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Neue Leitlinie : Geschwister dürfen in derselben Kita bleiben

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Eine Initiative von Eltern, Bürgermeister und dem Amt Mittleres Nordfriesland hatte Erfolg: Der Kreis änderte seine Leitlinie für Kindergärten, so dass nun auch Geschwisterkinder ein und denselben Hort besuchen können.

Hans-Jakob Paulsen, Vorsteher des Amtes Mittleres Nordfriesland, freut sich sichtlich. Kein Wunder, hat er doch einen Erfolg zu verzeichnen. Gemeinsam mit Eltern aus der Region hatte er nämlich einen runden Tisch einberufen, um an einer Klärung des Paragrafen 25a des Kindergartengesetzes (KiTaG) zu arbeiten. Nun hat der Jugendhilfeausschuss des Kreises die Leitlinien im Sinne des Elternwillens verändert. „Alle Beteiligten, Amt, Gemeinden und natürlich die Eltern gewinnen dadurch“, stellt Paulsen fest. Eine sehr komplizierte Materie, die auf den Punkt gebracht bedeutet, dass unter anderem Eltern Geschwisterkinder in einer Einrichtung unterbringen können.

Laut Sozialgesetzbuch besteht in Deutschland für Eltern zwar eine freie Wahl des Kindergartenplatzes, nur geht in Schleswig-Holstein Landes- vor Bundesrecht (wir berichteten). Falls die Heimatgemeinde von Eltern keine eigene Einrichtung anbietet, wird auf eine Partnergemeinde mit Kita verwiesen. Sollte den Erziehungsberechtigten die angebotene Einrichtung nicht zusagen, muss bei der Heimatgemeinde ein formloser Antrag auf Kostenausgleich gemäß KiTaG gestellt werden. Der Antrag für einen Wechsel in eine andere Einrichtung muss eine kurze Begründung enthalten, wie etwa das pädagogische Konzept. Zumeist wird solch einem Elternantrag stattgegeben, wenn ein gewünschtes Konzept (Dänisch) oder (Waldpädagogik) nicht angeboten wird, oder diese Einrichtung nachweislich keine freien Kindergartenplätze hat.

In Nordfriesland ging es Eltern aber häufig auch darum, Geschwisterkinder nicht zu trennen und nicht zwei weit entfernte Einrichtungen anfahren zu müssen. Wenn aber die Geschwister zusammen bleiben sollten, mussten die Eltern häufig die Rechnung ohne Kostenausgleich aus eigener Tasche begleichen. Das ist jetzt anders.

Die Almdorfer Carina und Daniel Thomsen freut die neue Regelung. Denn sie müssen nun nicht mehr extra dafür zahlen, dass sie ihre Kinder in einem Hort unterbringen. Diese neue Leitlinie, für Nordfriesland vom Jugendhilfeausschuss beschlossen, sollte nun auch von der Landesregierung umgesetzt werden, um das Kita-Gesetz anzupassen, fordern Carina und Daniel Thomsen.

Die Leitlinie gilt als Empfehlung rückwirkend seit Anfang dieses Jahres, unabhängig vom Träger der Kita (kommunal oder kirchlich), damit eine kreiseinheitliche Umsetzung möglich wird. Darin ist auch der entscheidende Passus vorhanden, dass Geschwisterkinder nicht getrennt werden sollten, um sowohl Kindern als auch Eltern Schwierigkeiten im sozialen, organisatorischen und finanziellen Bereich zu ersparen.

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erstellt am 27.Feb.2015 | 12:00 Uhr

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