schon eine ganze Weile nach neuen Schiffen. Hinz war dafür auch schon in Dänemark, Polen, Schottland und Portugal unterwegs – mit einem Schiffsbaumeister, denn der Zustand von Schiffen ist noch schwerer zu begutachten als der von Autos. Kunststück: Ein Großteil des Schiffskörpers befindet sich unter Wasser. „Aber auch das haben wir uns sehr genau angeguckt“, berichtet der Kapitän.

In Zukunft sollen die 90 Meter langen „Henrike“ und „Anouk“, die von der niederländischen Werft Barkmeijer Stroobos gebaut wurden, vor allem Futtermittel und Getreide transportieren. So wie die „Ilka,“ die seit Januar unter dem Kommando einer der jüngsten Kapitäne Deutschlands fährt – einer Frau (wir berichteten). Das ist für Dorothee Gaedeke zwar eigentlich zweitrangig, denn auch bei den Männern gibt es kaum jüngere Kapitäne im Lande. Doch gerade weil sie eine Frau ist, wird die gebürtige Lübeckerin von den Medien belagert. Seit sie ihren Dienst als ATR-Kapitän (die weibliche Form wird in der Seefahrt nicht verwendet) angetreten hat, sind fast täglich Fernsehteams an Bord der „Ilka“, die auf dem Weg nach Stettin mit reichlich Packeis zu kämpfen hatte. Aber so ist das halt – und derzeit liegen „Henrike“ und „Ilka“ Bug an Bug im Hafen. Kuriosum am Rande: Kapitän der „Henrike“ ist Reiner Friedrich – jener Mann, von dem Gaedeke vor sechs Wochen die Brücke der „Ilka“ übernahm.

Alle vier Schiffe fahren übrigens nicht nur Ladung für ATR. Und in einem Punkt unterscheiden sich „Henrike“ und „Anouk“ sehr von „Ilka“ und „Maike“: Letztere leuchten in klassischem ATR-Rot, die beiden neuen sind dunkelblau. Rot ist nur das Firmen-Emblem am Schornstein. Dafür fahren alle vier – und das in der Seeschifffahrt durchaus gegen den Trend – unter deutscher Flagge.

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